WINTERSUN

TIME I

ACHTUNG: Nur noch für kurze Zeit erhältlich!


18,99 EUR

inkl. 19% MwSt., zzgl. Versand

oder 7596 Blasts!

Für diesen Artikel gibt es 152 Blasts!

WINTERSUN - TIME I
In den Warenkorb
  • Artikelnummer:202170
  • Format:CD-Digi + DVD
  • Genre:Symphonic Metal, Viking/Pagan/Epic Metal
  • Verfügbarkeit:

Mehr von WINTERSUN

Die limitierte Erstauflage kommt im edlen Breitformat-Digibook (Mediabook) inkl. Bonus-DVD!

Aus dem BLAST!-Magazin:

Was sind schon acht Jahre, gemessen an der Unendlichkeit des Kosmos? So gesehen sind also erst wenige Augenblicke vergangen, seit Wintersun die Metalwelt mir ihrem selbstbetitelten Debüt in Aufruhr versetzt und eines der besten Werke skandinavischer Metal-Zauberei vorgelegt haben. Jetzt legen die epischen Finnen nach – und servieren mit »Time I« das mit Abstand monumentalste Metalwerk des Jahres. Wir sprachen mit Mastermind Jari Mäenpää über die Zeit, die Welt und ­eines der faszinierenden Epic-Metal-Alben überhaupt.
Jari Mäenpää hat die Ruhe weg. Wo andere nervös mit den Hufen scharren und sich den Kopf darüber zerbrechen würden, ob ihre Band nach acht Jahren Stille überhaupt noch von Relevanz ist, strahlt der Finne die Besonnenheit der Überzeugten aus. Er spricht ruhig, entspannt, ist sich seiner Sache sehr sicher. Er weiß eben, dass er mit »Time I« ein schwer zu greifendes Meisterwerk des epischen Metals vorgelegt hat – ein Werk, das weit über solchen Dingen wie Zeit oder Erfolgsdruck thront und auch in 20 Jahren von unverändert großer Relevanz für das Genre sein wird. „Ich habe in diesen acht Jahren so viel gelernt, habe mich als Mensch und Musiker stark weiterentwickelt, dass ich zu keiner Sekunde darüber nachgedacht habe, ­Wintersun wären zu lange von der Bildfläche verschwunden gewesen. Die Zeit war schlicht und ergreifend nötig, um dieses Ergebnis zu erzielen.“ Zumal er seine Vision all die Jahre nicht auch nur ansatzweise aus den Augen verlor. „Von Anfang an wollte ich ein Album erschaffen, das dem Hörer alles abverlangt und ihn atemlos zurücklässt“, kommentiert Jari die gewaltige Wucht des nordischen Metal-Soundtracks. „Seit ich von Devin Townsends »Infinity« in eine andere Sphäre geschossen wurde, wollte ich auch solch ein facettenreiches Album schreiben, das sich nur zögerlich offenbart und eine Unmenge an Details zu bieten hat – im Wintersun-Style, versteht sich. Für das Debüt fehlte mir dafür das Budget und bis zu einem gewissen Grad auch die Expertise, weshalb ich beim zweiten Werk unbedingt aufs Ganze gehen und das alles endlich in die Tat umsetzen wollte.“
Die Zeit war reif für die»Time I« könnte man angesichts dieser Äußerungen wortspielerisch sagen. Und dennoch erwies sich der Entstehungsprozess dieses hymnischen Meisterwerks nicht unbedingt als einfach. Werke wie diese schreiben sich eben nicht über Nacht – zumal Bandchef Jari Mäenpää nicht gerade dafür bekannt ist, bei seiner Kunst Kompromisse einzugehen. Entsprechend wich der 35-Jährige trotz aller Stolpersteine keinen Deut von der Vision ab, die ihm für dieses zweite Album vorschwebte. „Im Entstehungsprozess dieser Scheibe stieß ich auf schwerwiegende Probleme, die es mir schwer machten, diese Vision weiter zu verfolgen. Ich gab jedoch nie auf und verlor das glasklare Bild nie auch nur für einen Moment aus den Augen.“ Wo andere Musiker längst eingeknickt wären, aufgegeben oder einen Kompromiss gewählt hätten, um die Platte endlich fertigzustellen, kämpfte Jari entschlossen weiter, bis er das Album veröffentlichen konnte, das ihm all die Jahre im Kopf herumspukte und endlich freigelassen werden wollte. Ohne die Hilfe von Band, Vertrauten und Label wäre das dennoch eine ganze Ecke schwerer gewesen, wie er sich erinnert: „Es gab verdammt schwierige Zeiten, doch sowohl meine Band als auch mein Label unterstützten mich die ganze Zeit und ermutigten mich dazu, weiterzumachen und dieses Werk fertigzustellen. Sie glaubten an mich – und da ich es auch tat, machte ich einfach weiter. Glücklicherweise ließ ich mich nie von den zweifelnden Stimme in mir und in der Welt da draußen beirren, was allerdings nicht immer einfach war. Aber ich wollte eben ein gewaltiges, überwältigendes Album – und jetzt habe ich es fertiggestellt.