TANKARD

Als sich im Jahr 1982 vier langhaarige Metal Maniacs in Frankfurt am Main dazu entschlossen haben, eine Band namens TANKARD (engl. für „Bierkrug“) zu gründen, ahnte wohl keiner der Beteiligten, dass es die Gruppe über drei Jahrzehnte später noch immer geben würde, geschweige denn, dass die Band sich zur Speerspitze des deutsche Thrash Metal mausern würde. Doch es gibt sie noch! Und das ohne Unterbrechung. Im Zeitalter zahlloser „Reunion-Phantome“, die mal kurz aus der Gruft schießen, die Hand aufhalten, um dann wieder zu Staub zerfallen, hielten TANKARD die Flagge des Thrash Metal unerbittlich nach oben: eine respektable Leistung! NOT ONE DAY DEAD!

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Und so feiern die Erfinder der sinnbefreiten Stilrichtung „Alcoholic Metal“ im Jahr 2017 mit ihrem 17. Studioalbum »One Foot In The Grave« ein beinahe unglaubliches Jubelfest: Wir erheben unsere Humpen auf 35 Jahre TANKARD.

Jedoch ist es längst nicht mehr so, wie der Stern 1988 in einem größeren Feature über die „Subkultur Heavy Metal“ schrieb: „Ihre Musik klingt als würde ein vollbeladener Zug mit Bierkrügen entgleisen.“ Denn trotz allem Humor darf man TANKARD auf musikalischer Ebene keineswegs unterschätzen. Die Band brachte kontinuierlich starke Alben auf den Markt und hat sich nicht zuletzt mit Alltime-Classics wie '(Empty) Tankard', 'The Morning After' oder 'Chemical Invasion' den Status als Kultband mehr als verdient. Ausverkaufte Clubshows, Tourneen in Südamerika und Asien, Auftritte auf den größten Metal-Festivals der Welt (Wacken Open Air, Hellfest, Graspop Metal Meeting, Summer Breeze…) sowie die jüngsten Charterfolge zeugen von der Popularität der Frankfurter Urgesteine.

Und auch wenn der Titel des neuen Albums etwas anderes mutmaßen lässt, TANKARD klingen im 35. Jahr keineswegs nach Ruhestand: Das neue Album sprüht vor Ideenreichtum, Frische und Aggressivität. Songs wie 'Syrian Nightmare', 'Arena Of The True Lies' oder der Titeltrack 'One Foot In The Grave' reihen sich nahtlos in die lange Reihe der Bandklassiker ein. Zudem lassen Gerre & Co. dieses Mal den Spaß wortwörtlich beiseite und packen die gesellschaftskritische Keule aus. Selbst der traditionelle Biersong 'Secret Order 1516' wurde mit Sozialkritik gewürzt. Fans des TANKARD-typischen Humors kommen bei 'Sole Grinder' allerdings trotzdem auf ihre Kosten. Der Song ist eine Hommage an Bandmanager Buffo Schnädelbach (Gerre: „Deutschlands lustigster Choleriker“) - natürlich mit einem gewohnten Augenzwinkern.
Auch wenn sich im Laufe der letzten drei Dekaden vieles geändert hat, eines ist noch genau wie am Anfang: TANKARD sind vier Metal Maniacs aus Frankfurt - authentisch, laut und manchmal betrunken. Und daran wird sich auch in den nächsten 35 Jahren nichts ändern!



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