Obwohl sich ANVIL bereits seit mehr als drei Jahrzehnten auf einer wahren Achterbahnfahrt durch die Welt des Rock'n'Roll befinden, bekommt die kanadische Band erst seit der Filmdokumentation "The Story Of Anvil" die ihr zustehende Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit. Der im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Streifen erntete 2008 den Publikumspreis jeweils bei Filmfestivals in Sydney, Los Angeles und im irischen Galway, um ein Jahr später bei den amerikanischen "Independent Spirit Awards" in der Kategorie "Truer Than Fiction" nominiert zu werden. Seither eilt ANVIL nicht nur der glänzende Ruf als eine der beständigsten und rastlosesten Metal-Bands der Welt voraus, sondern auch der einer Gruppe, die METALLICA, MOTÖRHEAD oder auch GUNS N' ROSES nachhaltig beeinflusst hat. "Mit Juggernaut Of Justice" erscheint nun am 17. Juni 2011 über Steamhammer/SPV das neueste Studioalbum des Trios, ein handfestes Metal-Statement, das im Studio von Dave Grohl (FOO FIGHTERS, NIRVANA) unter den wachsamen Ohren von Produzent Bob Marlette (OZZY OSBOURNE, MARILYN MANSON) aufgenommen wurde. Auch Dave Grohl selbst zählt zu den Fans und Freunden von ANVIL, die sich momentan in ihrem vierten oder fünften Frühling wähnen. "Lips klingt 20 Jahre jünger", wundert sich Schlagzeuger Robb Reiner über seinen Gitarristen Steve "Lips" Kudlow, "wie überhaupt die neuen Songs wunderbar frisch und vital sind, sie haben die Energie von 25-jährigen Burschen."
Reiner meint diesen Vergleich ernst. Für ihn besitzt das neue ANVIL-Machtwerk die Kraft, tektonische Erdplatten zu verschieben, Tornados auszulösen und das Universum durcheinanderzuwirbeln. Bob Marlette sei der entscheidende Mann gewesen, um "die Magie des Moments einzufangen", erklärt Reiner, der genau weiß, dass so etwas kein leichtes Unterfangen ist. "Man kann es nicht erzwingen, es geschieht einfach. Entweder es passiert oder es passiert nicht. Das gesamte Album atmet diese positive Stimmung, die ungeheure Frische und Energie." Dabei schlängelt sich "Juggernaut Of Justice" durch unterschiedliche Stimmungen und Tempi. "Swing Thing" ist der wohl ambitionierteste Metal-Jazz-Track dieser Band überhaupt, während "Fukeneh!" die Hymne schlechthin für große Konzerthallen ist. "Paranormal" bezeichnet Reiner aufgrund seines schweren, gefühlvollen Flairs als Ballade."Ein kraftvoller, böser Song, diese Art Energie ist vollkommen neu für ANVIL". hinzu kommen Speed-Thrasher wie "When Hell Breaks Loose" oder "Running" und ein donnerndes Metal-Gewitter á la "New Orleans Voodoo". Dennoch: Schwermut und Trübsal finden auf "Juggernaut Of Justice" nicht statt: "Alle Stücke sind heavy und gleichermaßen positiv, eine Kombination, die man im Hard Rock ansonsten nicht automatisch antrifft."
Doch für ANVIL gibt es zurzeit viele gute Gründe, positiv gestimmt zu sein. Sie blicken niemals zurück im Zorn auf die schwierigen Jahre, sondern freuen sich über die positiven Resonanzen, die ihnen seit der Veröffentlichung ihrer filmischen Banddokumentation überall entgegenbranden. "Wir genießen jede Sekunde", sagt Steve Kudlow, "so als ob wir soeben ein Pokalfinale gewonnen haben." Während so manch andere Band, die zur gleichen Zeit wie ANVIL gestartet ist, bereits lange nicht mehr existiert, hat sich das kanadische Trio mehrfach in ihrer Laufbahn von innen selbst erneuert. Mit dem vierzehnten Album ihrer Historie stehen die Zeichen mehr denn je auf Sturm: "Wir gingen mit absolutem Feuereifer an die Arbeit", erklärt Kudlow, "das Credo lautete: Dies muss die beste Scheibe werden, die wir jemals gemacht haben. Seit der Veröffentlichung des Films stehen uns alle Türen offen, jetzt wollen wir musikalische Gerechtigkeit."
Und die bekommen ANVIL in der Tat: Seit 2009 hat die Band auf fast allen wichtigen Festivals in Europa gespielt, durfte im vergangenen Sommer zwei AC/DC-Shows in Kanada eröffnen, von denen die eine vor mehr als 55.000 schreienden Fans im Giants Stadium stattfand. Zudem absolvierten ANVIL ihre erste Amerikatour seit zehn Jahren und gehörten zu den Headlinern beim Wacken Open Air, wo sie 80.000 Zuschauer in ausgelassene Feierstimmung versetzten. Insgesamt spielte das Trio seither vor mehr als 300.000 Zuschauer. "Wir haben den Kampf gewonnen", sagt Reiner, "wir haben der Welt gezeigt, dass wir eine richtige Band sind, gute Musiker und das einzig Wahre im Metal." Mehr noch als der Film dokumentiert "Juggernaut Of Justice", dass ANVIL zu den ganz Großen dieses Genres gehören. "Es macht immer noch riesigen Spaß, S-P-A-S-S!", freut sich Rob Reiner, "dieses Album besitzt einen engen Bezug zum Film: Bei beiden geht es darum, niemals aufzugeben, sondern sich selbst treu zu bleiben." Und dann schiebt er noch den alles entscheidenden Satz nach: "Rock'n'Roll ist nun einmal die beste Religion der Welt. Deswegen sind wir immer noch dabei. Warum sollten wir aufhören?" Ein besseres Motto für "Juggernaut Of Justice" könnte es nicht geben.
ANVIL live 2011:
19.06. D-Berlin - Magnet
28.06. CH-Luzern - Konzerthaus Schüür (mit Dio Disciples)
06.07. D-Münster - Gleis 22
08.07. D-Hamburg - Knust
09.07. D-Aschaffenburg - ColosSaal
10.07. D-Köln - Luxor