Resurrection

MICHAEL SCHENKER FEST

MICHAEL SCHENKER FEST - Resurrection

Veröffentlicht am: 02.03.2018

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Michael Schenker wirkt wie ein neuer Mensch. Mit einer Karriere, die bis ins Jahr 1969 zurückreicht, ist der deutsche Gitarrenvirtuose ein Künstler, für den der Begriff "sprunghaft" manchmal wie gemacht erschien. Mit den Sängern und Musikern aufgenommen, die in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit Michael gearbeitet hatten, greift Schenker mit seiner treffend betitelten Platte »Resurrection« seine Vergangenheit auf, um daraus etwas Neues und Aufregendes zu erschaffen.

Im Jahr 2016 rief er MICHAEL SCHENKER FEST ins Leben und begab sich auf Tour mit den ehemaligen MICHAEL SCHENKER GROUP-Sängern Gary Barden und Graham Bonnet sowie Robin McAuley von der McAULEY SCHENKER GROUP. Instrumentelle Unterstützung kam vom ehemaligen M.S.G.-Bassisten Chris Glen und Schlagzeuger Ted McKenna sowie Gitarrist und Keyboarder Steve Mann (ebenfalls von der McAULEY SCHENKER GROUP). Diese Shows wurden von den Zuschauern in Japan und Europa so begeistert aufgenommen, dass es für alle Beteiligten nur logisch erschien, gemeinsam neue Musik zu erschaffen. Die Entscheidung, Doogie White, den Sänger von MICHAEL SCHENKERS TEMPLE OF ROCK mit einzubinden, verlieh Michaels Projekt noch mehr Tiefgang.

Das mit der Single 'Warrior' am 1. Dezember angeteaserte Album »Resurrection« nahm rund fünf Monate Zeit in Anspruch und wurde in mehreren Studios auf beiden Seiten des Atlantiks zusammengestellt. METALLICA-Gitarrist Kirk Hammett spielt auf dem Eröffnungstitel des Albums 'Heart And Soul'.

"Kirk ist ein Fan [von mir], das ist allgemein bekannt, aber er ist auch ein guter Freund geworden", erklärt Schenker. Hammetts Parts wurden vom Co-Produzenten des Albums, Michael Voss-Schoen, im METALLICA-Studio in Hawaii aufgenommen. Voss-Schoen brachte Fotos von der Sitzung mit. "Kirk sieht so glücklich aus und wie ein junger Teenager in seinem hawaiianischen Outfit", lacht Michael liebevoll.

Von dem Licht-und-Schatten-Spiel auf 'Warrior' zum gefühlvollen 'Heart And Soul' über die eingängigen 'Night Moods' und 'Time Knows When It's Time' sowie Michaels Instrumentalstück 'Salvation' ist »Resurrection« ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches Album. "Es ist zackig und melodisch, aber auch dramatisch und schnell - alle Elemente sind da", schwärmt Schenker.

Schenkers ursprünglicher Plan bestand darin, dass Barden, Bonnet, White und McAuley ein paar Tracks aufnehmen, bei denen alle Sänger zusammen singen, anstatt dass jeder Sänger nur drei Songs für sich allein performt. "Das wäre nicht aufregend genug gewesen", erklärt Schenker. Zwei Tracks – 'Warrior' und 'The Last Supper' – benötigten sogar alle vier Sänger zusammen sowie eine Vielzahl von Backing-Vocals-Kombinationen. Obwohl es manchmal unmöglich war, alle im selben Raum zu vereinen, teilten sich gelegentlich einige der Musiker und Sänger das Studio und der daraus resultierende Spaß und die entstandene Kameradschaft ist nur zu offensichtlich.

Schenker hat es sichtlich genossen diese Platte mit seinem treuen Leutnant Voss-Schoen zu machen, der, wie er sagt, "immer noch ein bisschen mehr machte als erwartet" (Voss-Schoen hat auch fünf Songs des Albums mitgeschrieben und Backing Vocals beigesteuert).

Eine der größten Stärken von »Resurrection« ist die Tatsache, dass jeder Sänger perfekt für sein jeweiliges Lied zugeschnitten wirkt und auch das Zusammenspiel der Stimmen bei der gemeinsamen Performance unglaublich ist. "Jeder von ihnen hat ein gewisses Etwas, das die anderen nicht haben", sagt Schenker.

