Symphonic Metal
78:26
Von Astralreisen-Abrakadabra und Metal-Magie
Für THERION gilt wie für wenig andere Bands: Drin steckt was du daraus machst. Denn natürlich halten die vom magischen Ordensführer des "Dragon Rouge" Thomas Karlsson gespendeten Texte Ebenen, die zu verstehen eine Wissenschaft ist, welche sich dieses Mal mit dem Leben und Wirken Johannes Bureus, eine Art Leonardo Da Vinci der Schweden, beschäftigt. Musikalisch bietet man einerseits klassisch variierte, eingängige Metal-Melodien, angereichert mit ClearVocal-Duetten, dunklen Growls, Chören und elfenhaften Sopranhöhen. Andererseits wüste, dissonante Harmonien mit fast opernhafter Opulenz und Gewalt, wie zum Beispiel in »The Wisdom And The Cage«, interessante instrumentale Ausflüge in unterschiedlichste Epochen und Kulturkreise wie in »Der Mitternachtslöwe«. Insgesamt klingt das elfte Werk der scheinbar vor Ideen explodierenden THERION deutlich moderner, jünger und weniger überladen. Dies dürfte auch an der wesentlichen kreativen Beteiligung von Drummer Petter Karlsson, nicht verwandt mit oben genannten Thomas, herrühren. Die durchwegs großartige Gitarrenarbeit, wie auch der Leadgesang Mats Levéns, erinnern gelegentlich an IRON MAIDEN, eine Anlehnungen, die durch Mastermind und THERION-Gründer Christofer Johnssons vertrackte, wechselreichen Songstrukturen aber schnell wieder im Sande verlaufen, wie in »Son Of The Staves Of Time« oder »Tuna 1613«. Bleibt zu sagen: Sind sie zu stark, bist du zu schwach.
Yvonne Zymolka