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WHILE HEAVEN WEPT

Fear of infinity

WHILE HEAVEN WEPT - Fear of infinity
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Artikelnummer:
177440
Format:
CD
Genre:
Doom/Stoner/70ies
Verfügbarkeit:

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Produktbeschreibung

Genre-prägend und gleichzeitig Genre-sprengend: Progressiver Epic Doom aus Virginia!

Interview

WHILE HEAVEN WEPT
Die Band der Stunde

Einen Schnellschuss kann eine Band wie WHILE HEAVEN WEPT gar nicht hinlegen. Sobald sich Mastermind, Gitarrist und Sänger Tom Phillips an ein neues Album macht, kann man davon ausgehen, dass ein melancholisches Meisterwerk ansteht, das in mühevollster Kleinarbeit auf Hochglanz poliert wurde. Deshalb
mussten Fans oft auch lange Jahre auf neues Material warten – nun aber erscheint mit »Fear Of Infinity« bereits zwei Jahre nach »Vast Oceans Lachrymose« der Nachschlag!
Und das, obwohl es hinter den Kulissen einige Höhen und Tiefen zu vermelden gibt. „Das gegenwärtige Line-Up ist das stärkste, das wir je hatten – sowohl in musikalischer als auch persönlicher Hinsicht. Die Stimmung ist sehr familiär, was natürlich Sinn macht, da es sich bei ein paar Fällen tatsächlich um Familienbande handelt. Dazu sind wir alle ungefähr im selben Alter und haben dieselben musikalischen Vorlieben. Und obwohl »Fear Of Infinity« einigen emotionalen Tribut von uns allen gefordert hat, denke ich im Allgemeinen, dass alle stolz darauf sind, was wir in einer überraschend kurzen Zeit geschafft haben. Und wir werden uns sicher wieder besser fühlen, wenn wir wieder zusammentreffen und auf der Bühne stehen!“, so Tom, der damit auch gleich klarstellt, dass WHILE HEAVEN WEPT in diesem Leben wohl keine Frohnaturen mehr werden. Nicht verwunderlich nach Tränendrüsen-Klassikern wie etwa ’Thus With A Kiss I Die’!

Das Leben ist kein Ponyhof!
„Alle WHILE HEAVEN WEPT-Alben gründen sich in sehr realen Emotionen, und ich kann keine Musik spielen, die ich nicht wirklich fühle“, erklärt der bärtige Bandboss. „So, wie sich unsere Lebensumstände ändern, ändert sich auch die Musik passend dazu.“ Aber irgendwann muss es doch auch mal was zum lachen geben? „WHILE HEAVEN WEPT waren schon immer vornehmlich ein Ventil, um mit Verlust, Depressionen, Konflikten, Frustration und so weiter umzugehen. Alles, wovon ich meine Seele reinigen muss, damit ich ein relativ normales Leben führen kann.“ Was natürlich auch für den Hörer kathartische Wirkung haben kann, wie Tom bestätigt. „Seit dem »Of Empires Forlorn«-Album gibt es so was wie ein „hörbares Paradoxon“ in unserer Musik, sie kann gleichzeitig vernichtend und erhebend wirken…und »Fear Of Infinity« ist da keine Ausnahme. Es ist schon möglich, dass wir mal ein gut gelauntes Album abliefern könnten, aber der Zyniker in mir sagt, dass das sehr unwahrscheinlich ist.“ Und so ist auch der aktuelle Silberling nicht unbedingt passende Party-Hintergrundmusik geworden, sondern viel eher ein melancholisches Kunststück, dem ein Konzept zugrunde liegt. „Das ist nicht geplant gewesen. Unbewußt durchlief ich mehrere Stadien der Trauer, die durch diese Musik ausgedrückt werden, die in einem Abschluss von dem endeten, womit ich auf »Vast Oceans Lachrymose« begann, mich zu beschäftigen. Der Schock und das Ungläubige sollen durch den Hörer erfahren werden. Musikalisch und textlich startet »Fear Of Infinity« mit Wut, die in Depression mündet, und schlussendlich Akzeptanz.

