ANTHRAX

Das Fernsehen hat Seifenopern, die Literaturgeschichte Shakespeare, und Metal – nun, der Heavy Metal hat ANTHRAX, dieses feuerspeiende, Thrash spuckende, vielköpfige Monster von einer Band, welches dich – 30 Jahre nachdem Scott Ian und der damalige Bassist Danny Lilker in einem Biologiebuch jene Krankheit nachschlugen, die später zu ihrem Namen Anthrax werden sollte – angrinst, dir seinen monströsen Mittelfinger entgegenstreckt und sich schlichtweg weigert, zu sterben.

Wer auch nur den Hauch einer Ahnung von Heavy Metal hat, wird von ihrem rasanten Aufstieg in den 80ern neben Slayer, Megadeth und einer kleinen Truppe namens Metallica, die einst in ANTHRAX Studio aufschlug, gehört haben. Du wirst von ihrem alles verändernden 1991er-Crossover-Hit mit Public Enemy auf „Bring The Noise“ gehört und dir Generationen von Bands reingezogen haben, die ihr gesamtes Schaffen ANTHRAX unverkennbar schmetternden Riffs zu verdanken haben. Und in jüngster Vergangenheit dürfte dir ihr nahezu irrationaler, allen noch so großen Widrigkeiten zum Trotz beibehaltener Überlebenswille aufgefallen sein.

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Dies ist die Geschichte einer der hartnäckigsten, heldenhaftesten Bands der Metal-Geschichte, die an der Schwelle ihrer bis dato größten Veröffentlichung steht - ANTHRAX. Der Weg war alles andere als leicht. Schöpfung und Zerstörung. Das sind die Grundbausteine des Lebens, sie bilden und bestimmen alles, was wir haben und wissen. Du kannst alles beschönigen, was du nur möchtest, aber die Ergebnisse sind alle gleich – das Leben wird geschöpft, das Leben wird zerstört, die Welt dreht sich weiter. Dazwischen? Wir leben, wir lieben, wir lachen, wir weinen, wir trauern. Das Leben nimmt uns mit auf Flüge ungehemmter Lust und das Leben schickt uns in die Straßen, die gefüllt sind von unerbittlichem Aufruhr. Durch die Schaffung und die Zerstörung, und durch die bittersüße Ironie die uns in diesem Prozess verzehrt… in der Mitte von all dem gibt es den Heavy Metal. Und in der Mitte des Metals, da ist Anthrax.

Wenn alle in die eine Richtung gehen, gehen Anthrax in die andere. Nicht um zu widersprechen, aber um ehrlich zu sein. Was ist das Leben, wenn man es nicht mit Ehrlichkeit, Anstand und einer grundsätzlichen Wertschätzung lebt, für woher wir kommen, und wohin wir gehen? Und was ist Metal, wenn es nicht ehrlich ist? „Anthrax? Das Cover von „Fistful Of Metal“ (Info) sagt alles. Ich kaufte die Scheiße als es 1984 herauskam, ohne es anzuhören, eher so als Notiz. Sie haben mich seither nicht enttäuscht. Unverwechselbare Riffs, gehirnfickende Drums und klassische Lieder – sie haben zu viele Türen geöffnet, um alle erwähnen zu können. Scheiß Ärsche. Sie sind besser als deine Band.“ Dave Grohl, Foo Fighters

Anthrax sind Pioniere der amerikanischen Metal-Szene, Patrioten in der neuen Welt der Musik. Sie kämpften für die Befreiung der Musikindustrie, bevor sie überhaupt gefesselt war. Rissen Barrieren ab, von der zu der Zeit, keiner von uns wusste, dass sie überhaupt bestanden. In den 80er Jahren war Anthrax inmitten der Führer der Heavy-Metal-Aufständen. In den 90er gehörten sie zu dem wenigen Überlebenden der Heavy-Metal-Apocalypse.

Und mit dem Anbruch des neuen Jahrtausend sind sie so unverschämt potent geblieben, wie sie es immer gewesen sind. „In der Ruhmeshalle des Modernen Metal, sind Anthrax sicherlich ein Grundstein, und wenn man hinhört, kann man ihren Einfluss bei einer beliebigen Anzahl von erfolgreichen und aufstrebenden Bands der neuen Generation hören.“ – Kirk Hammett, Metallica Im Sommer 2005 sollte dieser Grundstein zum ersten mal seit 20 Jahren einmal mehr das Fundament des Heavy Metal, wie wir ihn kennen, erschüttern!

