MESHUGGAH

The violent sleep of reason PICTURE VINYL

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MESHUGGAH - The violent sleep of reason PICTURE VINYL
  • 2PicLP - 22,99 EUR
  • Artikelnummer:253197
  • Format:2PIC-LP
  • Genre:Death Metal, Progressive Rock/Metal
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2017 feiern die schwedischen Progressive Metal-Pioniere MESHUGGAH ihr 30-jähriges Bestehen. Seit Anbeginn ihrer Karriere strotzen sie jeglichen Einschränkungen, die das Metal-Genre ihnen aufzulegen versucht und stapeln sich komplexeste Songstrukturen zusammen, die sie auf ihren legendären langen Welttourneen auf die Bühnenbretter bringen.

Alles fing im Jahr 1991 mit »Contradictions Collapse« an, doch die Legende von MESHUGGAH wuchs erst vier Jahre später durch ihr bahnbrechendes »Destroy Erase Improve« auf eine stattliche Größe und das nachfolgende »Chaosphere« untermauerte diesen Status. 2002 folgte dann »Nothing«, das sich nicht nur 110.000 Mal verkaufte, sondern der Band auch noch einen Platz im Tour-Line-up von TOOL einbrachte und auch die Nachfolgealben förderten den Ruf der kreativen Eigenbrötler, die zeigten, wozu Metal fähig ist - und dass es da noch eine Unterkategorie gibt, von der sie sich fortan als Gründerväter schimpfen dürfen: Djent. Auch wenn die Band sich herzlich wenig aus Kategorisierungen jeglicher Art macht.

»The Violent Sleep Of Reason«, das neue und mittlerweile achte Album der Band, pflastert den Weg der kreativen Metal-Bildhauer weiter, bringt aber auch neue Magie in die Performance der Band und stellt auf technischer Ebene alles bisher Dagewesene in den Schatten.

„Wir haben eine genaue Vorgehensweise“, erklärt Schlagzeugmeister, Songwriter und Bandkopf Tomas Haake. „Sie hilft der Band, in Schwung zu kommen und das Level an „Swing“ zu erreichen, das der aufmerksame Fan beim ersten Hördurchlauf bemerken wird. Es lässt sich sagen, dass auf »The Violent Sleep Of Reason« mehr „natürliche“ Sounds vorhanden sind. Auf den letzten Alben war alles sehr steril und maschinell, doch diesmal sind es alles saubere, untermengte Aufnahmen und das ist etwas, was wir seit langem nicht mehr gemacht haben. Außerdem schwimmt es gegen den Strom aller anderen Technical Metal-Bands und wir genossen diese Oldschool-Herangehensweise. Diesmal probten wir sogar oft genug zusammen, bevor wir die Songs aufnahmen - das war früher nicht so und meist waren wir zum Zeitpunkt der Aufnahmen aufgrund von Zeitdruck, Finanzen und ähnlichem noch gar nicht in der Lage, die Songs als Band zusammen zu spielen. Auf den letzten Scheiben nahmen wir immer die Schlagzeugparts zuerst auf, legten die Gitarren darüber und schoben dann alles digital an seinen korrekten Platz bis es perfekt saß. Diesmal lief alles viel organischer, wir spielten die Songs gemeinsam ein - die Gitarristen hatten ihren eigenen kleinen Aufnahmeraum, Jens hatte einen, Dick saß direkt neben meinem Drumset und so zockten wir uns gemeinsam durch die Tracks, ähnlich wie die Metal-Bands damals in den 80ern und 90ern. Und dieser Vibe ist in den Songs spürbar. Sie klingen vielleicht nicht mehr so hochgezüchtet, aber dafür liefern sie eine Energie, wie es sie bei MESHUGGAH lange nicht mehr gegeben hat. Die letzten Alben waren zu perfekt - dieses hier ist weniger perfekt, aber dafür lebendiger.“

Diese „Entmaschinisierung“ zeigte sich auch in anderen Aspekten und dem gigantischen MESHUGGAH-Triebwerk wurden weitere unnötige Zahnräder entnommen:

„Wir änderten unsere Ansichten bezüglich des Gitarrensounds“, erklärt Haake, der allerdings auch gesteht, dass die Band weiterhin achtsaitige Gitarrenäxte verwendet und sie einen Halbton tiefer stimmt. „Die letzten Alben waren derart digitalisiert, dass wir vieles nur noch am Computer nachgestimmt haben. Doch diesmal hatten wir sechs Verstärker in sechs verschiedenen Räumen, es war superlaut und jede Kabine wurde unterschiedlich aufgenommen - mit Marshall, Orange und je nach Song mischten wir es unterschiedlich ab. Die langsameren, sludgy Tracks bekamen etwas mehr vom Orange-Verstärker ab, um diesen Stoner-Sound zu erschaffen und für die Tracks aus der metallastigeren Richtung kamen die Marshallgeräte zum Einsatz. So mischten wir für jeden Song unser eigenes, geeignetes Gebräu.“

Doch letztendlich liefert das neue Album immer noch eine wilde Schlacht an verrückten MESHUGGAH-Ideen: „Keiner der Songs sticht so sehr heraus wie 'Bleed' damals auf »ObZen«. Diese Tracks waren einfach nur wahnwitzig übertrieben. Diesmal schrieben Dick und ich die Songs, wir wollten auf »The Violent Sleep Of Reason« einfach etwas haben, das verrückt klingt. Etwas, das wir selbst noch nie zuvor gehört hatten. Hier lässt sich auch zusätzlich sagen, dass Dick noch nie zuvor ins Songwriting eingebunden war und das eine komplett neue Herangehensweise für uns war. Die Riffs klingen ganz anders, da er einen anderen musikalischen Hintergrund besitzt als Marten und Fredrik. Er kennt keine Grenzen und interessiert sich nicht dafür, was man machen kann und was nicht. Er bringt dieses 12-Ton-jazzige-alles-ist-möglich-Gefühl mit.“

