ANTHRAX

Worship music

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ANTHRAX - Worship music
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  • Artikelnummer:162902
  • Format:CD-Digi
  • Genre:Thrash Metal
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Worship music? Worship ANTHRAX!

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Acht Jahre nach dem letzten Studioalbum und diversen unglücklichen Schlagzeilen legen die New Yorker Thrash-Giganten von ANTHRAX endlich ihr neues Studioalbum »Worship Music« vor, das irgendwo zwischen alter Schule und Moderne anzusiedeln ist. BLAST! fühlt den beiden Band-Bossen Charlie Benante (Schlagzeug) und Scott Ian (Gitarre) auf den Zahn und erhält in ungewöhnlich vertraulichen Gesprächen einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen.

Ortstermin in Gelsenkirchen. Wenige Stunden, bevor die „Big 4“ die Schalker Arena rocken, laden ANTHRAX zur Hörprobe ihres neuen Werkes »Worship Music« ein. Anwesend sind dabei Charlie Benante und der sehr fit wirkende Sänger Joey Belladonna. Scott Ian, neben Charlie Kopf der Band, weilt zu Hause und sieht Vaterfreuden entgegen. Dazu später mehr, erstmal gibt es Musik auf die Ohren. Und die überrascht gleich in mehrfacher Hinsicht. Einerseits führen ANTHRAX die Linie von »We’ve Come For You All« weiter, sind also auch moderneren/melodischen Elementen nicht abgeneigt. Andererseits gibt es wieder deutlich mehr thrashige Passagen, zu denen Belladonna wie ein junger Gott singt. Es gibt also eine Menge Gesprächsstoff. Ein sichtlich zufriedener Charlie Benante macht den Anfang, Scott Ian schaltet sich später per Telefon hinzu. „Bei uns ist es nicht üblich, dass wir uns große Gedanken über ein Konzept machen“, beginnt der Schlagzeuger und beantwortet gleich die Frage, ob hinter »Worship Music« eine alles überspannende Idee steckt. „Wir komponieren aus dem Bauch heraus. Wichtig war uns, etwas Neues zu erschaffen. Gleichzeitig hatten wir aber auch die Tatsache im Hinterkopf, dass wir mit Joey die Stimme der 80er an Bord haben.“ Und ziemlich genau so klingt »Worship Music« auch. Wie eine gut ausbalancierte Mischung aus alter und neuer Schule. Mit dieser Einschätzung kann Benante leben. „Warum sollten wir ein Interesse daran haben, »Among The Living« Teil II zu schreiben? Das Album existiert schon. Wer darauf steht, kann es sich jederzeit aus dem Regal ziehen. Bei einigen der neuen Stücke hört man sicher Einflüsse von Bands wie ALICE IN CHAINS oder SOUNDGARDEN heraus. Ich finde das cool. Als diese Combos starteten, waren sie auch von uns beeinflusst. Nun erkennt man ihren Einfluss auf Anthrax. Abgesehen davon halte ich eh nichts von Einteilungen. Für mich sind es weniger Grunge- oder Alternative-Momente als vielmehr emotionale Passagen. Und dazu gibt es eine Menge Riffs, die auch aus dem Jahr ‘86 stammen könnten“, erzählt der Ausnahmeschlagzeuger.

An der langen Leine
Besonders auffällig ist die Leistung von Belladonna, der sich nicht nur ein paar verdammt aufregende Gänsehautmelodien aus dem Ärmel geschüttelt hat, sondern auch zu den typischen Stakkato-Riffs gute Ideen beisteuern konnte. Benante sieht das ähnlich. „Er konnte dieses Mal viel mehr von seiner Persönlichkeit einbringen, was man auch hören kann. Er steht sehr auf dieses ganze AOR-Zeugs wie JOURNEY oder KANSAS.“ Und Scott Ian ergänzt: „In den 80ern habe ich alle Texte geschrieben und Joey genau vorgeschrieben, wie er etwas zu singen hat. Dieses Mal war niemand von uns anderen dabei, als er mit Jay Ruston (u.a. für den Mix der Big 4-DVD »Live In Sofia« verantwortlich – Anm.d.A.) im Studio arbeitete. Ruston war übrigens für den Gesang und den Gesamtmix verantwortlich, die restlichen Sachen gehen wieder auf das Konto unseres Gitarristen Rob Caggiano. Doch zurück zu Joey. Natürlich wusste er, wie die Songs klingen sollen, aber er hat im Studio noch unglaublich viele Ideen eingebracht, auf die ich nie gekommen wäre. Zum Teil schauten Charlie und ich uns nur verwundert an, weil er den Stücken so eindeutig seinen Stempel aufdrückte, ohne die Grundstimmung zu verändern.“ Nach dem Drama mit Kurzzeitsänger Dan Nelson war es dringend nötig, Ruhe auf der Sängerposition zu haben. Schließlich mussten die Fans einiges erdulden. Ian zeigt sich einsichtig. „Klar lief das blöd, keine Frage. Aber manchmal musst du das Falsche tun, um auf den richtigen Weg zu kommen. Wir haben uns erst kürzlich darüber unterhalten, dass kein anderer als Joey dieses Album hätte einsingen dürfen. Ohne Dan und den ganzen Problemen wären wir aber wahrscheinlich nicht mehr mit Belladonna zusammen gekommen. Insofern hatte alles seinen Sinn. Abgesehen davon finde ich es immer ein wenig unfair, wenn behauptet wird, wir hätten acht Jahre für »Worship Music« benötigt. Schließlich spielten wir bis Ende 2004 Konzerte für »We’ve Come For You All«, bevor wir die nächsten zwei Jahre unsere Reunion-Tour mit Joey in Angriff nahmen. Es hat also vier Jahre gedauert, was natürlich immer noch viel zu lang ist. Aber wir lagen nicht auf der faulen Haut.“

