TARJA

What lies beneath

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TARJA - What lies beneath
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  • Artikelnummer:171698
  • Format:CD
  • Genre:Symphonic Metal
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TARJA
Auf den zweiten Blick
Während Tarja Turunens vor drei Jahren erschienenes Langspieldebüt als Solokünstlerin und insbesondere die erste Auskopplung 'I Walk Alone' vor allem als Standortbestimmung nach der Trennung von NIGHTWISH verstanden werden konnten und zu sagen schienen "seht her, es gibt mich noch und ich kann sehr gut auf eigenen Füßen stehen", hält sich der Nachfolger nicht mehr mit solchen Floskeln auf. Vielmehr hat die schöne Finnin im Vergleich zu »My Winter Storm« ein ordentliches Maß an Selbstvertrauen und künstlerischer Sicherheit getankt, weshalb sie bei »What Lies Beneath« ganz selbstverständlich die Zügel in ihre Hände nahm, anstatt sich auf die Erfahrung anderer zu verlassen.

"Dieses Mal ganz allein für die Produktion verantwortlich zu sein, bedeutete für mich schon eine enorme Herausforderung", gesteht die klassisch ausgebildete Vokalistin. "Geholfen hat mir dabei, dass einige meiner Musiker bereits die letzte Platte mit mir aufgenommen hatten und von allen Stücken fertig produzierte Demo-Versionen existierten. Ich hatte eine sehr klare Vorstellung von jedem einzelnen Song und davon, welche Elemente und Instrumente das jeweilige Arrangement benötigte. Daher fiel es mir verhältnismäßig leicht, Anweisungen zu geben, was zu tun und lassen war. Da meine Bandmitglieder die letzten drei Jahre quasi mit mir zusammengelebt haben, wussten sie auch ziemlich genau, was mir gefällt und was nicht. Natürlich hatte ich ganz zu Anfang, als wir mit den Schlagzeug-Aufnahmen begannen, meine Zweifel, ob ich wirklich imstande sein würde, die Produktion alleine zu stemmen. Aber alles lief auf Anhieb reibungslos, und ich konnte das Vertrauen, die Unterstützung und Liebe spüren, die mir meine Musiker entgegen brachten, so dass es gar keinen Grund gab nervös zu sein. Vielmehr hatten wir jede Menge Spaß, und ich bin verdammt stolz auf das Ergebnis!"

