TOMAHAWK

Anonymous


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TOMAHAWK - Anonymous
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  • Genre:Rock/Alternative
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Fan Review

Visions, 9/12 Punkte
„Nicht zuletzt wegen ihrer gemeinsamen Platten wird die Verbindung zwischen Mike Patton und John Zorn immer ein Thema sein. Obwohl aus unterschiedlichen Richtungen kommend, sind beide hervorragende Regisseure an den Rändern der Musik und ausgestattet mit ungeheurer Neugier und besessen von Entdeckungen im antikommerziellen Niemandsland. Zorn bedient sich dabei gern seines jüdischen Erbes, ist fasziniert von dessen Mystik und übernimmt die folkloristischen Elemente, um sie in der eigenen Kunst zum Thema zu machen. Ganz genauso passiert es nun bei Tomahawk, auch wenn hier Ex-Jesus Lizard- Gitarrist Duane Denison den entscheidenden Anstoß gab: Obwohl selber kein Hopi-Indianer, wühlte Denison im Nachlass des eigenen Landes und findet dort einen spirituellen Schatz voller Mystik mit genügend Raum für eigene Interpretation. Prima, denkt sich Denison, nimmt sich die Aufzeichnungen und Bänder mit nach Hause und holt auf dem Weg seinen Stammes-Kollegen John Stanier ab. Die beiden hocken im Stammland der amerikanischen Seele (Nashville) und machen sich sofort auf ins Recording-Tipi, um dort die Instrumentalspuren aufeinander zu schichten. Patton wartet derweilen in San Francisco auf den Briefträger. Als ihn schließlich die Arbeit der Kollegen aus Nashville erreicht, lässt er die Finger knacksen und beginnt den Schamanen herauszukehren (nicht ohne den von Faith No More zur Genüge bekannten Pathos natürlich), um der Musik durch seine Gesangsarrangements Geist einzuhauchen. Rein instrumental wäre es eine Mischung aus ‘Delirium Cordia’ von Fantomas, den Melvins auf Mescalin und einer Postrockband auf dem Weltmusik- Trip. Mit Patton bekommt die Platte nun aber eine Linie und beginnt eine Geschichte zu erzählen, mischt archaische Rhythmen und Gesänge mit futuristisch-synthetischen Sounds und wendet sich erneut an die, die bereit sind, sich der wüsten musikalischen Selbstverwirklichung eines Mike Patton zu unterwerfen. Mit ‘Anonymous’ werden Tomahawk auf ihre Weise zu den Sun Ra des Rock.“

Musikexpress, 4/5 Punkte
„Neben dem gepflegt durchschimmernden Mystizismus bietet diese früheste Form der amerikanischen Volksmusik, die alles andere als „primitiv“ ist, sondern sich bisweilen komplexer Melodien und Rhythmen bedient, Raum für Pattons Vokalakrobatik und die sanfte Aggressivität Tomahawks“

OX, 9/10 Punkte
„Tomahawk sind immer noch ein schwer verdaulicher Brocken, sind wie ein neuer David Lynch-Film, nur dass im Gegensatz zu ‘Inland Empire’ bei ‘Anonymous’ dem kreativen Kopf nicht die Pferde durchgegangen sind. Die Songs pendeln immer wieder zwischen harschen Rockparts und atmosphärischen Passagen (‘Sun Dance’), teilweise kehrt Patton sogar zu einer Gesangsweise zurück, wie man sie früher von Faith No More kannte (‘Omaha Dance’), und letztlich ist man gut beraten, sich auf dieses oft orchestral anmutende Werk einfach nur einzulassen und zu genießen - wer beim düsteren ‘Totem’ keine Gänsehaut bekommt, ist selber schuld. Mit Sicherheit eine der anspruchsvollsten und unkitschigsten Annäherungen an ein bedrückendes Thema.“

Tracklist Dauer
1 - War song 3:25
2 - Mescal rite 1 2:53
3 - Ghost dance 3:44
4 - Red fox 3:04
5 - Cradle song 4:11
6 - Antelope ceremony 4:00
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