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MICHAEL SCHENKER GROUP

MSG: Drei Buchstaben, eine Legende. Nach zwei phänomenalen Platten unter dem Banner Michael Schenker Fest kehrt eine Gitarrenlegende zurück zu ihren Wurzeln. Mit der Michael Schenker Group (MSG) begann 1979 eine der glorreichsten Solokarrieren, die der Hard Rock je gesehen hat. Zwar hätte auch wirklich niemand etwas anderes erwartet, wenn jemand wie der frühere Scorpions- und UFO-Gitarrist als Solitär antritt; doch was Michael Schenker in den letzten 50 Jahren aufgebaut hat, was er alles erreicht, wen er alles beeinflusst und wer mit ihm gespielt hat, füllt Bücher und ist der Stoff, aus dem die hart rockenden Mythen sind.

Michael Schenker ist das nicht so wichtig. „Ich habe nie zurückgeschaut“, stellt er trocken fest. Deswegen hat er auch erst sehr spät gemerkt, welchen Einfluss sein Gitarrenspiel in der Welt des Metal und Hard Rock hinterlassen hat. Zumindest ist es nicht jedem vergönnt, von James Hetfield, Kirk Hammett, Dave Mustaine, Dimebag Darrell, Slash oder Kerry King als großer Einfluss angesehen zu werden. Doch um Schenker zu verstehen, muss man eines verstehen: Er ist nicht hier, um angebetet und verehrt zu werden.

Er ist nicht hier, um reich zu werden. Er ist hier, um zu spielen. Und das tut er heute, mit schlanken 65, so pointiert, virtuos und berauschend wie eh und je. „Im Kopf bin ich immer noch 16“, sagt er und lacht. „Ich wollte nie Ruhm oder Erfolg. Ich war zufrieden, wenn ich mich wie ein Kind im Sandkasten mit dem beschäftigen konnte, was ich am meisten mochte. Ohne Konkurrenz, ohne Vergleiche, einfach die pure Freude an der Kreativität. Und das geht nun mal nicht besser als mit einer Gitarre. Sie ist einfach das beste Instrument, um etwas auszudrücken. Es gibt keinen vollständigeren Klang.“

Passend zu seinem 40. Jahrestag als Solokünstler und zu seinem 50. Geburtstag als Musiker kehrt er deswegen mit der unsterblichen Michael Schenker Group zurück. „Immortal“ heißt das Werk, das vom wahrscheinlich stärksten Line-Up seiner langen Karriere eingespielt wurde, ein Derwisch von einem Album, der so frisch, hungrig und agil aus den Boxen springt, dass allen Jungspunden da draußen die Ohren glühen müssten. Das hier, meine Damen und Herren, ist Hard Rock allererster Güteklasse, geschmiedet im Herz des Vulkans und entfesselt von echten Überzeugungstätern, die ihre Seele schon vor langer Zeit dieser Musik überschrieben haben. Und wenn einer wie Michael Schenker ruft, dann kommen sie alle. Zu hören ist die sensationelle Stimme des chilenischen Hard-Rock-Wunders Ronnie Romero (Rainbow), begleitet von Ralf Scheepers (Primal Fear), Joe Lynn Turner (ehemals Deep Purple) sowie Schenkers getreuen Komplizen Michael Voss (Mad Max), der die Scheibe abermals gemeinsam mit Michael Schenker produziert hat – lupenrein, druckvoll und unter Volldampf, als hinge ihr Leben davon ab.

An der Instrumentalfront geben neben Michael Schenker an seiner ikonischen schwarzweißen Flying V von Dean auch Bassist Barry Sparks (Dokken), Keyboarder Steve Mann sowie die drei Schlagzeuger Bodo Schopf, Simon Phillips (ehemals Toto) und Brian Tichy (ehemals Whitesnake) Vollgas; Keyboard-Hexer Derek Sherinian (Dream Theater, Black Country Communion) feiert zudem seine Feuertaufe im zackig ballernden, Blasen schlagenden Opener „Drilled To Kill“, angepeitscht von Ralf Scheepers‘ entfesseltem Gesang. „Das sind außer mir natürlich alles technisch sehr erfahrene Leute mit eigenen Studios“, meint Schenker augenzwinkernd ins einer typischen Bodenständigkeit. „Dadurch wird es einfacher. Ich war der einzige, der während des Shutdowns viermal von England eine achtstündige Bootsfahrt nach Holland und von dort per PKW weiter nach Deutschland zu den Aufnahmen fuhr und dann immer für 14 Tage in Quarantäne ging. Keine schöne Sache, die ich niemandem empfehle“, stellt er fest, „aber hätte ich das nicht auf mich genommen, wäre das Album nicht zustande gekommen.“

Es gibt wohl kein besseres Gleichnis für sein Verhältnis zu dieser Musik. Michael Schenker spielt nicht, um zu leben. Er lebt, um zu spielen. Seit 50 Jahren. Besonders exemplarisch wird das im monumentalen Finale „In Search Of The Peace Of Mind“, einer Neuaufnahme des allerersten Stückes, das er jemals geschrieben hat. „Dieses Stück habe ich in der Küche meiner Mutter geschrieben als ich 15 war“, blickt er ein halbes Jahrhundert zurück und grinst breit: „Das Solo in diesem Stück ist so perfekt, da würde ich bis heute keine einzige Note ändern. Für mich ist es das wichtigste Stück der letzten 50 Jahre. Damit hat alles angefangen.“

Als es 1972 auf dem Scorpions-Debüt „Lonesome Crow“ erschien, war Michael Schenker schon zu UFO weitergezogen. Was folgte, waren Jahrzehnte im Hard-Rock-Rausch, auf und jenseits der Bühne, in den verschiedensten Konstellationen und immer mit dem Fuß am Gas. Jetzt holt Michael Schenker die Ernte ein. Gemeinsam mit vielen Vertrauten und Freunden feiert er 50 Jahre Hard Rock, passenderweise mit einem Album, das seine Karriere auf eine dezidiert gegenwärtige Weise Revue passieren lässt. Joe Lynn Turner gibt im schweren Midtempo-Kracher „Don‘t Die On Me Now“ alles, Ronnie Romero darf erstmals im dritten Song „Knight Of The Dead“ zaubern, während Michael Voss unter anderem in der furiosen zweiten Single „After The Rain“ zeigt, dass er vor dem Mikro eine ebenso gute Figur macht wie hinter den Reglern.

Über allem thront Michael Schenker an seiner Gitarre, die ihm einfach überall hin folgt. Heißt natürlich auch, dass sein berühmter Howler wieder zum Einsatz kommt, jener legendäre Magnet, den Schenker seit einigen Jahren am Griffbrett einsetzt. Das ist ja aber eh noch so was, was typisch Michael Schenker ist: Angesprochen auf sein furioses Spiel auf „Immortal“ schaut er nur kurz fragend und sagt dann: „Ich habe einfach nur aus dem Herzen gespielt, wie immer.“ Das ist natürlich schon jetzt die Untertreibung des Jahres 2021 – und das ausgerechnet bei einem Album, das schon jetzt einer der ganz heißen Anwärter auf die Hard Rock/Metal-Platte des Jahres ist.