Gesunder Egoismus
Dazu hat die im August 1977 in Kitee geborene Sängerin auch allen Grund. Schon die logistische und organisatorische Koordination der verschiedenen Studios kann als kleine Meisterleistung gewertet werden. Zwar wurde die Anzahl der Aufnahmeorte drastisch reduziert, um den Reisestress des Vorgängers zu vermeiden. Dennoch statteten Tarja und ihr Gefolge nicht nur den inmitten der tief verschneiten finnischen Wälder gelegenen, auf einer ehemaligen Hühnerfarm untergebrachten Petrax Studios einen Besuch ab. Die Orchester- und Choraufnahmen fanden beispielsweise in der Slowakei statt, während der abschließende Feinschliff des Materials gleich an drei verschiedenen Orten von drei verschiedenen Koryphäen besorgt wurde. Die symphonischen Passagen legte Tarja erneut in die erfahrenen Hände von Slamm Andrews, der »My Winter Storm« komplett abgemischt hatte und zum Stab von Soundtrack-Guru Hans Zimmer gehört. Die übrigen Parts wurden unter Tim Palmer und Colin Richardson aufgeteilt. "Colin ist in Bezug auf Heavy Metal allererste Wahl, weil sein Gitarren-Sound einen absolut umhaut. Er wiederum hatte Freude daran, zum ersten Mal Material mit einem großen Sinfonieorchester und Chören abmischen zu können. Alle drei sind in ihrem jeweiligen Metier echte Vollprofis", schwärmt Tarja. "Weil sich meine Musik nicht einfach unter dem Oberbegriff Heavy Metal zusammenfassen lässt, sondern ein wesentlich breiteres Spektrum abdeckt, habe ich für jeden Song den entsprechenden Experten ausgewählt. Und dennoch klingt am Ende alles wie aus einem Guss." Vor allem hat Tarja auf »What Lies Beneath« den Gitarren eine weit größere Rolle als auf dem Vorgänger zugestanden, was in einem hörbar kernigeren und härteren Klanggewand resultiert – und das obwohl etliche Kritiker Frau Turunen gerade das Gefühl für Metal in der Vergangenheit so manches Mal absprechen wollten. "Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich während der Entstehungsphase von »My Winter Storm« noch etwas eingeschüchtert war, da ich mit keinem der Produzenten und Musiker jemals zuvor zusammengearbeitet hatte. Jeder gab seinen Senf dazu, außerdem lief der ganze Prozess extrem zügig ab. Und inmitten dieses Trubels unternahm ich eher zaghafte Versuche, meine Wünsche für das Album durchzusetzen", erinnert sich Tarja. "Entsprechend war ich am Ende nicht zu hundert Prozent zufrieden, was aber keinesfalls heißen soll, dass mir die Songs meines Solodebüts nicht gefallen würden: ich liebe sie nach wie vor! Trotzdem war mein Anspruch, dass die neue Platte exakt widerspiegeln sollte, wofür ich als Musikliebhaberin gegenwärtig stehe. Zum einen ist das sicher eine ganz natürliche Weiterentwicklung. Gleichzeitig ist es aber auch Ausdruck einer gewissen 'friss oder stirb'-Mentalität, denn ich habe mich fast ausschließlich auf meine Visionen konzentriert. Umso großartiger ist es, dass mir alle Beteiligten loyal zur Seite standen und wirklich das Letzte aus sich heraus geholt haben."

Doppelt hält besser
Mächtig ins Zeug gelegt haben sich gleichfalls die zahlreich auf »What Lies Beneath« vertretenen Gäste. So wurde beispielsweise für das mit barocken Elementen angereicherte 'Anteroom Of Death' mit seinem dramatischen Charakter das germanische Vokalensemble VAN CANTO angeheuert, während Tarja bei 'Dark Star' zusammen mit Phil Labonte, dem Frontmann der amerikanischen Metalcore-Combo ALL THAT REMAINS, ein ob der völlig konträr angelegten Stimmfarben und Gesangsstile zwangsläufig explosives Duett abliefert. "Gerade darin liegt ja der spezielle Reiz", konstatiert die Sopranistin mit dem glasklaren Organ. "Diese vermeintlichen Brüche und überraschenden Wendungen liebe ich: die Metal-Elemente, richtig hartes Riffing und dazu die wunderschönen symphonischen Parts und mein cleaner Gesang. Ich möchte in meiner Musik die Schöne und das Biest miteinander verbinden, wenn auch in anderer Form als ich es in meiner Bandvergangenheit gemacht habe. Phil ist bei diesem Stück also definitiv das Biest, denn er kann nicht nur fabelhaft singen, sondern auch richtig heftig brüllen – eine tolle Kombi und genau das, wonach ich für 'Dark Star' gesucht habe." Vollends zum Ritterschlag für Labonte gerät die Lobeshymne angesichts der Tatsache, dass die teilweise im argentinischen Buenos Aires residierende Künstlerin mit Ivan Moody von FIVE FINGER DEATH PUNCH ursprünglich einen ganz anderen Shouter für das Duett auf dem Zettel hatte. Statt seiner kommt nun Bandkollege Jason Hook als einer von gleich zwei prominenten Gitarristen bei der ersten Auskopplung 'Falling Awake' zum Einsatz. "Joe Satriani hatte ich dabei als erstes im Sinn, nicht zuletzt weil mein Bassist Doug Wimbish ihn persönlich kennt und bereits mit ihm zusammengearbeitet hat", gibt Tarja zu Protokoll. "In einem der Songs wollte ich unbedingt ein richtig rockiges Gitarrensolo haben, aber nachdem ich zusammen mit Johnny Andrews alle Stücke geschrieben hatte, gab es immer noch keines. Deshalb habe ich es kurzerhand nachträglich für 'Falling Awake' komponiert und Joe den Song geschickt. Als er mir dann versicherte, dass er den Track liebe und das Solo spielen wolle, war ich total aus dem Häuschen. Er ist ein so phantastischer Gitarrist und ich besitze viele seiner Platten, dass ich sehr stolz darauf bin, ihn als Gast für mein Album gewonnen zu haben. Jason wiederum kam ins Spiel, weil durch meine Suche nach einem Duettpartner der Kontakt zu FIVE FINGER DEATH PUNCH bestand. Er wollte eigentlich das Solo auf meiner Version des WHITESNAKE-Klassikers 'Still Of The Night' übernehmen, aber dafür war neben dem Orchester kein Raum mehr. Meine Intention war, ein wenig vom Achtziger Jahre-Feeling des Originals abzuweichen und das Publikum stattdessen mit einem moderneren Riffing und wunderschönen Orchesterarrangements zu überraschen – was sich im Studio als ganz schön schwieriges Unterfangen herausstellte, das ich aber dank der gesanglichen Unterstützung meiner beiden Brüder bewältigen konnte. Aber zurück zu Jason: weil es mit 'Still Of The Night' nicht klappte, schlug ich ihm 'Falling Awake' vor, für das er dann seine Variante des Solos ablieferte."

