EX DEO

Romulus

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EX DEO - Romulus
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  • Genre:Death Metal
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Von den Göttern gegeben - von der Wölfin gesäugt - auf in die Schlacht: EX DEO!

Mehr Info:

Wut und Leidenschaft
Was bewegt einen erfolgreichen Musiker dazu, noch eine weitere Band zu gründen? Im Falle Maurizio Iacono (KATAKLYSM) war es wohl tatsächlich die Liebe zur Geschichte, denn sein Projekt EX DEO, bei dem die anderen KATAKLYSM-Musiker als Backing-Band tätig sind, hat sich vollständig dem alten Rom verschrieben.

Bei seinem klangvollen Namen ist es nicht weiter verwunderlich, dass Maurizio italienisches Blut in seinen Adern trägt. „Ich wollte schon immer eine Band haben, die sich konzeptionell mit dem Römischen Imperium beschäftigt,“ beginnt der Sänger. „Davon war ich schon immer fasziniert, und aufgrund meiner eigenen italienischen Wurzeln wollte ich mehr darüber erfahren. Ich habe als Kind Geschichten und Legenden über Rom gehört, und das muss einfach jeden faszinieren. Eine kleine Stadt, die tausend Jahre lang die Welt regiert, das System der ganzen Welt revolutioniert hat, sogar unsere heutige Welt beeinflusst und nebenbei die Kriegskunst perfektioniert hat. Ich bin fasziniert von ihrem Ruhm und ihrer Stärke, ebenso von ihrer Schwäche und ihrem Versagen. Obwohl wir dieses Thema bereits auf KATAKLYSMs »Epic« bearbeitet haben, war ich der Meinung, dass die Musik nicht wirklich zum textlichen Inhalt passt. KATAKLYSM sind halt KATAKLYSM, eine Straßenkämpfer-Band, die keine Gefangenen macht, eben eine rebellische Death Metal-Band. Ich konnte die römische Geschichte dort einfach nicht unterbringen, es passte einfach nicht zusammen, also habe ich mich entschlossen, eine völlig neue Band zu gründen. Diese sollte völlig anders an die Sachen heran gehen als KATAKLYSM, aber eine Sache mit ihr gemeinsam haben: Wut und Leidenschaft.“ Viele Nebenprojekte klingen fast genau so wie die Hauptband des Protagonisten, aber das kam für Maurizio von Anfang an nicht in Frage. „Eine Band zu gründen, die wie meine Hauptband klingt, würde KATAKLYSM sicher nicht helfen und wäre eher uninteressant. EX DEO klingen symphonischer und epischer, melancholischer und barbarischer.“

Alte Bekannte
Umso erstaunlicher, dass Maurizio mit denselben Musikern arbeitet, die auch bei KATAKLYSM die Instrumente bedienen. Die Gelegenheit, mal mit anderen Instrumentalisten zu arbeiten, wäre immerhin günstig gewesen. „Da habe ich lange drüber nachgedacht. Aber die Jungs wollten mir gern dabei helfen, also habe ich zunächst das Demo von ihnen einspielen lassen. Das lief absolut fantastisch, sie liebten die Idee und das Konzept. Stephane ist zwar Bassist bei KATAKLYSM, jedoch außerdem ein ausgezeichneter Gitarrist, er hat klassische Gitarre studiert. Also hat er mir einige Ideen für das Album vorgestellt, und das hat mich schlicht umgeblasen. Ich arbeitete von Beginn an mit den Jungs und wollte ihnen aus Loyalität die Chance geben, bei EX DEO mitzumischen, und sie haben im Gegenzug ihr ganzes Herzblut in das Demo gesteckt. Ich brauchte mich nicht weiter umzusehen, denn Rom war bereits auf dem Demo entstanden. Für den Bass haben wir dann noch Francois Mongrain von MARTYR engagiert, und die Keyboards spielt Jo Leduc von BLACKGUARD. Es kam mir auf das Gefühl an, das transportiert wird, und das habe ich direkt bei meinen Jungs gefunden.“ Um im Studio das richtige Feeling aufkommen zu lassen, hat die Band einen ganzen Sack voll römischer Deko-Artikel aufgestellt. Zudem liefen permanent Filme der Marke „Gladiator“ oder „Spartacus“ im Hintergrund. „So konnten wir sehen, ob die Musik zu den visuellen Darstellungen Roms passt. War das nicht der Fall, sind die Stücke direkt in die Tonne gewandert. Wir haben eine Menge Hirnschmalz und Arbeit in die Sache gesteckt, ich würde niemals den Namen Roms mit schwacher und unwürdiger Musik beschmutzen. Wir hatten am Ende Gänsehaut, als wir uns die Musik anhörten, und genau das war unser Ziel. Ich wollte eine Metal-Version eines römischen Kriegssoundtracks erschaffen, und als wir das geschafft hatten, habe ich das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht bekommen.“