Aufwühlend und emotional
Auch, wenn man die Texte außen vor lässt und sich rein mit dem Klangwerk beschäftigt, ist »Fear Of Infinity« ein Erlebnis der Sonderklasse, das viel Aufmerksamkeit vom Endverbraucher fordert. Tom selbst rät dazu, sich intensiv und auf lange Zeit mit den neuen Songs auseinander zu setzen. „Im technischen Sinne ist das Album nicht komplexer, sondern eher direkter als das sehr progressive »Vast Oceans Lachrymose«. Von den Harmonien her ist es allerdings ausgefeilter als alles, was wir je gemacht haben, besonders im Gesangsbereich. Aber der Grund, warum es – auch für mich - einige Durchläufe braucht, um es zu verstehen, ist die Tatsache, dass es emotional gesehen so unfassbar intensiv ist. Es ist eines der rohesten Alben, die ich je gehört habe, auf Gefühlsbasis beurteilt.“ Dementsprechend ist auch vom Fan gewünscht, sich darauf einzulassen, und ein lauwarmer Empfang wäre für Tom wohl das Schlimmste. „Ich möchte, dass die Leute stark darauf reagieren. WHILE HEAVEN WEPT sollen polarisieren, wenn am Schluß auch das Wichtigste ist, meine eigenen emotionalen und spirituellen Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn wir aber weiterhin Musik veröffentlichen, bei der Menschen mitfühlen können oder sich nicht mehr so einsam fühlen, dann ist das etwas ganz besonderes!“ Dabei bedient sich die Band eines gigantischen Spektrums an Einflüssen und Stilrichtungen – kein Wunder, dass sogar die Fachpresse nach den eher episch-doomigen Anfangstagen von WHILE HEAVEN WEPT ins Rudern gerät, das Phänomen in eine Schublade zu pressen. „Gefühlvoll, melodisch, episch, dunkel, heavy, spacig, progressiv“, wirft der Sänger / Gitarrist in die Runde. „Es gibt kein einzelnes Genre, das unseren Sound treffend beschreibt…vielleicht „Universal Metal“, wenn sich anschaut, wie viele Subgenres wir in unserer Diskografie schon durchhaben. Der Einfachheit halber wäre ich aber auch zufrieden mit Epic Metal, Epic Doom Metal, Progressive Metal / Rock oder einfach nur Heavy Metal. Wirklich bequem passen wir da aber auch nirgendwo rein.“

Zukunftsmusik
Ein mitreißendes Erlebnis stellen WHILE HEAVEN WEPT allerdings auch live auf den Bühnen dieser Welt dar! Nach über 20 Jahren Bandgeschichte sind die Amerikaner auf einem atemberaubend perfektionistischen spieltechnischen Level angekommen, das bald auf gemeinsamer Tour mit PRIMORDIAL zu bestaunen sein wird. „Das ist nur meine bescheidene Meinung, aber PRIMORDIAL sind eine der wenigen zeitgenössischen Bands, die ich sehr mag. Das ist eines der tollsten Billings aller Zeiten!“, freut sich Tom schon mal. Ansonsten wird ihm wohl in absehbarer Zeit auch nicht langweilig: „Ich würde gerne unsere frühen Alben mit dem aktuellen Line-Up noch mal einspielen. Und bevor diese Band irgendwann das Zeitliche segnet, werden wir genau das erreichen.“
Nadine Fiebig

Review

Epic Metal
37:10 Min.
Emotionales Meisterwerk
Auch, wenn Bandkopf und Songschreiber Tom Phillips sein neues Album »Fear Of Infinity« scherzhaft als „Schnellschuss“ bezeichnet, da es im Vergleich zu früheren Werken nicht annähernd soviel Zeit verschlang: WHILE HEAVEN WEPT haben erneut ein durchdachtes, anspruchsvolles Stück Herzblut abgeliefert, das all jene begeistern wird, die schon mit dem vorangegangenen »Vast Oceans Lachrymose« (2009) ihre neue Lieblingsband entdeckt hatten. Alte Fans der Combo aus Virginia werden zwar bemängeln, dass der einstige Doom-Faktor nahezu völlig verschwunden ist, aber was sind schon Stilbezeichnungen bei einer Band, die vielschichtige und traumhafte Songs wie ’Destroyer Of Solace’ schreiben kann? Und was sind schon Stilbezeichnungen bei einer Band, die innerhalb eines Songs die Komplexität von - sagen wir mal - RUSH auf CANDLEMASS-artige Melodieführung und dann auf Proto-Black Metal-Nuancen a la BATHORY treffen lassen kann, ohne auch nur ansatzweise ins Schwitzen zu geraten? Nennen wir es also schlicht „Metal“, was hier vor sich geht, und der wird auf »Fear Of Infinity« gewohnt zeitlos und hochemotional zelebriert (böse Zungen behaupten, Tom Phillips schreibt seine besten Songs nur bei Liebeskummer bzw. bei Todesfällen). Mut zum Pathos wird im hause WHILE HEAVEN WEPT ebenfalls schon seit jeher groß geschrieben, und Neu-Sänger Rain Irving, der Herrn Phillips nach langen Jahren am Mikrofon abgelöst hat, kommt da gerade recht: stimmlich ist er seinem Vorgänger natürlich absolut gewachsen und scheint sehr bemüht zu sein, dessen gewohnte Intonation zu imitieren und zu vertiefen. Zusammen mit der wirklich unfassbar ausgeklügelten und irrwitzigen Gitarrenarbeit plus den todtraurigen Keyboardteppichen ergibt sich dann summa summarum ein tiefschürfendes, ja forderndes Stück Musik, das Euch auch noch nach 20 Durchläufen begeistern und neue Details eröffnen wird. Und wer nach einer Platte sucht, bei der man so richtig mitleiden, mitfiebern und gleichzeitig auch noch das Haupthaar schütteln kann: ihr habt sie gefunden!
Nadine Fiebig

Trackliste Dauer
1 - Hour of reprisal 3:46
2 - Destroyer of solace 2:40
3 - Obsessions now effigies 4:37
4 - Unplenitude 3:21
5 - To grieve forever 6:12
6 - Saturn And Sacrifice 5:24
7 - Finality 11:07
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