PAIN

We come in peace

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PAIN - We come in peace
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  • Artikelnummer:206498
  • Format:Blu-Ray+2CD
  • Genre:Industrial Metal
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Aus dem BLAST!-Magazin:

Mit »We Come In Peace« wirft Peter Tägtgrens Industrial-Metal-Koloss PAIN seine zweite DVD auf den Markt. Die ist randvoll, läuft praktisch über vor guter Musik und irrwitzigen Backstage-Einblicken und zeigt PAIN als das, was es ist: Eine kompromisslose Live-Macht, die noch jeden mitgerissen hat.
Mittlerweile dürfte es wissenschaftlich bestätigt sein: Peter Tägtgren braucht keinen Schlaf. Wenn er mal nicht gerade mit PAIN oder ­HYPOCRISY um die Welt tourt, verhilft er Bands wie ­Dimmu ­Borgir, Immortal oder Amorphis zu einem unverkennbar massiven Sound. Mit letzteren arbeitet Peter gerade, als wir ihn spät in der Nacht ans Telefon holen. Für ihn, den Schlaflosen, den Workaholic der Metal-Welt, natürlich kein Problem. „Ich nehme gerade mit Amorphis ihr neues Album auf“, steigt er putzmunter in das Gespräch ein. „Gerade ist der Gesang dran. Insgesamt wollen wir 14 Songs aufnehmen und ich würde sagen, wir haben die Hälfe geschafft.“ Ein Leben ohne Arbeit – für Tägtgren nicht vorstellbar. Gerade eben erst ist die zweite PAIN-DVD »We Come In Peace« fertig geworden, auch die letzten Monate waren für den Schweden alles andere als Sommerferien. „An der DVD habe ich zwar nicht allein gearbeitet, denn Ville hat einen Großteil des Schneidens übernommen. Langweilig wurde mir dennoch nicht“, grinst er. „Für mich standen vor allem Konzerte an, außerdem habe ich an neuem Material für Hypocrisy geschrieben.“ Obwohl der Anlass dieses Gesprächs PAIN ist, lässt eine solche Meldung natürlich hellhörig werden. Peter zeigt Erbarmen: „Das nächste Hypocrisy-Album soll am 22. März 2013 erscheinen. Obwohl ich vorab nicht gerne darüber rede, kann ich jetzt schon sagen, dass es ein klassisches Hypocrisy-Album werden und niemanden enttäuschen wird.“
Das hätte auch niemand gedacht. Seit Jahren sorgt er mit seinen beiden Bands für konstant gute Scheiben und explosive Konzerte, konnte in der jüngeren Vergangenheit insbesondere PAIN Stück für Stück nach oben bringen. No pain, no gain, sozusagen. „Haargenau“, lacht Peter. „Es ist eine Menge passiert, seit »You Only Live Twice« veröffentlicht wurde – vor allem auf dem Livesektor waren wir seit Juni 2011 sehr aktiv. Touren, Festivals... wir wollten so viel wie möglich raus in die Welt.“ Das ist im Grunde erstaunlich, schließlich war PAIN zu Beginn als reines Studioprojekt geplant. „Das ist ja das Lustige“, stimmt Peter zu. „Ich wollte PAIN eigentlich als reines Studioprojekt behalten – und mittlerweile verbringen wir einen guten Teil des Jahres auf der Straße. Ganz schön krass, wenn man bedenkt, dass wir anfangs nur drei Wochen pro Jahr unterwegs waren. Wir wachsen als Band und gewinnen ständig neue Fans dazu – vor allem weibliche in letzter Zeit, was mich wundert.“ Eng mit dieser Entwicklung verknüpft ist auch das Zusammenwachsen von PAIN als richtige Band. Der Schwede, der auch Peter Insomniacgtren heißen könnte, nickt: „Dieses Line-Up existiert seit fünf Jahren, in dieser Zeit wächst man natürlich zusammen. Abgesehen von den Touren und Proben bin ich aber immer noch allein im Studio und habe das letzte Wort.“ Und dass das in den vergangenen Jahren mehr als gut funktioniert hat, ist kein allzu großes Geheimnis.
Mit der brandneuen Live-DVD wird dieser gute Ruf nun noch weiter zementiert: Zwei Liveshows, haufenweise haarsträubende bis brüllend komische Backstage-Filmchen, Videos, eine sehr private Bildergalerie... »We Come In Peace« ist randvoll mit Sex, PAIN und Rock ‘n‘ Roll. Dass die Show im Stockholmer Club Debaser Medis nur so etwas wie eine Notlösung war, merkt man zu keiner Sekunde: Die Band ist gut aufgelegt, die Menge tobt, der Sound drückend. „Der letzte Gig der „You Only Live Twice“ Tour fand in Stockholm statt. Und da der Typ, der auch die letzte HYPOCRISY-DVD gemacht hat, aus Stockholm kommt, lag es natürlich nahe, das Ganze dort anzugehen“, so Peters eher trockene Meinung von der beeindruckenden Show. Ein echter Perfektionist, der sich nicht so schnell zufrieden gibt. „Außerdem fiel unser Gig dort auf einen Sonntag – und an einem Sonntag ist Stockholm meist toter als ein Friedhof. „Insgesamt war sie kein guter Spiegel der vergangenen Tour.“ Doch um neue Ideen ist Herr Tägtgren nie verlegen: „Wir beschlossen, mehr Kram auf die DVD zu nehmen, weil ich zeigen wollte, was wir auf dieser Tour alles erlebt haben. Ich wollte mehr Action, mehr Leute, mehr Wahnsinn. Also klapperte ich die Festivals ab, auf denen wir gespielt hatten, und kam sehr schnell zum Masters of Rock in Tschechien, wo wir eine verdammt coole Show gespielt haben.“ So wurden letztlich beide Aspekte des PAIN‘schen Bühnenlebens auf dieser digitalen Scheibe vereinigt: eine kleine Clubshow und ein großes Festival mit ordentlich Rambazamba und Getöse.
Übrigens sah es am Tag der Stockholm-Show nicht immer danach aus, dass diese überhaupt stattfinden konnte. Peter erinnert sich nur sehr ungern an das böse Erwachen am Morgen vor dem Auftritt. „Meine Stimme war völlig im Arsch“, flucht er hingebungsvoll. Natürlich merkt man ihm das auf der DVD nicht an, „Das Adrenalin“, kommentiert Peter salopp. „Das Adrenalin treibt dich an. Du fühlst dich nur geistig scheiße, aber körperlich geht dann doch noch mehr als man immer denkt.“ Mehr als bei anderen Bands geht es bei PAIN auch nach den Shows zur Sache. Mit Ausnahme der Stockholmer DVD-Aufnahme, nach der Peter gleich brav nach Hause gefahren ist, sind PAIN berüchtigt dafür, auf Tour wie eine wilde Horde entlaufener Wahnsinniger durch Backstagebereiche und Hotelzimmer zu wüten. „Ich muss von Zeit zu Zeit das kleine Kind im mir herauslassen!“, lacht er. Was man so alles treibt, ist auf der DVD hautnah nachzuerleben und für Peter so nötig wie ein wohlverdientes Feierabendbier. „Direkt nach einem Konzert kommt es für mich nicht in Frage, Autogramme zu geben, zu duschen und dann schlafen zu gehen. Ich brauche nach einem Konzert vier fünf Stunden, um runterzukommen und mache in dieser Zeit am liebsten Blödsinn. Wir wollen die anderen immer darin übertrumpfen, aber so recht gelingt uns das nicht. Wir sind alle in etwa gleich schlimm, wenn es darum geht, Rock ‘n‘ Roll-Bullshit anzustellen.“
Das Besondere an der DVD: Einerseits unterscheiden sich die Setlists der beiden enthaltenen Konzerte erheblich, andererseits wird die Stockholm-Show immer wieder von kleinen Einspielern unterbrochen, die all das zeigen, was man auf der Bühne nie zu sehen bekommt, man der Band aber immer schon zugetraut hätte. „Es ist langweilig, die Live-DVD eines kompletten Konzerts anzuschauen“, begründet der Bandchef diese Entscheidung. „Zumindest ist es das, wenn die Band nicht Rammstein heißt.“ Schmunzelnd fügt er an: „So weit sind PAIN dann leider doch noch nicht, dafür brauchen wir wohl noch ein paar Jahre. Also wollten wir das Konzert mit verrücktem Kram auflockern, um die Zuschauer wieder aufzuwecken und sie zu unterhalten.“ Mission geglückt. Mehr noch: Schon mit der „Ansprache“ beweist ein alles andere als nüchterner Peter Tägtren, dass ihm nichts peinlich ist. Mehr Rockstar geht nicht. „Oh je, erinnere mich nicht daran!“, stöhnt er. „Das wurde in Istanbul nach dem »Follow Me«-Videodreh aufgenommen. Direkt nach dem Dreh ging es in ein Restaurant, wo wir uns dann sehr schnell sehr zulaufen ließen. Ich kann mich absolut nicht daran erinnern, was ich da von mir gegeben haben.“ Neben derlei Entgleisungen hat es Peter auf Tour insbesondere eine liebgewonnene Tradition angetan, ohne die kein PAIN-Gastspiel über die Bühne geht: „Unser berühmter Prügel-Contest ist schon lange sehr populär“, grinst er. „Man kann mit einem Tisch, einem Stuhl oder sonst was verhauen werden. Das ist extrem lustig, tut aber weh wie die Hölle.“ Etwas anderes hätten wir bei diesem Bandnamen auch nicht erwartet.
Björn Springorum