“ Wie der Multiinstrumentalist betont, wäre ein kolossales Epos wie »Time I« vor fünf Jahren allein aus technischer Sicht unmöglich zu realisieren gewesen. Damit zerstreut er sogleich die Vermutung, der flächendeckende Erfolg von »Wintersun« wäre in irgendeiner Weise für die lange Pause zwischen den beiden Alben verantwortlich gewesen. „Der Erfolg war nie ein Problem für mich oder die Band“, schüttelt der Finne, der Ensiferum 2004 verließ, entschlossen den Kopf. „Zwar waren wir nach dem Debüt sehr lange auf Tour und auch das anschließende Songwriting verschlang eine Menge Zeit; der wirklich schwierige Teil war jedoch die ausufernde Orchestrierung.“ Was er damit meint, wird sofort deutlich, wenn man dieses Zweitwerk im Player rotieren lässt. Von allen Seiten stützen hohe Wälle aus purer orchestraler Brillanz auf den Hörer ein, wird man unter einem ganzen Orchester sinfonischer Pracht begraben. „Das, was ich wollte, war mit unserem damaligen Equipment schlicht unmöglich zu realisieren“, fasst er das Dilemma kurz und knapp zusammen. Die Lösung: Neue Rechner mussten her, die technische ­Wintersun-Performance musste ordentlich aufgerüstet werden. „2008 konnten wir dann endlich mit dem orchestralen Teil loslegen – und damit begann die Arbeit erst richtig. Die Grundmelodien und Riffs entstanden nämlich bereits zwischen 2004 und 2006, manche stammen sogar noch aus der Zeit vor dem ersten Album. Was jetzt kam, waren die Chöre, die Streicher, die Bläser, die Percussions...“, zählt Jari munter eine vollständige Orchesterbesetzung auf. Sofort wird deutlich, dass hier ein besessener, überzeugter Künstler am Werk ist, dem es einzig und allein um das Werk geht. Alles andere wird einfach ausgeblendet. „Deswegen habe ich angesichts dieser ganzen Entwicklungen manchmal auch das Gefühl, sogar ziemlich schnell mit diesem Album fertig geworden zu sein“, schmunzelt er. Und nach einem derart monumentalen Entstehungsprozess ist man durchaus bereit, ihm beizupflichten. Es ist zu bezweifeln, ob viele andere Musiker diesen langen Atem bewiesen hätten, der nötig war, um diese Saga zum Leben zu erwecken.
Taucht man in den Kosmos von »Time I« ein, sollte man darauf gefasst sein, ihn nicht so ohne weiteres wieder verlassen zu können. Geschweige denn zu wollen. Die metallische Seite des Albums bewegt sich zwischen melodisch-finnischer Raserei, klirrender Midtempo-Epik allerhöchster Güte, folkloristischer Pagan-Zauberei und grenzenlos hymnischen Klängen, die in manchem überlebensgroßen Refrain selbst Blind ­Guardian zur Ehre gereichen würden. Und diese lassen sich die Butter bekanntlich alles andere als leicht vom Brot nehmen. Dennoch ist dies nur die eine Seite des Albums. Die sinfonische Ebene nimmt einen ähnlich hohen Stellenwert ein und verwandelt die bissigen Kompositionen in strahlende Galaxien mit einer nicht enden wollenden Detailflut und einer Tiefe, die man auf den meisten Metal­platten dieser Tage vergeblich sucht. Etwas anderes stand angesichts des universalen Konzepts hinter dem zweiten Wintersun-Studioalbum aber sowieso außer Frage. Wie der Name schon andeutet, setzt sich die finnische Wintersonne mit den wahrhaft elementaren Fragen unseres Planeten auseinander: Was ist Zeit? Was ist Leben? Warum sind wir hier? Und wie sieht es dort draußen in der ewigen Schwärze des Kosmos überhaupt aus? Unzählige Philosophen, Schriftsteller, Denker und Künstler haben sich diesem elementaren Konzept von Zeit und Raum in den letzten Jahrtausenden angenommen, haben die Zeit als Illusion, die Realität als weitere Form eines Traums definiert – und kamen letztlich doch nur mit noch mehr Fragen aus der Unendlichkeit zurück. Hier setzen ­Wintersun an und bieten eine winterlich-spacige Reise durch Zeit und Raum, eine musikalische Odyssee hinein in die Unendlichkeit.. „Jeder Song teilt ein gemeinsames Thema: die Zeit. Dieses Thema wurde schon auf dem Debüt aufgegriffen, diesmal wollte ich mich jedoch total darin verlieren, weil es mich all die Jahre nicht wieder losgelassen hat. Und wohl auch nie wieder loslassen wird. Es ist ein sehr komplexes, unendlich faszinierendes Thema, das dieses ausufernde musikalische Gegenstück praktisch verlangt.