OPETH

Sorceress DIGIPAK

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OPETH - Sorceress DIGIPAK
  • 2CD-Digi - 18,99 EUR
  • Artikelnummer:252931
  • Format:2CD-Digi
  • Genre:Progressive Rock/Metal
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Es gibt nur wenige Bands, die mit Schwedens OPETH mithalten können oder es überhaupt erst versuchen. Seit ihrer Gründung im kleinen Stockholmer Vorort Bandhagen im Jahr 1990 haben die Herren alle Konventionen gescheut, sich gegen jegliche Hindernisse gewehrt und zwölf atemberaubend-intensive Alben geschmiedet, die sie zu einer der besten Bands des Planeten machten - sei es im Studio oder live. Fragt die OPETH-Fans. Fragt die Bands, die bereits das Glück hatten, mit den Schweden die Bühnenbretter zu teilen. Oder fragt die Plattenlabels - sie werden Euch alle dasselbe sagen: OPETH sind unvergleichlich. Und sie werden mit jedem Tag besser.

OPETHs neues Album »Sorceress«, das ihre erste Zusammenarbeit mit Nuclear Blast über das bandeigene Label Moderbolaget Records darstellt, ist der Beweis, dass Chefarchitekt Mikael Åkerfeldt niemals versiegende Inspirationsquellen in sich trägt. Vom Opener 'Persephone' über 'The Wilde Flowers' und 'Strange Brew' bis zu den Zwillingstiteltracks 'Sorceress' und 'Sorceress 2' ist OPETHs zwölfter Longplayer ein grandioses Abenteuer, das den Blick verändert, Farben vor dem Auge verstummen lässt und Raum und Zeit komplett aushebelt.

„Diesmal machte ich mir keine Gedanken darüber, was ich schreiben möchte“, gesteht Åkerfeldt. „Ich wurde zum Schreiben gezwungen. Doch sobald ich einmal losgelegt hatte, ging es wie von selbst. Wie bereits bei den letzten Alben dauerte es auch diesmal nicht lang, die Platte zu schreiben. Fünf oder sechs Monate. Und der Grundgedanke entstand auch erst beim Schreiben selbst. Ich wollte, dass die Songs nicht musikalisch miteinander verbunden sind, sondern dass jeder komplett anders klingt. Und ich glaube, das ist mir auch gelungen. Das Album ist sehr abwechslungsreich geworden.“

Doch natürlich hatte bislang jeder Longplayer eine hohe Klangvielfalt. Im Jahr 1995 erfand »Orchid« die Regeln des Death Metal neu. Sechs Jahre später mischte »Blackwater Park« tiefe Melodien in ein Genre, das davon bislang wenig geprägt war. »Damnation« war 2003 hingegen das Werk einer Band, die jegliche Normen sprengen wollte. Weitere fünf Jahre später schlossen OPETH ihr Death Metal-Kapitel mit »Watershed«, jedoch nicht, ohne noch einmal in die tiefsten Ecken des Genres abzugleiten und seiner Brutalität zu frönen. Anno 2014 schlug »Pale Communion« dann offiziell die Brücke zu ihrer progressiveren Seite, die mit dem Klang der 60er, 70er und 80er eine neue zeitgenössische Welt eröffnete. Doch was ist nun eigentlich der große Unterschied zu »Sorceress«? Was macht jenes neue Album so spektakulär?

„Mein Musikgeschmack hat sich um einiges ausgedehnt“, grinst Åkerfeldt. „Ich begann damit, Jazz zu hören, kaufte zahlreiche COLTRANE-Platten. Ich hätte nie gedacht, dass mir COLTRANE gefällt, da ich eigentlich mehr auf „Dinner Jazz“ stehe. Ich mag ruhigen, gemütlichen Jazz, wie den 50er-Sound von MILES DAVIS‚ PORGY AND BESS zum Beispiel oder DAVE BRUBECK ebenso. Das ist also aktuell die einzige neue Inspirationsquelle für mich. Abgesehen davon höre und kaufe ich weiterhin dieselbe Musik wie sonst auch immer - Prog, Symphonic Rock, Singer/Singwriter, Metal oder Hard Rock… Doch diesmal hat mich nichts so sehr beeindruckt wie THE ZOMBIES oder SCOTT WALKER, nichts hat komplett in meinem Kopf gezündet.“

Doch eigentlich stimmt das nicht ganz. Åkerfeldt gräbt schon seit Langem nach progressivem Gold. Tiefgehende, ausgefallene Musik ist das, was ihn speziell antreibt. Und einen besonders dicken Goldklumpen fand er mit den Italienern IL PAESE DEI BALOCCHI oder BOBAK, JONS, MALONEs ultra-obskurem »Motherlight«. Deshalb redet er auch besonders gern über IL PAESE DEI BALOCCHIs mit Streichern inszenierte Dunkelheit oder erzählt, wie er einst MALONE panische Fanmails geschrieben hat, um den britischen Orchestermagier nach dessen Arbeit für Bands wie IRON MAIDEN dazu zu bewegen, auch auf »Sorceress« mitzuwirken.