Alle teilnehmenden Musiker des Albums erscheinen auf dem erinnerungswürdigen Cover-Artwork – einem biblischen Stilkonzept. Ursprünglich wollte Michael das Album »Michael Schenker Fest In The Studio« nennen und mit einem Albumcover versehen, das einen großen Banketttisch im Mittelalterstil im Aufnahmestudio zeigt, natürlich mit großbrüstigen Kellnerinnen, Bier und Lammbraten. Der Gedanke kam Schenker gleich zu Beginn der Aufnahmen in den Sinn, als Michael Voss-Schoen ein Lied mit dem Titel 'The Last Supper' einspielte. Am Ende entschieden sie sich jedoch für ein reines Männertreffen um einen Tisch mit nichts als Michaels typischer schwarz-weißer Flying V-Gitarre.

Natürlich sind das nicht die Worte eines Mannes, der sich selbst zu ernst nimmt, und in den letzten zehn Jahren hat sich die Veränderung in Schenkers Persönlichkeit deutlich bemerkbar gemacht. Alles begann im Jahr 2008 mit dem plötzlichen Verschwinden des lähmenden Lampenfiebers, von dem er sein ganzes Leben lang geplagt worden war. Bei den MICHAEL SCHENKER FEST-Shows waren die Fans erstaunt, dass Schenker plötzlich auf der Bühne lachte und sogar scherzte.

"Ab 2008 gefiel mir plötzlich der Gedanke auf der Bühne zu stehen und jetzt rede ich sogar mit dem Publikum", erklärt Michael. "Nachdem ich UFO und die SCORPIONS verlassen hatte, entschied ich, dass ich nur noch kleine Sachen machen wollte - ich musste mich wohlfühlen in meiner Haut. Das hat allerdings nicht so recht geklappt, da Peter Mensch [damaliger Manager] mich bei AEROSMITH vorspielen ließ, und dann wollte plötzlich auch noch Ozzy Osbourne, dass ich seiner Band beitrete!"

Doch jene Pläne wurden niemals Wirklichkeit, und so zog Schenker 1990 nach Arizona, um etwas zur Ruhe zu kommen. Auf dieser Reise gab es zahlreiche Abenteuer - nicht alle davon positiv. Doch wie aus heiterem Himmel verschwand irgendwann das Lampenfieber. "Ich konnte es nicht glauben", meint er. "Von da an ging alles mit Lichtgeschwindigkeit voran."

Zunächst hat der übervorsichtige Schenker sich gegen das Angebot von Nuclear Blast gesträubt. Aber das in Deutschland ansässige Label blieb hartnäckig und letztendlich erkannte Michael das Potenzial in einer künftigen Zusammenarbeit.

"Mittlerweile ist mein Gemütszustand ganz anders", gibt Michael zu. "Nichts macht mir mehr Angst. Von jetzt an werde ich die Dinge einfach tun. Die nächste MICHAEL SCHENKER FEST-Tour in Amerika, bei der auch Doogie dabei sein wird, beginnt am 6. März. Meine Konzertpläne reichen bereits bis nach 2019. Vielleicht können wir das Projekt in Zukunft sogar THE ULTIMATE MICHAEL SCHENKER FEST nennen und Klaus [Meine, von den SCORPIONS] und [UFOs] Phil Mogg mit uns auf die Bühne bringen oder sie auf einem Album singen lassen? Klar, das scheint jetzt weit hergeholt, aber wer weiß? Unsere Zeit auf Erden ist sehr begrenzt, also lasst uns das Beste aus jedem Tag machen, an dem wir leben."

Es ist Zeit für Michael Schenker, wieder große Dinge zu erschaffen. Und »Resurrection« ist nur der Anfang.

»Resurrection« erscheint am 2. März über Nuclear Blast Records.

Tracklist Dauer
1 - Heart And Soul 4:20
2 - Warrior 5:21
3 - Take Me To The Church 4:46
4 - Night Moods 4:29
5 - The Girl With The Stars In Her Eyes 3:48
6 - Everest 3:42
7 - Messing Around 4:34
8 - Time Knows When It's Time 4:23
9 - Anchors Away 4:26
10 - Salavation 3:38
11 - Living A Life Worth Living 3:51
12 - The Last Supper 4:52
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