Iconoclast

SYMPHONY X

SYMPHONY X - Iconoclast

Veröffentlicht am: 17.06.2011

Ein Raunen Raunen geht um die Welt, als 1994 ein gewisser Michael Romeo - bis dato die Sechssaitige der Prog-Band Gemini handhabend und dort nicht sonderlich glücklich über die musikalische Ausrichtung - ein Demo unter der Überschrift THE DARK CHAPTER aufnimmt und an potenziell interessierte Labels verschickt: Es scheint, als wäre der neue Gitarren-Messias des kommenden 21. Jahrhunderts entdeckt. Und richtig: Das zunächst im selben Jahr in Japan erschienene und 1995 auch weltweit veröffentlichte Debüt SYMPHONY X indiziert vortrefflich, womit Romeo und seine Mannen das Genre der harten Klänge aufmischen werden: nämlich einer innovativen Mischung aus Heavy Metal, Progressive Rock und (Neo)Klassik. Auf dem nachfolgenden Diskus THE DAMNATION GAME (1995) feiert ein weiterer Aktivposten der „Sinfoniker“ seinen Einstand, der mit seinen charismatischen Vocals zwischen gefühlvoll sensibel und unerbittlich aggressiv bis in die heutigen Tage den Stil des Quintetts prägt: Sänger Russell Allen. Die dritte Scheibe THE DIVINE WINGS OF TRAGEDY (1997) setzt schließlich den Schwerpunkt bei einer progressiven Ausrichtung und gilt lange Zeit als das ultimative Meisterwerk der Amerikaner, die damit der jungen Proggie-Generation eine Blaupause für ihr Schaffen geben. Auch weiterhin bleiben die US-Boys immer für eine Überraschung gut: TWILIGHT IN OLYMPUS (1998) zitiert nicht zuletzt mit dem Instrumentalstück ’Sonata’ (das auf der Klaviersonate Nr. 8 ’Pathétique’ von Ludwig van Beethoven basiert) die Klassik – per V: THE NEW MYTHOLOGY SUITE (2000) liefert das Quintett zur Millenniumswende sein erste Konzeptalbum ab, das sich mit dem Atlantis-Mythos beschäftigt. Auf LIVE ON THE EDGE OF FOREVER demonstrieren die Fünf, dass sie ihr komplexes Material auch mühelos auf die Bühnen transponieren können. THE ODYSSEY (2002) gilt mit seinen thrashige Sphären tangierenden Härte als der bislang aggressivste Dreher des Quintetts - das sich an das gleichnamige Gedicht des englischen Dichters John Milton beruhende PARADISE LOST (2007) als das düsterste und Gothic-Metal-lastigste Werk der Band. Angesichts dieser hochklassigen Ahnengalerie fragt sich der Kenner der Materie, was Romeo, Allen & Co. da nun überhaupt noch draufsetzen können. Die Antwort gibt der Sänger selbst: „ICONOCLAST liefert ein Zusammenfassung unseres bisherigen Schaffens und eine musikalische Standortbestimmung von Symphony X in der zweiten Dekade des neuen Jahrhunderts.“ Währenddessen legt der Gitarrist die Messlatte sehr, sehr hoch: „Diese Scheibe wird sich in all ihren Nuancen dem Zuhörer erst nach mehreren Durchläufen erschließen. Das ist auch unsere Absicht, denn ansonsten hätten wir dahingehend versagt, ein facettenreiches Album mit Tiefgang einzuspielen, an dem unsere Fans sehr lange Freude haben werden!“ So ist dann alleine der knapp elfminütige, den über einstündigen Reigen eröffnende Titeltrack dank seiner aberwitzigen Gitarrenläufe und vielen ineinander verschachtelten, aber flüssig miteinander verbunden Motive für den Zuhörer kaum im ersten Anlauf fassbar. Ähnliches trifft auch auf die restlichen 52 Minuten geballte Prog-Power zu: Ob das scheinbar als geradliniger Rocker konzipierte ’The End Of Innocence’, das schwerfällig-doomige ’Dehumanized’, das als rasant-pfiffige ’Bastards Of The Machine’, das thrashig-düstere ’Heretic’ (klar der ohrenfälligste Querverweis zum letzten Album PARADISE LOST) oder das virtuos-brutale ’Prometheus (I Am Alive)’: Hier wird in einzigartiger Weise die Fusion aus rockiger Eingängigkeit und faszinierendem Detailreichtum vollzogen, dass sich der Zuhörer oft erstaunt fragt: Handelt es sich bei ICONOCLAST um ein geradliniges Prog-Rock-Album - oder um eine Prog-akzentuierte Classic-Rock-Scheibe? Denn da ist noch ein Element, das die siebte Scheibe der US-Metaller neben Romeos aberwitzig-explosiven Ausbrüchen auf seiner Gitarre prägt: Allens von einem Phrasierungsreichtum ohnegleichen geprägte feinfühlige Gesänge, mit denen der Sänger gleichzeitig eine Hommage an sein größtes Idol zelebriert: „In diesem Album steckt eine ganze Menge Ronnie James Dio!“ Beste Belege dafür: der monolithisch-semiballadeske Stampfer ’Children Of A Faceless God’ (hier singt Allen, tatsächlich wie die Power-Metal-Reinkarnation von Ronnie James Dio), das epische, true-metallische ’Electric Messiah’ sowie das wunderschöne, von wehmütigen Piano-Klängen, A-capella-Gesängen und herrliche Akustikgitarren geprägte hymnische ’When All Is Lost’, das einen Hauch von Avantasia verbreitet. Das alles lässt ICONOCLAST in der Tat zu einem Manifest geraten – einem Manifest der originellen Verschmelzung von Classic Rock, geradlinigem Heavy Metal und anspruchsvollem Prog. Und das ist der Stoff, aus dem Alben für die Ewigkeit geschmiedet werden!

Trackliste Dauer
1 - Iconoclast 10:51
2 - The End Of Innocence 5:27
3 - Dehumanized 6:47
4 - Bastards Of The Machine 4:56
5 - Heretic 6:24
6 - Children Of A Faceless God 6:20
7 - Electric Messiah 6:13
8 - Prometheus (I Am Alive) 6:47
9 - When All Is Lost 9:13
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