Freedom Call

SEVEN

SEVEN - Freedom Call

Veröffentlicht am: 02.09.2011

Am Anfang war das Wort – oder? Biblisch gesehen stand ebendieses am Anfang allen Seins. Die tschechische Hartmetall-Schmiede Seven schrieb hingegen ihre eigene Entstehungsgeschichte und agierte zu Beginn ihrer Karriere lange Zeit rein instrumental. Alles fand seinen Anfang, als sich Gitarrist – und heute einzig verbliebenes Gründungsmitglied - Honza Kirk Běhunek im Sommer 1995 schweren Herzens eingestehen musste, dass seine bisherige Combo Whitelight nach dem Weggang ihres Stammsängers keine Zukunft haben würde. Angetrieben durch den Wunsch, weiterhin den harten Tönen frönen zu können, tat er sich schließlich mit Schlagzeuger Slavek Franc und Bassist Jiri Kejsar zusammen, um die Instrumental-Scheibe „Blue Angels“ (1996) aufzunehmen. Dies geschah zunächst unter dem Namen Johny Band, welcher jedoch schon noch vor Ablauf des Jahres geändert werden sollte. Seven waren geboren! Zur Jahrtausendwende erblickte das nächste Baby das Licht der Welt. „Crying World“ (2000) kam erneut gänzlich ohne Vocals aus und konnte trotz dieses Umstandes beachtliche Verkaufszahlen verbuchen. Kirk erinnert sich: „Wir waren lange Zeit eine reine Instrumental-Band, was nicht immer einfach, doch dank der tollen Unterstützung aus unserem Umfeld möglich war. Ich suchte ständig nach einer geeigneten Stimme zu unserer Musik – einer, die dir einfach Gänsehaut beschert. Meine Philosophie war und ist, lieber keinen, als einen schlechten Sänger zu haben!“ Nahezu zeitgleich mit den Arbeiten an der 2002er-Veröffentlichung „Entice From Sea“ kam Kirk mit Doro Pesch in Kontakt, woraus sich einerseits eine bis heute andauernde Freundschaft, aber auch eine Zusammenarbeit für den nächsten Rundling „Sevens“ (2004) entwickelte, auf dem die Metal-Queen zwei Tracks ihre Stimme lieh. Doch das Leben ist und bleibt nun mal eine Berg-und-Tal-Fahrt, und so fing Kirk im Frühjahr 2006 wieder nahezu bei null an, nachdem er von seiner Rhythmussektion verlassen worden war. Etliche „Castings“ folgten, aus denen sich am Ende Drummer Radim Pigl als adäquater Nachfolger herauskristallisierte ; die Viersaitige übernahm fortan Kirks Schüler Martin Przececk. Die neue Formation debütierte mit der halb instrumentalen, halb durch Gastsänger besungenen Scheibe „Light Of Souls“ (2007) , brach allerdings nach kurzer Zeit erneut auseinander, sodass Kirk bald darauf Lukáš Kuneš an den Drums und Petr Bidlo am Bass begrüßen durfte. Eine weitere Stellenausschreibung folgte, um nach Jahren der Suche endlich einen festen Vokalisten zu finden – und Kirk einen Herzenswunsch zu erfüllen, wie er rückblickend anmerkt: „Mir war nie wirklich daran gelegen, ausnahmslos Instrumentalmusik zu spielen, aber in Tschechien einen guten Sänger mit starker Persönlichkeit zu finden, ist verdammt schwer.“ Mehr als 150 Anwärter folgtem dem Aufruf, sich der kritischen Jury – bestehend aus Bandkopf und Saitenhexer Kirk – zu stellen. Am Ende ging Jiri Komberec siegreich aus dem Wettstreit hervor, sodass mit seiner Hilfe ein weiterer Diskus fabriziert werden konnte - „Seven Deadly Sins“ (2009). Zufriedenheit konnte sich dennoch nicht einstellen. Die logische Konsequenz daraus? Richtig - weitere Vorsingen! Und als man schon dachte, es würde niemals enden, geschah etwas Magisches: „Lukáš betrat den Raum, um vorzusingen, und ich wusste vom ersten Moment an, dass er der Richtige für uns war – derjenige, nach dem wir immer gesucht hatten“, so Kirk. Da war sie also, die neue Stimme für Seven - Lukáš Písařík. Prompt ging es als Support von Rage auf Europatour, die sich nicht nur auf der Bühne als voller Erfolg erweisen sollte. Backstage vertieften Seven ihre Freundschaft mit Rage-Gitarrero Victor Smolski, der ihnen bis dato auf diversen Musikmessen über den Weg gelaufen war und später den neuen Langspieler „Freedom Call“ produzieren, sowie mit einigen seiner Lyrics verfeinern sollte. „Ich würde ihn fast als fünftes Bandmitglied bezeichnen“, lässt Kirk heute mit Stolz verlauten. Anno 2011 haben Seven ihre innere Mitte gefunden – und das hört man: „Freedom Call“ vereint 12 kraftvolle Songs, in denen Lukáš Písařík seinen vor Energie strotzenden Einstand gebührend feiert. Man kann sich niemanden vorstellen, dessen Stimme eleganter auf den knüppelharten, doch gleichzeitig hochmelodischen Riff-Wellen surfen könnte. Hier hat zusammengefunden, was zusammengehört! Aufgenommen im tschechischen Studio Propast, das man sich laut Kirk nun endlich habe leisten können, ist hier ein Dutzend metallischer Perlen entstanden, denen es an nichts mangelt - Innovation und Altbewährtes verbinden sich mit ungezähmter Spielfreude zu einem explosiven Genuss-Feuerwerk erster Güteklasse, dessen Nachhall für lange Zeit die Gehörgänge eingefleischter Metal-Fans in Beschlag nehmen wird. „Und Gott sprach: Es werde Metal! Und Seven rockten.“

Trackliste Dauer
1 - Freedom Call 3:27
2 - Brain Eater 4:02
3 - Get It 4:34
4 - The Road 4:44
5 - So Scarred 3:13
6 - Suicide Fall 3:58
7 - Abandoned 3:59
8 - Wild In The Night 2:49
9 - The Joker 4:26
10 - You Steal My Breath 4:07
11 - To Hell 3:28
12 - War Within 4:05
13 - Autumn In The Rose Garden 4:25
14 - No Surrender 3:09
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