Eine Frage der Größe
Auffallend ist, dass sich die nordeuropäische Chanteuse immer wieder zu den Hardrock- und Metal-Heroen der Achtziger Jahre hingezogen fühlt – sei es nun für Coverversionen von deren großen Hits oder für kreative Kooperationen. So ist Tarja mit der Grande Dame des deutschen Metal Doro Pesch mittlerweile nicht nur gut befreundet und wurde zur Jubiläumsshow der Blondine nach Düsseldorf eingeladen, mit ihr nahm sie 2008 auch das Duett 'The Seer' für die gleichnamige EP auf. Erst jüngst steuerte Tarja ihrerseits für das Abschiedsalbum der SCORPIONS den Gesang zu 'The Good Die Young' bei, das sie gemeinsam mit Klaus Meine und Co. Ende März sogar bei Thomas Gottschalks "Wetten dass...?" im Hauptfernsehprogramm aufführen durfte. Mit der für ihr aktuelles Werk konzipierten Neubearbeitung von WHITESNAKEs 'Still Of The Night' hingegen tritt Tarja gewissermaßen in ihre eigenen Fußstapfen, nachdem sie sich auf »My Winter Storm« ALICE COOPERs Hitgranate 'Poison' vorgenommen hatte. "Das sind genau die Songs, die ich als Teenager gehört habe. Ich liebte Bands wie GUNS N' ROSES oder W.A.S.P. und finde es extrem beeindruckend, dass sie immer noch in der Szene mitmischen. Entsprechend perplex war ich auch, als feststand, dass ich im November zusammen mit ALICE COOPER in Deutschland auf Tour sein werde. Das ist einfach unglaublich, und ich werde jede einzelne Sekunde genießen. Wie ich gehört habe, soll Alice sehr nett und ein echter Gentleman sein. Ich gehe also davon aus, dass ich sehr viel Spaß haben werde und kann die Tour kaum noch erwarten", freut sich Tarja. Gleichzeitig bedeutet die Gastspielreihe im Vorprogramm des US-amerikanischen Vaters aller modernen Schockrocker zumindest auf deutschem Boden eine Rückkehr in die großen Konzerthallen und Arenen, da Tarjas letztjährige Headliner-Tour in vergleichsweise kleinen Clubs Station machte. "In jedem Land wurde ich anders aufgenommen, aber das ist für mich vollkommen in Ordnung. Ich mag es genauso, mit einer aufwendigen Show auf großen Bühnen zu stehen und den Blick über die überwältigenden Publikumsmassen schweifen zu lassen, wie ich die intime Atmosphäre kleinerer Spielorte liebe, wo ich meinen Zuschauern wirklich nah sein und deren Zuneigung zu mir spüren kann. Am wichtigsten ist mir ohnehin das Live-Spielen als solches, das ich immer schrecklich vermisse, wenn ich gerade mal keine Konzerte gebe. Ich ziehe daraus so viel Energie und bin wirklich glücklich, dass in meinem Leben gerade so viele Dinge passieren und neue Herausforderungen auf mich warten. Mich ihnen ohne Furcht zu stellen ist meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit, mich als Sängerin und Künstlerin weiterzuentwickeln."