“ Völlig richtig: Was, wenn nicht die Zeit, der Universum und der ganze Rest, verdient einen derartig (im positiven Sinne) größenwahnsinnigen Metal-Soundtrack? Eben – ­absolut nichts! Zu einer theoretisch-mathematischen Abhandlung über die Beschaffenheit der Zeit ist »Time I« natürlich nicht geworden. Vielmehr stellt sich der nimmersatte Soundhexer und Perfektionist Mäenpää „elementare Fragen nach dem Sinn unserer Spezies und den Rätseln des Universums. Mich beschäftigen diese Dinge selbst sehr und ich kann gar nicht anders, als diesen Mysterien hinterherzurennen. Das Album beschreibt unsere Reise durch dieses Leben und was wir fühlen, wenn die Zeit verrinnt. Es ist ein sehr tiefes Werk, das sämtliche menschlichen Emotionen in Musik kleidet.“ In der Tat tauchen Empfindungen wie Wut, Trauer, Entschlossenheit, Mut oder unbändige Lebensfreude in den zumeist überlangen Kompositionen auf, die keinen Hörer unberührt lassen und ihn durch ein Panoptikum der Gefühle jagen, die uns alle betreffen. Geeint werden die Stücke von den weiter oben aufgeführten Fragen, die sich Jari sowohl in Wintersun als auch in seinem Privatleben stellt. „Ich versuche seit jeher, Antworten auf diese Fragen zu finden. Aber manchmal denke ich, dass wir sie vielleicht nie finden werden.“ Stellt sich die Frage, ob wir Menschen überhaupt hinter all die Mysterien dieses Universums kommen sollten. „Guter Punkt“, überlegt er. „Es sollten tatsächlich einige Geheimnisse zurückbleiben, damit es interessant bleibt. Doch letztlich suchen wir Menschen immer nach Antworten, wollten uns immer weiterentwickeln. Nur das hat uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen. Ich bin sehr gespannt, was wir auf dieser Reise noch alles aufdecken und entschlüsseln werden.“
Mit hochinteressanten Fragestellungen wie diesen und derart packender Musik vergeht die Spielzeit des Albums wie im Fluge. Nicht selten versinkt man mit Haut und Haar in der kosmischen Weite dieser großen Kompositionen – immer vor dem Hintergrund packender Refrains und mitreißender Riffs, versteht sich. Denn bei aller Komplexität ist »Time I« dennoch ein eingängiges, ein unverschämt packendes Gesamtkunstwerk geworden, das auch nach dem zehnten Durchgang noch Überraschungen parat hält und mit seiner Vielschichtigkeit fasziniert. Die Verwendung der traditionellen chinesischen Geige Erhu etwa verleiht dem einen oder anderen Stück eine melancholische Tiefe, die wie die Faust aufs Auge zu diesem grenzenlosen Konzept passt. „Ich liebe den melancholischen Klang der Erhu“, gibt sich Jari als weltoffener Musikfan mit Asien-Affinität zu erkennen. „Ich hatte immer schon eine Schwäche für asiatische Melodien und stand schon als kleines Kind auf die C64-Spiele mit den asiatisch angehauchten Soundtracks. Die summen mir selbst heute noch im Kopf herum“, lacht er. „Diese Geigenmelodien aber erwecken in mir ein Gefühl der Magie und der Ewigkeit – ich genieße es sehr, diese Einflüsse nun endlich auch in meine Musik einfließen zu lassen. Auf dem nächsten Album wird es sogar eine ganze Ballade in diesem Stil geben.“ Moment mal. Nächstes Album? Der Finne lässt die Katze aus dem Sack: „Klar, »Time II« ist komplett fertig aufgenommen und muss nur noch gemixt werden. Es ist der zweite Teil dieses Albums und setzt das Konzept nahtlos fort.“ Eine Art »Use Your Illusion«-Doppelschlag Marke Wintersun, also? „So könnte man es nennen, ja. Nach aktuellem Stand soll es Ende 2013 erscheinen.“ Für Nachschub nach der langen Durststrecke ist also reichlich gesorgt. Zunächst soll uns jedoch nur der erste Teil dieses Mammutwerks interessieren. Dieses bietet nämlich bereits mehr, als man beim ersten Hördurchgang erfassen kann, und wird eine neue Zeitrechnung sinfonischer Metalklänge einleiten. Noch dazu erfuhren die neuen Kompositionen erst kürzlich ihre Konzertpremiere. Nämlich als Wintersun nach Jahren der Bühnenabstinenz die großangelegte „Heidenfest“-Festivaltour im Beisein von ihren Labelkollegen Korpiklaani und Acts wie Varg, Trollfest und Krampus als Headliner absolvierten. Für die Finnen markierte dies den Beginn ausgiebiger Touraktivitäten, die sie zum Jahresende auch nach Amerika führen werden. Zum Zeitpunkt des Interviews steckte die Band noch mitten in den Vorbereitungen für diese Touren. „Wir haben uns einige ganz besondere Dinge ausgedacht“, macht Jari mehr als nur neugierig. „Es ist sehr fordernd und alles andere als einfach, die neuen Songs zu spielen, jedoch sind wir sicher, dass wir die Atmosphäre von »Time I« angemessen auf die Bühne bringen können. Wir sind extrem aufgeregt.“ Das können wir gut verstehen. Wir sind es nämlich auch. Willkommen zurück, Wintersun – es wurde aber auch höchste Zeit.
Björn Springorum

