Catharsis

MACHINE HEAD

MACHINE HEAD - Catharsis

Veröffentlicht am: 26.01.2018

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Wenn der härteren Gangart für etwas steht, dann ist es Freiheit. Die im Jahre 1991 in Oakland, Kalifornien gegründeten MACHINE HEAD richten sich nach genau dieser Maxime und haben sich einen hervorragenden Ruf und eine riesige Fangemeinde erarbeitet, indem sie niemals ihre künstlerische Freiheit aufgegeben und stets ihren Glauben in die Macht der Heavyness behalten haben. Mit ihrem bahnbrechenden Debütalbum »Burn My Eyes« (1994) etablierte sich die Band um Sänger und Gitarrist Robb Flynn in der Szene als eine Band, die gerne gegen den Strom schwimmt. Unnachgiebig produzierten sie in den Folgejahren eine Menge an bleischweren, aber teuflisch innovativen, modernen Metal-Alben, die den Sound des Metal des 21. Jahrhunderts nicht nur festlegten, sondern auch neu definierten.

Von bahnbrechenden Triumphen wie »The Burning Red« aus dem Jahre 1999 bis hin zu »The Blackening« (2007), mit dem die Band die Welt eroberte und mehrmals als Headliner und als Hauptsupport für METALLICA und SLIPKNOT den Globus bereiste, hielten sich MACHINE HEAD stets mit Leichtigkeit an der vordersten Front der Szene. Mittlerweile besitzen sie schon lange den Ruf als eine der besten Livebands im Metal-Genre.

In den letzten Jahren haben MACHINE HEAD noch weiter an Wucht und Selbstvertrauen gewonnen. Das weltweit gefeierte »Bloodstone And Diamonds« (2014) und die anschließende Geburt von MACHINE HEADs „An Evening With ...“-Shows (mehrere Stunden MACHINE HEAD, keine Supportband, garantierte Fanzufriedenheit!) haben das bereits lodernden Feuer der Band jeweils noch weiter angefacht. 2018 verspricht ihr bis dato größtes und bestes Jahr zu werden, angefangen mit der Veröffentlichung ihres langerwarteten neunten Albums »Catharsis«.

Als Achterbahnfahrt durch alle Facetten des immer vielfältigeren MACHINE HEAD-Sounds scheint »Catharsis« eine der meist gefeierten Metal-Platten 2018 zu werden; nicht zuletzt, weil sie es wagt, uns die harte Realität vor Augen zu führen. Vom explosiven Opener 'Volatile' (am Tag der Morde von Charlottesville, VA geschrieben und aufgenommen) bis zu den himmlischen Melodien und der ergreifenden, filmischen Erhabenheit des Titeltracks wird das neunte Studioalbum der Band seinem Namen gerecht und liefert einen aufregenden Tsunami aus sowohl positiven als auch negativen Emotionen. „Dieses Album ist wie ein Film... ein wirklich laaanger Film... »Herr der Ringe«-mäßiges Zeug!“, lacht Frontmann Robb Flynn. „Es gibt viele spezielle Songs auf dieser Platte. Schon klar, wann auch immer man ein Album fertiggestellt hat, ist man stolz, aber… dieses Mal haben wir hier etwas ganz Besonderes geschaffen. Wir können es förmlich spüren. Wir wissen es. Manche Leute mögen die Richtung, in die wir gehen, vielleicht nicht, aber das kann immer passieren… Doch wen interessiert das? Wir lieben es. Nach neun Alben wäre es wirklich einfach für uns, den Leerlauf einzulegen und einfach Material zu schreiben, über das sich niemand aufregt.“

