Nicht dürften sich die vor Neugier fast geplatzt sein: Nachdem Songwriter Steve Unterpertinger die Band verlassen hatte, wusste niemand so genau, wohin die Reise gehen würde. Lukas Flarer, der Neuzugang an der Gitarre, der fortan das Komponieren besorgte, entpuppte sich als wahrer Goldgriff. Er bewahrte den typischen Graveworm-Stil, mischte ihm aber eine gesunde Portion trefflich gewählter musikalischer Aktualität unter. Wer nun den Verlust der ursprünglichen Gewalt und Power der Combo fürchtet, sei beruhigt: Sänger Stefan Fiori röhrt in gewohnt rauer Manier ins Mikro, und auch auf die Keyboards hat man nicht gänzlich verzichtet. Dennoch ist man im Hause der Grabwürmer moderner geworden, hat einen Schritt nach vorn gemacht, und sich für neue Einflüsse geöffnet. Auch inhaltlich eröffnet „(N)Utopia“ eine neue Ära für das sympathische Sextett: Die Sagenwelt der mächtigen Berge, sie ist zur Gänze erschöpft. So wurde aus den ehemals fantastischen Texten ein scharf beobachteter Ausschnitt der Welt ohne jegliche Beschönigungen. „(N)Utopia“ dürfte damit sowohl alte als auch neue Fans wegblasen.
Lisa Hofer