Review

Hände hoch, wer gedacht hat, dass ­WINTERSUN ihr zweites Album nie fertigstellen werden. Glücklicherweise lagen alle Zweifler falsch, erwiesen sich alle Prognosen hinsichtlich dem Ende der Band als unbegründet. Die epischen Finnen sind zurück – und das größer, mächtiger und faszinierender als je zuvor. Sicherlich sind acht Jahre Stille eine lange Zeit. Gemessen an der Ewigkeit des Kosmos jedoch eine lächerlich kurze Spanne, die mit der Veröffentlichung von »Time I« kolossal zu Ende geht. Breitwand-Metal in seiner epischsten Form, filmreife Klangkunst in Vollendung und eine Gänsehautmelodie nach der anderen bestimmen den ersten Teil des zweiteiligen Werkes, der mit fünf zumeist überlangen Stücken verdeutlicht, weshalb die Metalwelt nach der Veröffentlichung des selbstbetitelten Debüts so viel auf Jari Mäenpääs wegweisende Musikvisionen gegeben hat. Das Intro eine hymnische Sinfonie an die Grenzenlosigkeit des Universums, der Rest des Albums ein monumentaler Feuersturm epischen Metals, der niemanden kalt lassen wird und sich als frostige Bestie mit Riffs scharf wie Krallen und Refrains so zeitlos wie das All in den Gehörgängen festbeißen wird. Beim ersten Durchgang erschlagend, mit jedem weiteren ein unvergesslicher Trip.
Björn Springorum

CD 1
Tracklist Dauer
1 - When Time Fades Away 4:08
2 - Rain of stars
3 - Land of Snow and Sorrow 8:22
4 - Darkness and Frost 2:24
5 - Time 11:45
6 - keine Trackinformation 3:50
CD 2
Tracklist Dauer
1 - TIME I live rehearsals at Sonic Pump Studios (DVD) 8:30
2 - Jari Mäenpäa (DVD)
3 - Sons of Winter and Stars - Project Demonstration (DVD) 26:02
4 - Photo Gallery (Live At Rehearsal Place, Helsinki) (DVD) 3:07
Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch
Seite von ( Produkte)
Das könnte dich auch interessieren:
Seite von ( Produkte)
Währung