KATAKLYSM ? Gestürmte Bühnen und rollende Köpfe
Sie sind die Namensgeber und unangefochtenen Könige des 'Northern Hyperblasts', was KATAKLYSM vor allem live auf dem ganzen Erdball nur zu gerne demonstrieren. In einigen der wenigen ruhigen Stunden und Tage, die den Kanadiern seit der Veröffentlichung ihrer letzten Todeswalze »In The Arms Of Devastation« zur Verfügung standen, haben die vier Knüppel-Veteranen mit »Prevail« mal eben ein Album eingespielt, das ein weiterer Brecher in der Geschichte des fabelhaften Aufstiegs der Band sein wird, davon ist Frontröhre Maurizio Iacono zweifellos überzeugt.
Gerade heimgekehrt von ihrer ersten kleinen Tour auf dem fünften Kontinent, spüren wir beim Schwätzchen mit dem Sänger noch deutlich das Feuer, welches von Konzerten entfacht und genährt wird.
"Die Shows in Australien waren einfach nur der Hammer" entgegnet uns der gedanklich wohl noch auf der Bühne stehende Koloss. "Die Fans "Down Under" haben uns mit offenen Armen empfangen und drehten während unserer Show völlig am Rad und haben teilweise sogar die Bühne in Scharen gestürmt. Genau das ist es ja auch, was KATAKLYSM ausmacht und was wir an dieser Band so sehr lieben. Die Energie, die bei Shows von uns und unseren Fans freigesetzt wird, ist die Magie, die wir so sehr lieben und die wir nie wieder missen möchten."
Magische Momente gab es in den vergangenen Jahren zuhauf, wie die im letzten Jahr Veröffentlichte DVD »Live In Deutschland« umfassend dokumentiert. Andere, nicht minder magische Momente, welche die Fans allerdings nicht miterleben konnten, ereigneten sich laut Maurizio während des Songwritings und der Aufnahmen zum neuen Werk »Prevail«, welches einem tief bis in die Knochen fährt, aber auch einige überraschende Entwicklungen mit sich bringt.
"Für uns ist es ein sehr gutes und viel versprechendes Zeichen, dass wir alle vier absolut zufrieden mit dem neuen Album sind, zumal wir alle einen absolut unterschiedlichen Musikgeschmack haben und sicher auch verschiedene Vorstellungen, wenn wir uns an ein neues Album machen. Mit vier solchen Dickköpfen ist es fast schon ein Ding der Unmöglichkeit, auf einen exakt gleichen Nenner zu kommen und ich glaube, seit »Shadows & Dust« ist es überhaupt erst das zweite Mal, dass wir alle gleichermaßen von dem Ergebnis überzeugt sind. Der Grund hierfür liegt mit Sicherheit auch darin, dass wir dieses Mal als geschlossen Einheit, als ein Team, ans Songwriting herangegangen sind."
Wobei es jedoch gerade vor diesem Hintergrund noch überraschender ist, dass KATAKLYSM nicht einfach einen weiteren Panzer über uns hinweg rollen lassen, sondern einige Trümpfe aus dem Ärmel schütteln, die man in dieser Weise noch nicht gehört hat.
"Auch wenn es in den letzten Jahren vielleicht so war, dass wir mit einem Album seine jeweiligen Vorgänge übertrumpften, ist es für uns keine Maxime, auf Biegen und Brechen eine weitere Steigerung zu erzielen. Wir wollen einfach immer nur das Bestmögliche aus uns herauskitzeln und dafür sorgen, dass wir und unsere Fans die Scheibe lieben. »Prevail« ist bewusst etwas komplexer ausgefallen und nicht ganz so eingängig, wie »In The Arms Of Devastation«, aber die Basis, auf der wir hier und da die Dinge auf den Kopf stellen, ist zu 100% KATAKLYSM. Es kommt für uns nicht in Frage, Alben zu schreiben, die genau so sind und klingen, wie ihre Vorgänger. Deshalb haben wir an vielen Feinheiten gearbeitet und dem Album mehr Tiefe, aber auch mehr melodische Aspekte verpasst."
Bange muss euch deshalb aber noch lange nicht werden, denn wie uns Maurizio abschließend verrät, stehen die Fans immer noch an erster Stelle. "Wir schreiben unsere Songs immer basierend auf ihrer Live-Tauglichkeit, denn alles, was wir schreiben, soll in unserem und in erster Linie auch im Interesse unserer Fans live reproduzierbar sein, mit der klitzekleinen Prämisse, dass Köpfe rollen müssen."
Marcel Rudoletzky
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