Aus textlicher Sicht sticht besonders der Titeltrack mit seinem Djent-Rhythmus heraus. Er basiert auf dem Goya-Gemälde „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“, während der längste Tracks des Albums, 'Clocksworks', von einer unmenschlichen Drum-Performance von Haake aufgerüttelt wird:

„Hier geht es darum, sich selbst zu sehen und die Dinge wahrzunehmen, die man an sich ändern will. All das im Kontext eines Uhrwerks, das unseren Geist symbolisiert. Es geht darum, die kleinen Stecker und Zahnräder herauszunehmen und sie komplett neu zusammenzusetzen, bis der Mensch anders funktioniert. Wie auch der Titeltrack setzt es sich mit dem auseinander, was aktuell in der Welt vorgeht. Ich klage in meinen Songs oft darüber, dass wir uns nicht ausreichend damit beschäftigen, was in der Welt vorgeht, doch andererseits weiß ich, dass ich ebenso Teil des Problems bin, da ich kaum etwas gegen die Probleme in der Welt tue. Demnach halte ich mir mit diesem Song einen Spiegel vor und erinnere mich an alles, was ich an mir ändern möchte, obwohl ich es bisher noch nicht getan habe.“

Hört man sich das schwindelerregende 'Nostrum' oder 'By The Tone' an, fällt es nicht schwer, zu begreifen, weshalb es vier Jahre gedauert hat, bis der neue Longplayer fertiggestellt war. Doch die Komplexität war nicht der einzige Grund:

„Nun, es braucht einfach Zeit, bis wir Songs fertiggeschrieben haben. Wir sind nicht gut darin, uns zu konzentrieren und multitaskingfähig sind wir erst recht nicht. Nicht ein einziges Riff wurde in einem Tourbus geschrieben. Wenn wir demnach zwei bis drei Jahre auf Tour sind, kann man sich sicher sein, dass wir in dieser Zeit nicht schreiben. Und danach möchten wir uns auch mal eine Pause gönnen. Aber wir touren gerne so intensiv und nehmen uns die Zeit, um einen Song fertigzustellen. Ich schätze, unsere durchschnittlich benötigte Zeit für einen Song beträgt zwei Monate, da wir immer wieder Dinge ändern, verwerfen oder verbessern.“

Dafür bekommt die unerschütterliche Fanbase aber auch nichts zu hören, was sie von anderen Bands schon kennt: „Auf unserem ersten Album waren wir noch stark von METALLICA und ANTHRAX beeinflusst, doch danach entschlossen wir uns, ganz eigene Wege zu gehen. Und das ist immer noch unser Hauptziel. Wir schreiben keine Durchschnittssongs oder eingängige Hymnen. Und erst recht keine Hits! Wir wollen einfach etwas Neues erschaffen, doch mittlerweile wird das schwerer und schwerer, da es so viele grandiose Bands auf der Welt gibt, allerdings scheint mir, als seien unsere treuesten Fans keine typischen Metalheads. Wir haben viele Geeks, Nerds und Wunderlinge in unserer Fangemeinde und diese Menschen sind großartig! Viele davon haben selbst immenses Talent und sehen Musik nicht als Unterhaltung, sondern als komplexe Kunstform.“

Doch auch in diesem gewaltigen Malstrom aus Chaos und Komplexität verlieren MESHUGGAH nie den Überblick. So setzen sie Sänger Jens Kidman auch als cleveres Werkzeug ein:

„Wir alle mögen Musik, in der gesungen wird und ich denke, die Stimme ist das Instrument, das die meisten Gefühle transportieren kann. Genau wie ich an den Drums oder die Jungs an den Gitarren, ist auch Jens ein Instrument, das wir zum Ausdruck von Aggression einsetzen. Und oftmals sträuben wir uns sogar dagegen, einen speziellen Vibe durch ihn transportieren zu lassen. Aber ich kann keinen Jazz spielen und er kann nicht „Oh, hey baby“ singen. Er röhrt los oder er ist still. Und an Dynamik liegt uns eher wenig. Entweder „volles Brett“ oder gar nicht. Sicherlich folgen wir manchmal gewissen gewöhnlichen Tonarten, aber ehrlich gesagt legen wir keinen Wert darauf, dass etwas schön klingt. Gelegentlich gibt es Momente, in denen man etwas Ordnung und Schönheit bei uns findet - aber dann ruinieren wir wieder alles“, lacht er. „Schließlich wollen wir alles sein, nur nicht nett.“

Das Album wurde von MESHUGGAH produziert und von Tue Madsen in den Puk Studios, Kaerby, Dänemark aufgenommen.

Tracklist Dauer
1 - Clockworks 7:17
2 - Born in Dissonance 4:34
3 - Monstrocity 6:13
4 - By the Ton 6:04
5 - Violent Sleep of Reason 6:51
Tracklist Dauer
1 - Ivory Tower 4:59
2 - Stifled 6:31
3 - Nostrum 5:15
4 - Our Rage Won't Die 4:41
5 - Into Decay 6:32
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