Endlich wieder Spaß
Für Außenstehende ist es schwer zu begreifen, wie man ein Album mit einem Sänger einspielen kann, die Aufnahmen wegschmeißen und die gleiche Scheibe mit einer völlig anderen Stimme noch einmal einspielen kann. Scott Ian muss lachen. „Ganz so war es nicht. Wir haben einige Stücke übernommen, das ist richtig. Diese wurden aber neu eingespielt und an Joeys Stimme angepasst. Außerdem änderten wir einiges an den Texten. Zum Teil griffen wir sogar auf ganz andere Kompositionen zurück. Als wir um 2006 die ersten Songs schrieben, wussten wir ja gar nicht, wer unser Sänger sein würde. Von Dan hatten wir noch nie gehört, und bei Joey sah es so aus, als würde er nur für die Tour zur Verfügung stehen. Und John Bush war ja auch noch im Rennen. Letztlich schreiben Charlie und ich die Stücke. Die größte Kunst dabei ist, alle involvierten Künstler unter einen Hut zu bekommen“ Und Benante fügt hinzu: „Wir hatten so viel Material, dass ich am liebsten eine Doppel-CD veröffentlicht hätte. Leider konnte ich mich damit innerhalb der Band nicht durchsetzen.“ Interessant ist auch, dass der Albumtitel nicht geändert wurde. Benante grinst wie ein Haifisch. „Der Titel stand fest, bevor auch nur ein Ton komponiert wurde. Da ließ ich nicht mehr mit mir reden. Es vergeht kein Tag, an dem ich keine Musik höre. Das muss nicht immer Metal sein, aber natürlich höre ich viel davon. Wir alle haben unser Leben der Musik verschrieben. Das soll der Titel ausdrücken.“ Und der sympathische Kesselrührer setzt sogar noch einen drauf. „Die letzten Querelen haben auch uns zu schaffen gemacht. Mir ist der Spaß an Anthrax zeitweise ziemlich abhanden gekommen. Mit »Worship Music« ist er zurückgekehrt.“

Mit Abstrichen urlaubsreif
Scott Ian hingegen plaudert aus dem Nähkästchen. Besonders interessant ist, was es zum Beispiel mit dem Songtitel 'Judas Priest' auf sich hat. Scott lacht: „Klar, dass ihr Europäer da gleich drauf anspringt. Inhaltlich handelt der Song allerdings von einem sehr ernsten Thema. Es geht um Geistliche, die Kinder missbrauchen. Das abscheulichste Verbrechen, das ich mir vorstellen kann. Die Quintessenz des Textes lautet: Es gibt nichts Böseres, als einen Priester, der Schutzbefohlene verrät. Da wir seit Urzeiten Fans von JUDAS PRIEST sind und sie demnächst in den Vorruhestand gehen, wollten wir ihnen Tribut zollen und ein Stück nach ihnen benennen. Inhaltlich hat die Nummer, in der übrigens ein richtiges Old-School-Riff steckt, natürlich nichts mit der Band zu tun.“ Wo wir gerade beim Thema Vorruhestand sind… „Ich ahne was du meinst“, unterbricht Ian. „Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn ich weiß, dass ANTHRAX gleich einen Gig spielen werden, und ich hocke auf meinem Sofa in den Staaten. Aber ehrlich gesagt dachte ich, es würde noch schlimmer werden. Gestern hatte die Band eine Probe mit Andreas Kisser (der SEPULTURA-Klampfer ersetzt Scott während der Babypause – Anm.d.A.), ich war per Videoübertragung zugeschaltet. Und Andreas macht einen genialen Job. Ich bin ein riesiger SEPULTURA-Fan und habe ihn selbst vorgeschlagen. Als zweite Alternative wäre mir noch James Hetfield eingefallen, aber das hätte sich bei den „Big 4“-Shows als schwierig herausstellen können, haha.“ Trotzdem ist Ian anzuhören, dass es ihm nicht leicht fällt, dass Heft bei seinem Baby aus der Hand zu geben, um bei seinem menschlichen Baby zu sein. „Ich mache jetzt seit 30 Jahren ANTHRAX. Ich glaube, da habe ich mir mal ein paar Tage Urlaub verdient, haha. Im Ernst, unser gemeinsames Kind (mit Meat-Loaf-Tochter Pearl Aday – Anm.d.A.) war geplant, ich konnte mich schon vor Monaten mit dem Gedanken befassen, dass es in Zukunft immer mal wieder ANTHRAX-Shows ohne mich geben wird. Ich bin genau da, wo ich momentan hingehöre. Bei meiner Familie. Ich habe schon mitbekommen, dass es Fans gibt, die sauer sind, weil ich nicht am Start bin. Das tut mir Leid, aber wir haben einen perfekten Ersatz, der alles für die Band gibt. Und ich werde noch diesen Sommer wieder zu ANTHRAX zurückkehren. Es ist kein Rückzug auf Raten.“