Eine gewaltige Menge an Stilen und Stoff beinhaltend, ist »Catharsis« ein 75-minütiger, 15 Songs umfassender Vulkanausbruch voller Schmerz und Wut, Hoffnung und Freude, Melodie und Wildheit. Es ist das mit Abstand härtestes Album, das MACHINE HEAD je gemacht haben - sowohl musikalisch als auch lyrisch - und führt ihre lange Tradition, Songs über die Realität und authentische, spürbare Emotionen, die die Menschheit wesentlich beeinflussen, zu schreiben, fort. Sofortige Klassiker wie das donnernde, riffgeladene 'Beyond The Pale', die Grooves und die Gossenpoesie von 'Triple Beam' und das psychedelische 'Kaleidoscope‘ gehören zum Eindrucksvollsten und Kraftvollsten, das Flynn und seine jahrzehntelangen Bandkollegen, Schlagzeuger Dave McClain und Gitarrist Phil Demmel, bis heute geschrieben haben. Knurrende Thrash ‘n‘ Roll-Tracks wie 'California Bleeding' und der Lemmy-Tributsong 'Razorblade Smile' bringen hingegen eher MACHINE HEADs aggressive, fiese Seite zum Vorschein. Alles menschliche Leben findet man in Form von äußerster Ehrlichkeit und roher Gewalt auf dieser Scheibe vor.

„Als wir die Platte geschrieben haben, bin ich fast jeden verdammten Morgen um 04.30 Uhr aufgestanden, nur um Texte zu schreiben“, erinnert sich Robb. „80% davon waren Müll, aber 20% waren pures Gold und die Passagen, die mir gefallen haben, waren einfach klar, kamen geradeheraus. Ich habe auf Metaphern verzichtet und mit grober, vulgärer Sprache gearbeitet; der Sprache des Hiphop, der Sprache, wie sie auf der Straße gesprochen wird und wie wir sie jetzt sprechen. Ich wollte nicht, dass sich jemand beim Hören des Albums fragt: ‚Über was spricht der da überhaupt?‘ Nein, man weiß ganz genau, über was verdammt nochmal ich singe. Es mag nicht den Regeln entsprechen, aber zugleich geben wir mit diesem Albem eine unglaubliche Menge an Emotionen preis.“

In einer von kurzen Aufmerksamkeitsspannen geprägten Zeit schwimmen MACHINE HEAD auf »Catharsis« mit stolzgeschwellter Brust gegen den Strom und präsentieren eine echte musikalische Reise, die dem Hörer alles abverlangt und ihn sämtliche dramatische Höhen und Tiefen durchleben lässt. Langjährige Fans werden sofort von der überwältigenden Härte von Songs wie dem historischen Epos 'Heavy Lies The Crown' (welches die Geschichte von Louis XI, dem „Spinnenkönig“ von Frankreich erzählt) und der atemberaubenden Grunge-Nummer 'Screaming At The Sun' begeistert sein. Außerdem begeben sich MACHINE HEAD auf »Catharsis« auf neues Terrain: So trauen sie sich in Gebiete von ergreifendem Folk-Punk ('Bastards') und akustischer Melancholie (bspw. 'Behind A Mask', einer der zahlreichen Songs, die die blühende Stimmharmonie zwischen Flynn und Bassisten Jared MacEachern zeigen). „Wir haben brutales Zeug auf dem Album, ein paar klassische MACHINE HEAD-Brecher“, grinst Robb. „Aber es finden sich auch einige Pop-Elemente auf der Platte wieder. Wenn ich an Pop denke, waren meine ersten Einflüsse die BEATLES, aber die frühen BEATLES, die BEATLES mit 'Love Me Do' und 'I Want To Hold Your Hand'. Meine Eltern wollten mich nie die zugedröhnten Hippie-BEATLES hören lassen!“, lacht Flynn. „Wir haben damit angefangen, viel mehr Gesangsharmonien einzubauen, das haben wir auf dieser Platte wirklich für uns entdeckt. Die Scheibe enthält viele Melodien und viel Gesang; 50/50 von Jared und mir, so wie John und Paul damals!“