Review

Mehr PAIN geht nicht!
Wenn Metal-Tausendsassa Peter Tägtgren etwas anpackt, gibt er immer alles. Und gar ein wenig mehr. Das zeigt sich auch bei der zweiten offiziellen PAIN-DVD, die unter dem schicken und durchaus trügerischen Namen »We Come In Peace« erscheint. Trügerisch, weil eine PAIN-Show in der Regel keinen Stein auf dem anderen lässt, die dazugehörige Aftershow-Party gut und gerne als Schrecken jedes Hotelbesitzers angesehen werden kann. Dieser Mann ist purer Rock'n'Roll – und das zeigt er auf diesem randvollen DVD/CD-Package mehr denn je. Komplette Shows aus dem Stockholmer Club Debaser Medis und vom tschechischen Masters of Rock zeigen die unnachgiebige Livepower, die explosive Energie dieser Band, die von der ersten bis zur letzten Sekunde das Gaspedal durch den Boden rammt und keinen der unverzichtbaren Hits auslässt. Mindestens ebenso erstklassig sind jedoch die zahlreichen Backstage-Filmchen ausgefallen, die Peter und seine Bande bei dem zeigen, was sie nach musizieren am besten können: Betrunken Unheil stiften und Mist bauen. Herrlich absurd, sehr privat und ein weiterer Baustein im metallischen Tägtgren-Denkmal. Pflichtstoff!
Björn Springorum

Tracklist
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