Black Metal
40:46 Min
Attilas Rückkehr: Kein ’De Mysteriis’ zwei, aber bösartig, wie eh und je!
Wer wirklich dachte, MAYHEM würden ihren Meilenstein fortsetzen, irrt. Wie jedes Album der Band unterscheidet sich auch dieses sehr stark von den Vorgängern. Stilistisch schlägt »Ordo Ad Chao« wieder eher in die traditionellere Schiene und geht etwas weg von den Death Metal-Einflüssen. Zwischen vereinzelten, vertrackten Parts bleiben die Riffs meist simpel und schwanken zwischen Mid-Tempo und schleppend, um gezielt in ein wahres Gewitter überzugehen. Blasphemer beweist, dass er als Gitarrist einiges auf dem Kasten hat. Manchmal erzielt er mit simpelsten Griffen das effektivste Ergebnis. Das Zusammenspiel mit Necrobutchers Bass und Hellhammers unglaublichem Drumming erschafft eine kalte, äußerst dunkle, bösartige Atmosphäre. Der Fakt, dass Hellhammer zu den begnadetsten Schlagzeugern im Kosmos gehört, dürfte keine Neuigkeit sein. Wieder einmal drückt er einem Album seinen persönlichen Stempel auf (und dürfte wohl 99% aller Drummer dieses Planeten in die Depression treiben!). Richtig einzigartig wird »Ordo Ad Chao« allerdings erst durch Attilas kranken Gesang. Er growlt, er krächzt, er gurgelt und das immer passend zum momentanen Sound. Ob ’A Wise Birthgiver’, ’Deconsecrate’, ’Illuminate Eliminate’ oder ’Anti’: jeder Track besitzt vor allem dadurch seine eigenen Merkmale und doch klingt alles, wie aus einem schwarzen Guss. Vielleicht mögen MAYHEM einige enttäuschen, da sie wohl nie wieder Songs wie ’Freezing Moon’ schreiben. Doch warum sollten sie die alte Suppe wieder aufwärmen, wenn sie noch in der Lage sind, einen derart unverbrauchten Sound zu erschaffen?
Tobe