Carpe diem
Mut zum Risiko musste Tarja schon Ende 2005 beweisen, als sie sich nach der für viele doch eher unerwarteten Trennung von ihrer damaligen Band NIGHTWISH und einer ersten Phase des Schreckens dazu entschloss, fortan im Alleingang weiterzumachen und sich dafür nicht in die vermeintlich sicherere Welt der klassischen Musik zurückzuziehen, sondern dem Metal-Universum treu zu bleiben, das ihr über die Jahre zahlreiche Fans und Freunde beschert hatte. Die Entscheidung, sich mit »What Lies Benath« als Solosängerin und zum ersten Mal auch als alleinige Produzentin zu präsentieren, kann in diesem Zusammenhang als weiterer wichtiger Schritt gewertet werden, sich endgültig von ihrer Vergangenheit als bloßes Ensemblemitglied zu lösen. "Es war schön, zu einer Band zu gehören, aber andererseits habe ich das beglückende Gefühl, dass meine jetzigen Begleitmusiker, die mit mir zusammen aufnehmen und touren, schon zu meiner eigenen Band geworden sind. Wir haben so viel Spaß miteinander, und es steht absolut nichts zwischen uns, was da nicht hingehören würde. Noch nie hatten wir Streit oder heftige Diskussionen, weil jeder auf den anderen Rücksicht nimmt. Nach dem vielen Kummer und den Problemen, denen ich in meiner Karriere und meinem Privatleben ausgesetzt war, ist mir bewusst geworden, dass meine wichtigste Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, dass sich die Menschen mit denen ich arbeite bei mir wohl fühlen – was mir offenbar ganz gut gelungen ist. So sieht zumindest der aktuelle Stand der Dinge aus, wobei natürlich niemand wissen kann, wie lange es so bleiben und meine Solokarriere anhalten wird. Deshalb versuche ich, aus jedem Augenblick meines Lebens das Beste zu machen. Und genau darüber habe ich auf »What Lies Beneath« geschrieben." Der Titel und das darauf aufbauende Konzept des Albums standen dabei schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt fest, noch bevor die einzelnen Stücke komponiert waren. Angeregt durch Bilder von zauberhaften Unterwasserwelten und -wesen, kreierte Tarja vor drei Jahren die Fantasy-Figur Naiad und den die Texte verbindenden Erzählstrang. "Ich bin eine Träumerin in der Hinsicht, dass ich beim Schreiben meiner Stücke in eine verträumte Welt eintauchen und Illusionen erschaffen möchte", erläutert die anmutige Schönheit. "Der Titel »What Lies Beneath« war dabei so inspirierend für mich, dass ich darüber texten wollte, was in unserer Welt oder unseren Mitmenschen unter der Oberfläche schlummert. Freunde oder die Person, mit der man sein Leben teilt, glaubt man oft in- und auswendig zu kennen, bis man an einen Punkt gelangt, an dem völlig neue und überraschende Seiten an genau diesem Menschen zutage treten. Mehr oder weniger drehen sich alle Songs um den Aspekt, dass man grundsätzlich immer zweimal hinsehen muss, um den Dingen wirklich auf den Grund gehen zu können."
Daniela Sickinger

Tracklist Dauer
1 - Anteroom of Death 4:41
2 - Until My Last Breath 4:24
3 - I Feel Immortal 4:38
4 - In For a Kill 4:38
5 - Underneath 5:27
6 - Little Lies 4:37
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