MACHINE HEAD, die in der jüngeren Vergangenheit vor allem durch ihren trotzigen und eigenwilligen Weg bekannt geworden sind, sind zeitgleich die Vorreiter des modernen Metal als auch der instinktiven Außenseiter, die sich ihre eigene, einzigartige Nische schaffen. »Catharsis« betont einmal mehr die intensive Individualität, die die Band längst von der Masse abhebt; nicht zuletzt durch ihr überwältigendes Gespür für Kollektivchemie und ihr abfärbendes Adrenalin: MACHINE HEAD sind das Musterbeispiel einer echten, lebendigen, atmenden und hart arbeitenden Heavy Metal-Band. „Heutzutage ist es komisch, wenn sich vier Leute treffen und zusammen Songs schreiben“, merkt Robb an. „Aber wir wollen uns die Riffs nicht nur zumailen. Wir treffen uns, arbeiten zusammen und machen gemeinsam alle möglichen Höhen und Tiefen durch. Wir haben uns zusammen auf diese Reise begeben und jeder hat seinen Teil zum Endergebnis beigetragen. Und ich glaube, dass man heutzutage leicht vergisst, dass es nun mal verdammt viel Arbeit bedeutet, wenn man in einer Band ist! Die Leute fragen sich immer: ‚Warum war Musik früher so viel besser?‘ Die Antwort lautet: Weil die Bands hart gearbeitet haben! Man denke nur an die BEATLES, die 100 Tage hintereinander in Hamburg gejamt haben. Oder an SPRINGSTEENs Aufnahmen zu »Born To Run«, die sechs Monate gedauert haben. Oder an SKYNYRD, die sechs Stunden pro Tag in einem heißen Sumpf in Florida geprobt haben... Das war der Grund, warum diese Musik damals so kraftvoll war - sie haben alle geschuftet, um eine Band zu sein und gemeinsam Kunst zu schaffen!“

Als epische Machtdemonstration der Band gesehen, ist »Catharsis« wohl die beste Platte, die MACHINE HEAD je gemacht haben. Was auch immer als Nächstes passiert, die Band wird zweifellos weiterhin ihren eigenen Weg gehen, vor allem auf der Bühne. Nachdem Robb Flynn und seine Mitstreiter ihre viel gelobten „An Evening With ...“-Shows fest als ultimatives MACHINE HEAD-Liveerlebnis etabliert haben, werden sie auch weiterhin die am härtestenden arbeitende Touringband der letzten 25 Jahre sein. „Ich habe das Gefühl, dass Metal mit diesem Album wirklich in den Mainstream vordringen könnte. Und das muss er auch - jetzt mehr denn je. Viele Überlegungen gingen dahin, die neuen Songs für ein breiteres Publikum leichter zugänglich zu machen. Ideen vereinfachen, die Refrains vereinfachen und sich wirklich auf das Geschichtenerzählen konzentrieren, anstatt nur ‚brutale Poesie‘ zu verwenden, was auch immer. Und obwohl ich gerne sagen würde, dass wir einen großartigen Plan hatten, gab es keinen richtigen ‚Plan‘“, fügt Flynn lachend hinzu. „Du weißt nie, wo du landest, wenn du eine neue Platte schreibst. Man schreibt einfach. Aber ich kann Euch eines garantieren: Wir haben hier einen Meilenstein geschaffen. Ein Album, das das Potential hat, groß zu werden. Glaubt mir, sobald sich die Leute darauf einlassen und daran glauben, könnte »Catharsis« unser Genre wirklich verändern.“

Mit einem Album wie »Catharsis« im Gepäck, scheint diese Band unaufhaltbar zu sein.

Tracklist Dauer
1 - Volatile 4:38
2 - Catharsis 6:10
3 - Beyond The Pale 4:31
4 - California Bleeding 4:12
5 - Triple Beam 4:41
6 - Kaleidoscope 4:03
7 - Bastards 5:04
8 - Hope Begets Hope 4:30
9 - Screaming At The Sun 3:54
10 - Behind A Mask 4:07
11 - Heavy Lies The Crown 8:48
12 - Psychotic 5:01
13 - Grind You Down 4:06
14 - Razorblade Smile 4:00
15 - Eulogy 6:33
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