THEN COMES SILENCE

Post Punk ist tot. Aber bevor jetzt gleich alle ihre JOY DIVISION-Jutebeutel wegschmeißen, muss gesagt werden: Das ist auch gut so! Post Punk sollte nie am Leben sein, war nie dazu bestimmt, Ausdruck einer gewissen Lebendigkeit zu sein. Post Punk war, ist und bleibt der Blick in die Leere, der Widerhall einer Welt am Abgrund, die schon morgen nicht mehr dieselbe sein könnte. In den Achtzigern wussten das versehrte Grenzgänger wie Curtis, Coleman und Smith, heute ist es an Bands wie THEN COMES SILENCE, dieses Gefühl eines ungewissen Morgens in Klang zu verwandeln.

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Es sieht nicht viel besser aus in der Welt als damals in den Achtzigern. Das säbelrasselnde Monster am roten Knopf, das damals Reagan hieß, heißt heute Trump und tweetet atomare Sehnsucht über den digitalen Highway hinaus, die Welt zieht die Mauern hoch und die Köpfe ein, hält kollektiv den Atem an. Dieses erschütterte Atemholen, diese Ruhe vor dem Sturm, ist so etwas wie der Post Punk-Nukleus, damals wie heute, apokalyptisch aktuell. Und wenn eine kontemporäre Band diese Schönheit einer Welt in Trümmern in düster schimmernde, desolate Musik zu kleiden weiß, dann sind es die Stockholmer THEN COMES SILENCE. „Jeder Tag bringt uns näher an den Untergang“, ist sich Oberhaupt Alex Svenson sicher. „Bevor es irgendwann besser wird, muss es erst mal richtig schlimm werden.“ Wer diese These nicht glaubt, dem sei nur mal ein Blick aus dem Fenster geraten.

„Der Rest ist Schweigen.“ Wie schon Hamlet wusste, hat alles irgendwann ein Ende. Ist unwiederbringlich vorüber. Für immer. Auf ihrem vierten Album »Blood« schöpfen THEN COMES SILENCE eine bemerkenswerte Energie, eine Art sehnsüchtiges Manifest an den unausweichlichen Untergang, der das hier alles ja irgendwie doch erst lebenswert macht.