Die Entwicklug der Metal Revolution wurde im Fernsehen gezeigt, aber jetzt ist es Zeit, die Wiederaufleben in Echtzeit zu erleben. Anthrax ist vielleicht nie verschwunden, aber sie sind dabei, sich in einer nie für möglich gehaltenen Weise, zu wiedervereinigen – das klassische LineUp. Die klassischen Songs. Zeitloses Metal von einer zeitlosen Band. Joey Belladonna, Frank Bello, Charlie Benante, Scott Ian und Daniel Spitz ... Wieder unter den Lebenden. Metal thrashing mad and spreading the disease. „Es ist an der Zeit, auf die Bühne zu gehen und mit Charlie, Scott, Joey und Dan zu perfornen und diese Stimmung wieder aufzubauen“, sagt Frank Bello, der Anthrax etwas mehr als vor einem Jahr verließ, und in seiner kurzen Zeit seinen unauslöschlichen Stempel als Bassist hinterließ, in dem zukunftsträchtigen Aggro-Outfit Helmet. „Zeit, auf den Bauch zu hören, und mein Bauch sagt mir, dass die Zeit reif ist. Es gibt eine Magie bei uns fünf, eine Energie, die nicht berührt werden kann. Das ist eine mächtige, kraftvolle Energie. Wie haben etwas zu beenden, und eine jüngere Generation muss es sehen--- Es geht darum, das unbeendete Werk fertigzustellen. „Anthrax ist eine der ausgezeichneten amerikanischen Metal Bands aller zeiten. Sie haben jeden Trend der letzten zwanzig Jahre mitbekommen und sind heute immer noch aktuell.“ – Vinnie Paul, Pantera/Damageplan “Ich sehe ein wah-wah-pedal, und dann bin ich wieder wie ein Kind, ich brenne,“ sagt Gitarrist Daniel Spitz, der das letzte Jahrzent in selbst gewählter Isolation verbracht hat, seit er aus der Band Anthrax vor über zehn Jahren, ausgestiegen ist.

Aber es war nicht nur das Verlassen der Band, er ließ auch die Musik hinter sich und kehrte sich nicht um, riss die Stereoanlagen aus seinem Wagen, entfernte die Musik aus seinem Haus, gab seine Gitarren weg und ging wieder zur Schule, wo er vom Schreddern durch „Got The Time“ zum Uhren Reparieren wechselte und einer der gefragtesten Uhrmacher der Welt wurde.. „Die gleiche Leidenschaft, die ich früher bei Anthrax verspürt habe, habe ich nun bei der Uhrenmacherei. Die gleiche Leidenschaft habe ich auf der Bühne, um auf Menschen einzuschlagen. Es ist an der Zeit, Spitz Waffenlager abzufeuern und wieder einmal die Menschen zu zerstören – Anthrax ist zurück.“ Man kann aber nicht sagen, dass Anthrax immer überall hinging. In der Mitte der 80er und Anfang der 90er Jahre beherrschte Anthrax die Heavy-Metal-Hierarchie, ihre Thrash-Metal-Tendenzen schlugen frontal ein, mit einer unheimlichen Fähigkeit, geschmolzene Rhythmen, ansteckende Melodien und ungezügelten Metal in verdammt nahezu perfekten Songs verschmelzen zu lassen. Nach der Trennung von Frontmann Joey Belladonna im Jahr 1992, kehrten sie mit Armored Saint-Frontmann John Bush an der Spitze, für die epischen Sound Of White Nouse im Jahr 1993, zurück. „Wir nehmen immer noch Platten auf, Wir touren immer noch und wir sind immer noch relevant nach 20 Jahren“, sagt Gitarrist Scott Ian, das einzige Gründungsmitglied von Anthrax, das seit der gesamten Karriere dabei ist. „Wir haben gerade unseren 20sten Geburtstag als Band gefeiert, wir sind immer noch am Leben und wir können das machen. Könnte es einen besseren Grund dafür geben?“ Wie viele Gründe braucht man? Antrhax hat mehr als 10 Millionen Aufnahmen weltweit verkauft, waren nominiert für drei Grammy Awards, überquerten den Globus bei mehr als fünfzig Touren in 32 Ländern auf fünf Kontinenten, veröffentlichten zehn Studioalben, und haben einen unauslöschlichen Eindruck in der Musikindustrie hinterlassen.