„Ich bin schwer verliebt in IL PAESE DEI BALOCCHI“, gibt Åkerfeldt zu. „Sie haben nur dieses eine Album gemacht, das unmenschlich gut ist und alles beinhaltet, was ich an Progressive Rock liebe. Es ist so wundervoll mit Orchester untermalt und episch. Die Streicher sind grandios, alles ist so düster und traurig inszeniert. Ich verstehe nicht, warum die Band nicht noch mehr Alben gemacht hat.
Was WIL MALONE angeht, er ist derjenige, der die Streicher für die BLACK SABBATH-Alben gemacht hat! Doch mittlerweile arbeitet er eher für JOSS STONE, THE VERVE oder DEPECHE MODE. Ich wollte ihn ausfindig machen, da er in den 60ern in den Morgan Studios gearbeitet hatte. Er war selbst in einigen Bands wie ORANGE BICYCLE und spielte auf dem »Motherlight«-Album. Außerdem hat er eine Soloplatte veröffentlicht, die grandios aber leider sehr rar ist, orchestral und voller Streicher… ein bisschen wie NICK DRAKE.“

Doch Åkerfeldt besteht darauf, dass ihn seine neuentdeckte Liebe zur progressiven Musik nicht direkt dazu inspirierte, »Sorceress« zu schreiben. Die meisten Klänge des Albums wurden in OPETHs Proberaum aus der Taufe gehoben, wo in einer kleinen Ecke ein Computer, ein Keyboard und ein Mikrofon stehen, und nur darauf warten, vom Meister in magische Utensilien verwandelt zu werden. Es ist nicht vornehm oder schick, aber genau die Art von Umgebung, die der Frontmann benötigt, um seine Kreativität in Gang zu setzen:

„Wenn ich in meinen Schreibmodus verfalle, bekomme ich einen Tunnelblick”, sagt Åkerfeldt. „Ich habe eine gute Arbeitsmoral, gehe jeden Tag am frühen Morgen in das Studio und arbeite konsequent. Ich liebe es einfach und es erfüllt mich. Mittlerweile wurde es auch sehr einfach für mich, ich schreibe das komplette Demo, überlege dann, in welcher Reihenfolge ich die Songs auf dem Album möchte und mixe sie dann. Sobald ich damit fertig bin, gebe ich Kopien davon an die anderen Jungs aus der Band und sie proben damit. Wenn dann die Zeit kommt, ins Studio zu gehen, zieht jeder sein eigenes Ding durch und weiß, was er zu tun hat. Das ist eben unsere Art, aber sie funktioniert hervorragend.“

Für die Aufnahmen von »Sorceress« kehrten OPETH in die Rockfield Studios nach Wales zurück, wo sie 2014 bereits »Pale Communion« mit Tom Dalgety für die Ewigkeit festgehalten hatten. Jene Erfahrung war so positiv und historisch geprägt, dass die Band sofort wusste, dass sie hierher zurückkommen wollte - schließlich wurden hier auf dem Lande bereits legendäre Alben von BUDGIE, QUEEN, RUSH, JUDAS PRIEST oder MIKE OLDFIELD aufgenommen. Hier fand die Band zusammen mit Dalgety auch die nötige Isolation, das beste Equipment und die drei Mahlzeiten am Tag, um ihre »Sorceress« zu der wilden und doch verträumten Furie werden zu lassen, die sie jetzt ist. Und all das in nur zwölf Tagen.

