COMMUNIC - Stildefinition
Es ist gerade einmal drei Jahre her, als die norwegische Band COMMUNIC mit ihrem Debüt »Conspiracy In Mind« reichlich Staub in der Szene aufwirbelte und sich in diversen Metal-Gazetten den Titel ?Newcomer des Jahres? sichern konnte. Bereits ein Jahr später ernteten sie für Album Nummer zwei, »Waves Of Visual Decay«, erneut euphorische Reaktionen. Nun werden weitere Gebete mit dem Release von »Payment Of Existence« erhört.
Dabei war die Band in der Zwischenzeit alles andere als faul, wie uns Bandleader Oddleif Stensland wissen lässt: ?Wir haben zwei Tourneen und diverse Sommerfestivals gespielt, darunter Auftritte in Wacken, auf dem Summer Breeze und dem Bang Your Head. Wir hatten auch schon ein paar Ideen für neue Songs, begannen aber erst fokussierter daran zu arbeiten, als wir das Studio gebucht hatten.? Bei der Wahl des geeigneten Klangtempels für »Payment Of Existence« entschieden sich COMMUNIC für die bereits auf den beiden Vorgängern erprobte und bewährte Variante, so dass auch das dritte Album im dänischen Hansen Studio aufgenommen wurde. ?Wir sind sehr glücklich. Lediglich die Drums mussten in Norwegen eingespielt werden, weil Tor-Atle (Andersen) seiner Arbeit nicht so lange fern bleiben konnte. Aber vielleicht ist es an der Zeit, mit den Aufnahmen zum nächsten Album mal ein neues Studio auszuprobieren, um neue Einflüsse in den Sound integrieren zu können.? Zunächst mal gilt es jedoch, den Fans das aktuelle Machwerk nahe zu bringen, weshalb COMMUNIC so schnell wie möglich zurück auf die Bühnen dieser Welt wollen: ?Hoffentlich schaffen wir es, eine coole Tour zusammenzustellen, um unser neues Album zu präsentieren. Bislang sind wir allerdings erst für ein paar Festivals im kommenden Sommer gebucht.?
Bleibt noch die Frage nach der tieferen Bedeutung des Album-Titels »Payment Of Existence« zu klären. ?Ich denke, es kann verschiedene Dinge bedeuten, aber das herauszufinden überlassen wir gerne dem Hörer selbst?, will sich Oddleif nicht so recht festlegen, bevor er dann doch einige Interpretationsmöglichkeiten zu Protokoll gibt: ?Für mich persönlich steht der Titel vor allen Dingen für die Opfer, die man bringen muss, um in dieser Welt zu existieren, sei es damals in den altertümlichen Kulturen oder auch in der heutigen Zeit. Was müssen wir zahlen, um jemand Bedeutendes zu sein, der aus der Masse heraus sticht??
Dazu ist »Payment Of Existence« in jedem Fall ein guter Anfang, auch wenn die Unterschiede zu den Vorgängern nur marginal sind. Stagnation lässt sich Oddleif aber nur sehr ungern vorwerfen: ?Wir haben nicht versucht, etwas völlig anderes zu machen und wir versuchen auch nicht wie andere Bands den angesagten Trends zu folgen. Wir spielen einfach nur die Musik, die von unseren Herzen kommt. Wir glauben aber, dass das neue Album facettenreicher ist, als alles, was wir bislang gemacht haben. Es ist sicher gut, ein paar Änderungen in den Sound einfließen zu lassen, aber ich glaube, dass wir das auch gemacht haben. Für uns ist es also keine Stagnation, sondern eher eine genauere Definition unseres Stiles.?
Timo Beisel
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