Man sagte, man könne Rap und Metal niemals mischen, aber Anthrax hat es als erstes wahrgemacht, 1991 wurden die Barrieren zwischen den beiden Stilen, die viele nicht für möglich gehalten haben, gebrochen, durch die Zusammenarbeit mit Public Enemy, mit denen Anthrax 1991 „Bring The Noise“ produzierten. Bis zum Ende des Jahrzehnts konnte Anthrax von sich behaupten, ein völlig neues Genre in der Welt des Hard Rocks und Heavy Metals, erfunden zu haben. Doch selbst durch all das, nahm ANTHRAX sich selbst nie zu ernst. Während ihre Altersgenossen in einem Wettbewerb untereinander verwickelt zu sein, wer die schlechteste Band im Lande ist, intensivierten Anthrax den Trend, mit den gleichen Klamotten auf der Straße zu laufen, die ANTHRAX auch auf der Bühne trugen. „Es war nie die Idee, anders sein zu wollen, es lag nur daran, wie wir aussahen“, sagte Ian über die Bühnenmode der Band. „Wir sind gleich wie unser Publikum, normale Jungs. Es ist nicht etwas das Leder, Riemen und Spikes, es ging um kurze Hosen, Turnschuhe und T-Shirts. Das ist, was wir waren, und das ist, was wir trugen, warum sollten wir auf der Bühne anders ausschauen?

Es ging nie darum, in der Band eine Maske aufzusetzen, es geht nur darum, wir selbst zu sein.“ „Die Welt der Musik bedeutet für mich, dass Pioniere und Grundgesetzesbrecher besonders gewagte Dinge gegen die Ansicht der Kritiker und Nein-Sager tun, nur um Anerkennung zu erhaschen von jedem, wenn diese Innovation das Terrain überragt. Da ist keine Frage in meinem Kopf, die meine Freunde von Anthrax in dieser Hinsicht betreffen, die mich durch den Prozess, Geschichte zu machen, ziehen. Sie gingen ans Limit, ANTHRAX legen die Latte hoch mit Killer-Shows und Vollgas - Songs, die nicht nur unterhalten, sondern auch inspirieren“ – Chuck D., Public Enemy
Es war 1987 und Anthrax waren erfrischt von dem Erfolg ihres „Among The Living“ (Info | Shop) Durchbruchs, als sie das Dach der Metal Konvention wegwehten mit ihrem Rodney-Dangerfield-inspirierten Rap send-offs „I’m The Man.“ Es war weit entfern von „Madhouse“ und „Indians“, und Joey Belladonna erinnert sich gut daran. „Ich erinnere mich daran zu denken, ‚Was macht ihr da? Bin ich im falschen Raum gelandet?’“, emporgehoben von einer Diät von klassischem Rock – Belladonna sprach für Anthrax mit einer a capella Darbietung von Journey und war auf der Stelle engagiert – der Frontmann teilte allerding nicht die Liebe der Band zu den Klängen der Innenstädten , aber er liebte die Magie des Augenblicks die kaum in der Übersetzung verloren ging. „Jeder spricht darüber als wäre es ein große Rap Ding, aber die Tatsache dieser Angelegenheit ist, dass sie es auszogen, es mit ein bisschen Sinn für Humor wurzten, und ich glaube, das war sehr wichtig.

Wir genossen es, wir selbst zu sein, und das mag ich. Ich kann nur hoffen, dass das weiterhin anhält.“
„Wir sind einer der ersten, wenn nicht sogar die erste Band, die mit Shorts auf die Bühne kommen, aggressive Musik spielen und lächeln, während wir das tun“, sagt Schlagzeuger Charlie Benante, der nach Ian das längste Mitglied der Band ist.
Ohne zu zögern beschloss Benante, zur Band zurückzukehren, aufgrund der jüngsten Ermorderung von dem langjährigen Freund und Anthrax Fan und Pantera/Damageplan Gitarrist Dimebad Darrell. „Als Dime getötet wurde, änderte das komplett mein Denken über die Dinge. Der Umgang damit, der Sterblichkeit ins Gesicht zu blocken, all das war eine sehr emotionale Zeit… Man sagt immer, nach etwas schlechtem kommt etwas Gutes – Ist es nur, weil das Leben weitergeht, und man deshalb diese Leute wieder trifft? Braucht es eine Tragödie, um Menschen wieder zusammenzubringen? Ich weiß es nicht, aber wer weiß, wann wir die Chance haben, dies wieder zu tun…