Wölfin vs. Prostituierte
Der Bandname EX DEO bedeutet übersetzt etwa „von Gott“, ein Begriff, mit dem die römischen Politiker und Generäle ihre Entscheidungen rechtfertigten. „Außerdem konnten sie damit die Armeen in den Kampf schicken und die Moral aufrecht erhalten. Damit stellten sie klar, dass die getroffene Entscheidung nicht die ihre war, sondern direkt von den Göttern kam. Je nach Situation beriefen sie sich dabei auf verschiedene Götter, in einer militärischen Situation war das zum Beispiel Mars.“ Als Aufhänger hat Maurizio den Albumtitel »Romulus« gewählt, welcher der Erbauer von Rom war. Er und sein Bruder Remus waren angeblich die Söhne Mars’, wurden dann jedoch ausgesetzt und vorübergehend von einer Wölfin gesäugt. Später erfuhren sie von ihrer wahren Herkunft, und einer von ihnen sollte als Entschädigung die Chance erhalten, eine Stadt zu erbauen. Dies wurde in einem Wettbewerb festgelegt, den Romulus gewann. Als Teile von Rom entstanden waren, verspottete Remus seinen Bruder und sprang über die noch recht kleine Stadtmauer. Da diese in früheren Zeiten als heilig galten, erschlug Romulus daraufhin seinen Bruder. „Klar stelle ich den Bezug für den Hörer zunächst über Romulus her, damit hat schließlich alles begonnen. Diese Geschichte ist relativ bekannt, und Romulus war zudem der erste, der eine organisierte Regierung erschaffen hat. Den Mord an seinem Bruder beging er, um den Leuten zu zeigen, dass er ein konsequenter König und ein Führer sein konnte. Einige Quellen sagen, er wollte dies nicht wirklich tun, andere wiederum sagen, er zeigte von Natur aus keinerlei Gnade. Ich denke nach meinen Studien, dass in beiden Versionen ein Quäntchen Wahrheit steckt. Romulus und Remus waren Zwillingsbrüder, und außer ihrem Blut hatten sie noch gemeinsam, dass sie beide Führernaturen waren. Sie wollten beide Anführer sein und eine Stadt gründen. Als Remus dazu nicht die Chance bekam, stellte er sich gegen seinen Bruder.“ Die Wölfin, von der die Zwillinge gesäugt wurden, ist ein wichtiger Teil ihrer Geschichte, doch ihre Rolle ist diskussionswürdig. Im Lateinischen bedeutet „Lupa“ zugleich „Wölfin“ und „Prostituierte“, und die Göttin Lupa war darüber hinaus im späteren Rom die Göttin der Liebe. „Ich denke, dass die Assoziation, tierisches Blut über Muttermilch mit menschlichem zu vermischen, hier die größte Rolle spielt. Dieses Blut macht Romulus unbarmherzig und diszipliniert. Außerdem befähigte es ihn, eine tödliche Armee um sich zu scharen, die so brutal war, dass sie eine neue Welt erschuf, in der militärische Macht und Strategien die Zukunft bestimmten. Dies ist möglicherweise auf die tierischen Instinkte zurückzuführen, wie sonst könnte man auch seinen Bruder umbringen. Ich denke, die Wölfin ist außerdem ein Symbol für die Jagd.“ Trotz seiner Taten ist Romulus zumindest teilweise als tragische Figur zu sehen, besonders in der Version der Legende – und es gibt einige - die Maurizio verinnerlicht hat. „Romulus und Remus liebten und hassten einander, und als Romulus den Segen der Menschen erhalten hatte (der oben genannte Wettstreit wird auf verschiedene Weisen beschrieben, einige Versionen reden auch von göttlicher Bestimmung – Anm. d. Verf.), wurde seine Bruder eifersüchtig. Romulus erschlug Remus im Streit, aber er wollte dies nicht wirklich. Denn seine späteren Taktiken waren die eines Anführers, nicht aber die eines Tyrannen. Mein Wissen habe ich aber auch nur aus Büchern, ich war nicht dort und kann daher nichts mit Sicherheit sagen. Aber die Story ist fantastisch.“