„An manchen Tagen war ich ein Wrack“, seufzt Åkerfeld. „Doch im Nachhinein wünsche ich mir, dass es nicht so schnell vorbeigegangen wäre. Wenn du das Studio verlässt, fühlst du dich leer. Ich liebe das Songwriting und die Aufnahmen im Studio. Rockfield ist ein wundervoller Ort, es ist ruhig, man kann in dem Studio wohnen und direkt nach den Aufnahmen schlafen gehen. Außerdem wurden wir hervorragend bekocht. Also konnten wir uns ganz auf die Arbeit konzentrieren.“

Doch »Sorceress« ist kein buntes, wild glühendes Album. Es besitzt Farbe, doch sie wurde zerstört, verwischt und verdunkelt. Alles ist düster und gelegentlich auch trostlos. Und manche Textpassagen stammen direkt aus Åkerfeldts Leben, auch wenn sie bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wurden. Immer wieder streifen die Lyrics das Thema Liebe und was mit Menschen geschieht, die sich ihr abgewendet haben - ähnlich wie einst auf »Blackwater Park«.

„Ich gebe mir immer große Mühe, auch gute Texte zu schreiben“, lacht Åkerfeldt. „Es klingt nach altmodischer Black Metal-Manier, wenn ich das sage, doch meine Texte sind stets misanthropisch. Es ist kein Konzeptalbum und man wird keinen roten Faden darin finden, doch das meiste dreht sich um Liebe und all ihre negativen Seiten. Die Eifersucht, die Verbitterung, die Paranoia und all die Spielchen, die Liebe mit unseren Köpfen treibt. Trotzdem sind es Liebeslieder. Liebe kann allerdings eine hässliche Krankheit und ein Fluch sein.“

Doch zum großen Glück von Åkerfeldt und seiner Truppe - Bassist Martín Méndez, Drummer Martin Axenrot, Gitarrist Fredrik Åkesson und Keyboarder Joakim Svalberg - musste das Line-up jedoch nicht durch solche Odysseen gehen, wie sie auf »Sorceress« beschrieben werden. Seit der Fertigstellung von »Heritage« ist das Line-up konstant geblieben und in seiner absoluten Bestform.

„Es herrscht die beste Atmosphäre, die wir jemals in der Band hatten. Ich weiß, dass sich Fans immer unsere verschiedenen Epochen ansehen und ihre eigenen Favoriten bei dem Line-up hatten, doch ich fühle mich, so wie es gerade ist, am besten. Nicht einmal die glücklichsten Tage mit den alten Line-ups waren so gut wie das hier aktuell. Wir streiten uns niemals, sondern sind ein eingespieltes Team. Wir schätzen uns gegenseitig als Künstler und als Menschen. Wir sind nicht nur eine Band, sondern auch Freunde und hängen oftmals miteinander ab, auch wenn wir nicht OPETH sind.“

Ein solch starkes Team ist wichtig für die Glaubwürdigkeit der Band vor Fans und Kritikern. Und Åkerfeldt ist sich darüber bewusst, was nach »Watershed« über die Band geschrieben wurde. Während viele den plötzlichen musikalischen Umschwung von »Heritage« kritisierten, kam doch auch großer Applaus aus anderen Ecken. Mittlerweile erwartet jeder etwas bahnbrechend Neues von den Schweden. Und demnach wird auch »Sorceress« den Langzeitfans und Kritikern einen Grund geben, noch einmal komplett zu überdenken, was sie glaubten, über OPETH zu wissen. Denn diese Band ist musikalisch furchtlos.

„Natürlich hoffe ich, dass den Leuten das Album gefällt“, gibt Åkerfeldt dennoch zu. „Ich kann nur aus meiner Perspektive sprechen, doch ich denke, wir bieten große Vielfalt und das ist nichts, was es in der Szene heutzutage häufig gibt. Wir waren immer eine spezielle Band und mussten viel dafür einstecken, dass wir immer anders waren als alle anderen. Das müssen wir bis heute. Aber unsere Zeit wird kommen, denke ich. Letztendlich siegt das Durchhaltevermögen und die Tatsache, dass wir uns niemals von unserem Weg abbringen ließen. In der Musik geht es darum, seinen eigenen Pfad zu gehen und seinem inneren Gefühl zu folgen. Und genau das tun wir.“

Disc 1
Tracklist Dauer
1 - Persephone 1:52
2 - Sorceress 5:49
3 - The wilde flowers 6:49
4 - Will o the wisp 5:07
5 - Chrysalis 7:16
6 - Sorceress 2 3:49
Alle Tracks anzeigen
Disc 2
Tracklist Dauer
1 - The ward 3:14
2 - Spring MCMLXXIV 6:11
3 - Cusp of eternity (Live) 5:44
4 - The drapery falls (Live) 10:23
5 - Voice of treason (Live) 8:10
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