Anthrax ist für mich eine der einflussreichsten Bands meiner Generation,, wenn auch einer dem am meisten unterschätzten, ohne wirklichen Grund – ANTHRAX sind prägnant, ANTHRAX sind schnell, ANTHRAX sind einfach rumdum verfickt geil. Ob sie Belladonna oder Bush hatten, ANTHRAX bleiben eine der besten Bands da draußen, ohne Ausnahme.“ – Corey Taylor, Slipknot

„Wir begannen als Kinder mit dieser Band, und das ist alles, was ich wusste“, sagt Spitz. „Eine Band ist die Summe der Teile, und jeder Teil hat seine eigene Magie, die sie unvergesslich macht. Jeder trägt etwas dazu bei, das es zu dem was, was es am Ende ist, und wenn du eine einzelne Person ersetzt, verändert das das Ergebnis. Da war eine Magie bei uns in Anthrax, und während der Zusammenarbeit war eine zeitlang ein Mysterium in unserer Band, aber es funktionierte…

Und ich kann es einfach nicht erwarten, es wieder zu tun. In den vergangenen zwei Jahrzehnten, war Heavy Metal der Soundtrack zur großen Schöpfung und Massenvernichtung. Und trotz allem, hat sich eins nie geändert: Anthrax sind immer noch bewaffnet und Anthrax sind immer noch gefährlich, und der Kriegtanz brodelt… Zeitsprung – 2005: Kurz nach dem begeistert aufgenommenen 2003er-Album „We’ve Come For You All“  (Info | Shop)- einer allseits gelobten, rundum gelungenen Sensation, eingesungen von John Bush – überraschten ANTHRAX die Metal-Welt mit der Ankündigung, Sänger Joey Belladonna würde für eine Wiedervereinigung im klassischen 80er-Lineup zurückkehren, die ANTHRAX nicht nur auf einer Welle headbangender Nostalgie einmal um die ganze Welt tragen, sondern sie auch wieder als Freunde und als die brutale Thrash-Maschine, die der Welt „Among The Living“ brachte, zusammenschweißen sollte.

Von der Tour zurückgekehrt mussten ANTHRAX feststellen, dass John Bush in der Zwischenzeit weitergezogen war, und sie einen neuen Sänger für die Aufnahmen zum „We’ve Come For You All“-Nachfolger – dem Album, das später „Worship Music“, ihr zehntes Studioalbum, werden sollte – würden rekrutieren müssen. ANTHRAX arbeitete für eine Weile mit einem Vokalisten, war aber im Jahr 2009 noch immer nicht auf einen langfristig geeigneten Nachfolger am Mikro gestoßen. „Unter keinen Umständen wollte ich zulassen, dass irgendetwas mein Lebenswerk zerstört“, kommentiert Scott Ian.
„Wir haben mehr durchgemacht als die meisten Bands in ihrer gesamten Karriere. Zugegeben, wir mussten keine Tragödie wie den Tod eines Bandmitglieds überstehen, doch sahen wir einer vollständig ungewissen Zukunft entgegen. In Ermangelung einer elaborierten Erklärung muss ich wohl einfach gestehen, ein sturer Scheißkerl zu sein, der sich, sobald er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, durch nichts und niemanden davon abbringen lässt.

Ihre missliche Lage ignorierend scharten sich die verbliebenen Bandmitglieder voller Überzeugung und Glaube an sich selbst für etwas zusammen, das sich zum größten Metal-Event des 21. Jahrhunderts auswachsen sollte: die allererste Show der Big Four. Sich für diesen Gig zusammenzunehmen und auf die Energie vergangener Tage zu besinnen war laut Charlie Benante genau der Anstoß, den ANTHRAX brauchten, um den Rost abschütteln und wieder auf die Beine kommen zu können. „Die ganze Big Four-Idee – und gleichzeitig die Idee, Joey fest in ANTHRAX zurückzuholen – kam in der Rock and Roll Hall of Fame auf“, fährt Benante fort. „Lars, Scott und ich unterhielten uns an der Bar und alberten herum, als Lars damit herausplatzte. Der Moment war regelrecht surreal – wir waren uns nicht sicher, ob er uns nur verarschen wollte. Genau in diesem Augenblick geschah es. Wir sagten uns ´wir müssen an dieser Sache festhalten´. Metallica brachten quasi den Stein ins Rollen, indem sie uns den notwendigen Arschtritt verpassten.“ „Joey war von ´85 bis ´92 unser Sänger, also zu der Zeit, als die Karrieren der ´Big Four´ begannen“, fügt Scott hinzu. „Somit war für uns klar, dass er derjenige sein musste, der uns auf diesen Big Four-Shows repräsentiert, und dass wir ihn unbedingt auf der neuen Scheibe dabeihaben wollten.“ Rob Caggiano nimmt den Faden auf: „Charlie rief also Joey an, sie unterhielten sich, und Joey äußerte Interesse. Wir trafen uns daraufhin alle in New York und obwohl niemand von uns wusste, was wir von diesem Treffen zu erwarten hatten, herrschte eine gute Stimmung.