Kleiner Geschichts-Exkurs
Das Album handelt trotzdem nicht ausschließlich von der Gründung Roms, sondern auch von späteren Begebenheiten. Doch Maurizio stand bei der Zusammenstellung vor einigen Problemen, denn die Geschichte Roms abzureißen, ist nicht schnell nebenbei getan. „Ein chronologischer Abriss von der Gründung bis zum Fall würde locker fünf Alben beanspruchen, und das wäre nur sehr grob. Also habe ich ein Konzept erstellt, dass sich in verschiedenen Zeiten abspielt. Ich beschäftige mich mit Romulus, Julius Cäsar, Marcus Antonius, Pompeji sowie mit einigen wichtigen Kriegen. Weiterhin tauchen Sklaven und Gladiatoren auf, besonders ihre Gedankenwelt. Wie fühlt sich ein Mensch, der das erdulden muss, was sie erdulden mussten? Auf weiteren Alben packe ich dann ganz andere Themen an, es gilt immerhin, tausend Jahre abzudecken.“ Obwohl in Rom in späteren Zeiten Dekadenz einkehrte, sieht Maurizio den Grund für seinen Fall an anderer Stelle. „Rom war paganistisch, und durch das Akzeptieren aller bekannten Religionen in seinem Imperium konnte es wachsen. Als die Römer der Vielgötterei abschworen und christlich wurden, begann das Imperium zu kippen. Einige schreiben die Verantwortung Kaiser Konstantin zu, der verfügte, dass Rom zum Christentum übertreten würde. Andere behaupten, das Christentum sei ein politischer Schachzug gewesen, um die Bevölkerung zu kontrollieren. Dieser Aspekt fällt allerdings in den Bereich Theorie, dafür gibt es keine Beweise. Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns heute auf Latein unterhalten würden, wäre Rom daran nicht zerbrochen.“ Maurizio hat offensichtlich viel Liebe zum Detail in EX DEO gesteckt und sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Auf der offiziellen MySpace-Seite der Band beleuchtet er sogar regelmäßig bestimmte Aspekte Roms. „Daran habe ich viel Freude. Ich finde, es ist wichtig, den Menschen auf eine bildende Art und Weise die Geschichte näher zu bringen und ihnen im gleichen Atemzug klar zu machen, dass man weiß, wovon man redet. Bislang habe ich darauf auch extrem gute Resonanzen erhalten, und ich bin jeden Tag erstaunt, wie viele Ähnlichkeiten zwischen dem alten Rom und der heutigen Welt bestehen. Wenn man ein wenig aufmerksam ist und sich mit den Römern beschäftigt, kann man heute eine Menge Gemeinsamkeiten finden.“

Blick in die Zukunft
Um den Hörer von »Romulus« ganz und gar in die Welt Roms eintauchen zu lassen, hat die Band kürzlich einen Videoclip zum Titeltrack gedreht und ist dafür um die halbe Welt geflogen. „Wir haben intensiv nach den richtigen Partnern gesucht, um unsere Visionen visuell umzusetzen und sie letztlich in den beiden serbischen Regisseuren Ivan und Stacca gefunden. Sie zeigten viel Leidenschaft, als es um die Umsetzung ging. Als ich am Set ankam, waren da sehr viele Menschen, die bereits als Römer gekleidet waren, das Setting war mit viel Liebe zum Detail erstellt worden, es war absolut fantastisch. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber was ich bis jetzt gesehen habe, macht mich sicher, dass es die Leute umblasen wird. Der Clip wird seine Premiere wohl im Mai haben.“ Die Begeisterung für EX DEO scheint sich für den Sänger jeden Tag zu steigern, zumindest steigen seine Ambitionen und Ansprüche. „Als ich die Idee für dieses Projekt hatte, habe ich nicht großartig an touren oder so gedacht, ich wollte einfach ein Album aufnehmen, das mir Freude macht, und das ich mit meinen Fans teilen kann. Als Nuclear Blast das Demo hörten, waren sie allerdings absolut begeistert und haben mir geraten, das Projekt auf das nächste Level zu hieven, der Welt zu zeigen, über was ich rede und damit auf die Bühne zu gehen. Zunächst war ich davon nicht gerade begeistert, aber irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich mir sagte: warum eigentlich nicht? Also wird es diesen Herbst eine Europatour geben, vielleicht im Rahmen des „Paganfest“.“ Wenn »Romulus« von den Fans angenommen wird, möchte Maurizio gern noch ein weiteres Album veröffentlichen. Für ihn sind EX DEO definitiv eine richtige Band, über den Projektstatus ist man längst hinaus gewachsen. „EX DEO liegt mir sehr am Herzen, die Band hat wirklich Charme und jede Menge Power. Sogar KATAKLYSM-Fans werden das Album mögen, denn man kann Leidenschaft nicht verleugnen, und um Leidenschaft geht es auch bei KATAKLYSM. Wenn man diese Leidenschaft mit dem Ruhm Roms vermischt, kann man gar nicht versagen. Wenn man sich damit ein wenig auseinandersetzen will, gibt es natürlich sehr viel Literatur zum Thema, außerdem zahlreiche Dokumentationen. Auf unserer letzten US-Tour haben wir uns allerdings im Bus die Serie „Rom“ angesehen. Blut, Sex, Gewalt und Ruhm, alles in einem, damit kann ja wohl nichts schief gehen.“ Wenn das die Geschichtslehrer in den Schulen so vermitteln würden - wer weiß, wie dann die nächste PISA-Studie ausfallen würde!
Matthias Weiner

Line-up:
Maurizio Iacono (Gesang)
Stephane Barbe (Gitarre)
Francois Mongrain (Bass)
Jo Leduc (Keyboards)
Max Duhamel (Schlagzeug)

Tracklist Dauer
1 - Romulus 5:17
2 - Storm The Gates Of Alesia 6:31
3 - Cry Havoc 7:01
4 - Invictus 4:48
5 - Surrender The Sun 6:47
6 - The Final War [Battle Of Actium] 5:01
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