Zurück im Ring
Was auch schwierig wäre, denn ANTHRAX haben in den nächsten Monaten einiges vor. Laufen die kommenden Touren denn unter dem Motto „Wir kämpfen, um uns unsere Fans zurückzuholen“? Scott zögert. „Ich weiß nicht, ob wir wirklich kämpfen müssen. Die Musik soll für sich sprechen. Natürlich liefen einige Dinge unglücklich, aber wir haben immer versucht, unsere Motivation zu erklären. Bei den Shows sind die Anhänger jedenfalls so euphorisch und nett wie immer. Ich persönlich freue mich jetzt einfach auf die kommende Zeit. Das Album wird im September erscheinen. Es wird Touren durch die USA, Europa, Australien und Asien geben. In Brasilien waren wir ewig nicht mehr, da möchte ich wieder hin. Die Fans in Südamerika sind einfach nur durchgeknallt. Außerdem wird es zum ersten Mal eine Show in Indonesien geben, vielleicht kommt noch China hinzu. Außerdem erzählte mir Dave von MEGADETH, wie grandios die Fans in Israel sind. Ich liebe es, mir neue Gegenden anzuschauen und neue Fans zu überzeugen. Aber natürlich kommen auch unsere alten Hochburgen wie Deutschland nicht zu kurz. Insgesamt werden wir zwei Jahre auf Tour sein und uns danach hoffentlich gleich wieder an ein Album machen.“ Das wäre schön und würde bedeuten, dass wir nicht wieder acht Jahre auf ein neues Werk warten müssten. Die ANTHRAX-Fans hätten es verdient.
Marcus Zemke

Aus dem Nuclear Blast-Magazin:

Die Jahre des quälenden Wartens sind vorbei. ANTHRAX präsentieren endlich ihr neues Album »Worship Music« und dürften damit für staunende Gesichter sorgen. Denn der neue Dreher gehört fraglos zu den vielschichtigsten Alben der Band-Geschichte. Die Instrumentalisten um Scott Ian und Charlie Benante ziehen alle Register, von aggressivem Thrash bis melodischem US-Rock reicht die Palette. Natürlich immer versehen mit den typischen Stakkato-Riffs der New Yorker Legende. Die größte Überraschung ist sicher die Entwicklung von Joey Belladonna, der nicht nur einfach gegen die Riff-Gewalt ansingt, sondern Melodien einbringt, die einfach nur die Bezeichnung genial verdienen. Man höre beispielsweise die Strophen von 'I’m Alive' oder den Refrain des entfernt an IRON MAIDEN erinnernde 'In The End'. Nummern wie die bereits im Netz veröffentlichte Single 'Fight ‘Em ‘Til You Can’t' oder der Ohrwurm 'The Giant' stehen dem in nichts nach. Unter dem Strich beweisen ANTHRAX, dass sie trotz Besetzungsquerelen noch lange nicht abgeschrieben werden dürfen. Es war ein langer Kampf, aber er hat sich gelohnt!
Marcus Zemke

Tracklist Dauer
1 - Worship 1:40
2 - Earth On Hell 3:10
3 - The Devil You Know 4:46
4 - Fight 'Em 'Til You Can't 5:48
5 - I'm Alive 5:36
6 - Keine Titelinformation 0:38
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