Kaum hatten wir die erste Big Four-Show mit Joey absolviert, wussten wir, dass wir das richtige taten. Die Atmosphäre war unbeschreiblich und er klang besser denn je, die Reunion-Tour inbegriffen.“ Die Wiedervereinigung mit Joey Belladonna für diese urgewaltige, höchst erfolgreiche Tour, auf der ANTHRAX Seite an Seite mit Slayer, Megadeth und ihren alten Kumpels von Metallica spielten, warf die Frage auf, wie es weitergehen könnte, wer auf „Worship Music“ (Info | Shop) singen sollte und wie ANTHRAX an den „We’ve Come For You All“-Nachfolger herangehen würden. Einfach war es nicht, doch vom wilden Angriff auf „Earth on Hell“ bis zur blutroten Macht von „Fight’em ‘Til You Can’t” sind die Resultate erstklassig. „Über die Hälfte des neuen Albums war bereits fertig, bevor wir überhaupt wussten, wer darauf singen würde“, erläutert Charlie. „Nur Scott, Frankie und ich im Proberaum – genau wie damals, zu Zeiten der Arbeit an „Spreading The Diesease“. Nie werde ich den Tag vergessen, an dem ich Joey das erste Mal singen hörte. Ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper, war mehr als begeistert und versuchte mit die ganze Zeit vorzustellen, wie er wohl dieses oder jenes Stück singen würde. Und mit jedem neuen Song wuchs meine Euphorie.“ „Der Weg zum Album war ein schmerzhafter, aber ich denke, bei ANTHRAX zu sein ist allgemein mit Schmerzen verbunden“, lacht Bassist Frank Bello. „Nichts geschieht ohne Grund.

"Wenn ich jetzt das neue Album höre, verstehe ich, warum alles so geschehen musste, wie es geschehen ist – und ich liebe Joeys Stimme! Ich will ihm keinen Honig ums Maul schmieren, aber ich kann mich nicht erinnern, ihn jemals besser singen gehört zu haben als heute. Er verwirrt mich damit, dass er einfach nicht zu altern scheint und noch immer rausgehen und kraftvoll wie ein junger Löwe brüllen kann! Er wurde mit einer schwierigen Situation konfrontiert und ist daran gewachsen.“ Joey stimmt zu: „Es ist nicht leicht, mitten ins Geschehen geworfen zu werden. Ich fühle mich geehrt, doch gleichzeitig weiß ich, dass ich eine Menge dafür getan habe, hier zu stehen, indem ich aus tiefstem Herzen und nach Leibeskräften gesungen habe – es hat funktioniert!“ Und das ist eine Untertreibung. Co-produziert von Rob Caggiano und Jay Ruston (beide Grammy-nominierte Produzenten) bezieht das Album seinen Namen aus einer von Charlies nächtlichen Schlaflosigkeits-Attacken, während derer er beim Durchzappen der Fernsehprogramme auf ein religiös behaftetes Infomercial mit dem Titel „Worship Music“ gestoßen war. Eine passende Überschrift für ein unbestreitbares Meisterstück übermenschlichen Riffings, bekräftigt durch eine Melodiengewalt, die von ANTHRAXs vollkommener Vormachtsstellung im Songwriting zeugt. Von den himmlisch eindringlichen Tönen in „Worship“ – einem atmosphärischen, von Charlie komponierten Stück – bis zum mitten-in-die-Fresse-Angriff des Openers „Earth On Hell“ sind die Ergebnisse umwerfend. „Worship Music“ weist auch tiefgründigere Seiten auf. „Der Song ´In The End´ verströmt ausgesprochen viel Melancholie“, äußert Charlie. „Er hat im eigentlichen Sinne nichts mit der Band, sondern mit zwei Menschen, die einen engen Bezug zu uns hatten, zu tun – Dimebag und Ronnie James Dio. Sie waren beide Helden und hatten einen riesigen Einfluss auf uns. Darrell spielte auf den letzten drei ANTHRAX-Alben, war quasi ein sechstes Bandmitglied, und Ronnie war immer ein Champion für uns, der uns mit auf Tour nahm und uns immer fantastisch behandelte. Dieser Track musste kreiert werden und sein Entstehungsprozess war sehr kathartisch für uns.“ „Es ist ein episches Stück Musik“, fügt Scott hinzu. „Ich hatte die ganze Zeit den Gedanken im Hinterkopf ´wenn ich unsere Emotionen nur in Textform bringen könnte, ohne komplett schmalzig zu klingen, würde sich dieser Song wie kein Zweiter dazu eignen, unsere Gefühle diesen beiden Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen`. ´ Did we ever tell you how much we loved you, tearing my head off, tearing my face off, ripping my heart out´ - das ist durchaus positiv gemeint. Von dem Moment an, in dem ich das erste Mal Ronnie James Dio hörte, war meine Welt für alle Zeiten auf den Kopf gestellt.“

„Worship Music“ enthält daneben eine weitaus offensichtlichere Huldigung an ANTHRAXs größte Inspirationsquelle Judas Priest - überraschenderweise unter dem Titel „Judas Priest“. „Der Track entstand, als bekannt wurde, dass sie aufhören würden“, erklärt Scott. „Diese Nachricht traf mich sehr – fast vergleichbar mit der Trauer über Ronnies Tod oder dem Mord an Darrell. Meine Gedanken waren in etwa: ´Ist das also der Gang der Dinge, muss ich miterleben, wie alle meine Helden verschwinden?´ Die Vorstellung einer Welt ohne Judas Priest deprimierte mich, sodass ich mit Charlie darüber sprach und wir uns einigten, einen Song mit dem Titel ´Judas Priest´ zu schreiben. Es ist ein reiner, unverhohlener Metal-Song und damit ein Tribut in sich selbst.“ Neben dem kolossalen Crescendo von „Crawl“ und der unwiderstehlichen Eingängigkeit von „The Devil You Know“ gleicht „Worship Music“ einer auf die Welt losgelassenen Massenvernichtungswaffe, deren Auswirkungen bereits deutlich wurden, als im Juli neue Artworks des weltbekannten Comic-Zeichners Alex Ross und „Fight’em ‘Til You Can't” als kostenloser Download auf Anthrax.com hochgeladen wurden, welche wie ein Wirbelsturm über das Internet hinwegfegten. „Wir haben unsere Fans so lange warten lassen, dass sie ein Geschenk verdient hatten“, äußert Scott. In Anbetracht der Tatsache, dass ANTHRAX heuer seit 30 Jahren tapfer kämpfen, wirkt Scotts Sentimentalität besonders ergreifend. Wie es sich anfühlt, drei Dekaden nach Beginn der Bandkarriere ein neues Album zu veröffentlichen? „Es macht mich geradezu verrückt, dass so viel Zeit verstrichen ist“, gibt Charlie zu. „Innerlich fühle ich mich genauso wie früher, doch hätten wir diese Scheibe vor zehn Jahren aufnehmen wollen, wäre ich weitaus stärker auf den Faktor Bedeutsamkeit bedacht gewesen. Heute schere ich mich überhaupt nicht mehr drum. Schließlich geht es darum, das zu tun, wovon wir glauben, dass es den Fans gefällt. Es fällt mir schwer, Vergleiche mit früher zu ziehen.

"Anno 2011 dreht sich mein Tag noch immer um ANTHRAX. Ich liebe es, wie das neue Album unsere gesamte Karriere widerspiegelt und kann es kaum erwarten, dass die Leute die Scheibe endlich zu hören bekommen.“ Im Laufe der vergangenen 30 Jahren haben ANTHRAX Verkaufszahlen von über zehn Millionen Alben erreicht. Zudem kann ANTHRAX auf vielfache Gold- und Platin-Auszeichnungen, Grammy-Nominierungen und jede Menge weitere Ehrungen seitens der Musikindustrie, der Medien und der Fans zurückblicken.

Am 17.10.2014 wird die neue Live-Konzert-DVD/Blu-Ray „Chile On Hell“ (Info | Shop) veröffentlicht. „Chile On Hell“ wurde im Teatro Caupolican in Santiago, Chile am 10. Mai 2013 aufgezeichnet. Die Show beinhaltet Songs aus dem gesamten Backkatalog der Band.



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