MY DYING BRIDE

Im Jahr 1990 gründeten Aaron, Andy, Calvin und Rick MY DYING BRIDE und nach nur sechs Monaten veröffentlichte das Quartett aus West Yorkshire bereits das erste Demo »Towards The Sinister«, das heutzutage als echter Klassiker angesehen wird. Und während die erste 7‘‘ Single »God Is Alone« noch unter der Flagge des französischen Labels Listenable veröffentlicht wurde, fand Peaceville Records bald Interesse an dem einzigartigen Sound der Band und nahm sie kurz darauf unter Vertrag.

Die erste Veröffentlichung aus diesem Zusammenschluss war die EP »Symphonaire Infernus Et Spera Empyrium«, das bereits das neue Mitglied Ade am Bass stehen hatte und bald erlangte die Truppe internationale Aufmerksamkeit mit ihrem ersten Longplayer »As The Flower Withers«.

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Auch die zweite EP wurde ein Erfolg und bald kündigte die Band ihre erste Headlinertour an, die allerdings in letzter Sekunde abgesagt werden musste, da Schlagzeuger Rick sich während dem Dreh eines Musikvideos verletzte. Doch der Doomwalzer war noch lange nicht beendet und trotz des Unfalls bei den Dreharbeiten gelang es dem Video bei MTV im Programm aufgenommen zu werden und schon schnellte die EP in die Kerrang Charts.

Zu der Zeit, wo sie den klassisch ausgebildeten Geiger und Pianisten Martin Powell als Vollzeitmitglied aufnahmen, wurden MY DYING BRIDE bereits als Doomvisionäre gefeiert und mit ihrem zweiten Album »Turn Loose The Swans« (1993) erhielten sie von Fans und Kritikern gleichermaßen Lob. Doch MY DYING BRIDE ruhten sich nicht auf ihren Lorbeeren aus und 1995 folgte bereits ihr legendäres drittes Album »The Angel And The Dark River«. Mit episch langen Tracks und intensiver depressiver Atmosphäre wurde die Scheibe zu einem Klassiker der Band und brachte sie ins Vorprogramm von IRON MAIDEN und unlängst wurden sie zusammen mit PARADISE LOST und ANATHEMA als ‚Englands Goldene Drei des Doom Metals‘ bezeichnet.

Nur ein Jahr später folgte »Like Gods Of The Sun« und obwohl sie darauf einen klareren und ruhigeren Klang an den Tag legten, trennten sie sich doch nie völlig von ihren Death Metal Wurzeln und sogar Ronnie James Dio war so begeistert von der Band, dass er sie auf seine US-Tour einlud. Leider war es erneut Schlagzeuger Rick, der sich eine lähmende Krankheit einfing und letztendlich sogar gezwungen war, die Band zu verlassen. Ersatz kam von Bill Law, der bei MY DYING BRIDEs Labelkollegen DOMINION gespielt hatte und bei den Aufnahmen zu »34.788%... Complete« aushalf.

Das Album klang unterschiedlich zu den vorherigen und lieferte Experimentierfreudigkeit von Seiten der Band, auch wenn viele Fans die Veränderung widerwillig akzeptierten. Leider hielt das Pech mit den Schlagzeugern an und nach einem erneuten Line-Up-Wechsel und Ausstieg von Violinist Martin wurde das sechste Studioalbum »The Light At The End Of The World« veröffentlicht, mit dem die Band zu ihren Wurzeln zurückkehrte.

Im Jahr 2000 konnten MY DYING BRIDE bereits auf eine erfolgreiche Karriere als Avantgarde Doomster zurückblicken und sie veröffentlichten die Raritätensammlung »Meisterwerk I« und »Meisterwerk II«, bevor das siebte Album »The Dreadful Hours« das Licht der Welt erblickte und mit zahlreichen Gastmusikern zu einem weiteren Klassiker von unendlicher Traurigkeit wurde, oder wie Andrew es beschrieb: "Ich versuche, eine Atmosphäre der Unsicherheit zu vermitteln, von unendlichem Leid. So viel Leid, dass man es gar nicht aushalten kann“.
2002 folgte die erste Live-DVD, die zweieinhalb Stunden Musik enthielt, darunter die beeindruckende Performance aus Krakow und weitere Live-Ausschnitte, sowie ein Filmchen, in dem Aaron seine Artwork-Sammlung präsentierte. Die Live-CD »The Voice Of The Wretched« folgte kurz darauf.

»Songs Of Darkness, Words of Light« wurde dann zum achten Longplayer der Band und für diese CD nahmen MY DYING BRIDE endlich wieder ein Musikvideo auf, nachdem sie jahrelang darauf verzichtet hatten. Sie schlossen sich mit Regisseur Dave Palser zusammen und nach dem Erfolg von ‚The Price Of Beauty‘ entschlossen sie dich dazu, ein weiteres Video mit Dave zu drehen – ‚Blue Lotus‘. Problemlos schafften die Clips es in die Programme aller großen Musiksender.

Im September 2005 erschien dann MY DYING BRIDEs zweite DVD mit Namen »Sinamorata«, die ihre Show in Antwerpen neben den zwei neuen Musikvideos und zahlreichen Fanclip enthielt.

Im Frühling 2006 begab die Band sich in die Academy Studio, um »A Line Of Deathless Kings« aufzunehmen, mit John Bennett von THE PROPHECY am Schlagzeug und Langzeitproduzenten Mags hinter den Reglern. Gemixt wurde das Album in The Chapel von Lincolnshire und gemastert in den famosen Abbey Road Studios.

Die Pechsträhne mit den Schlagzeugern wollte allerdings einfach kein Ende nehmen und so verließ John Bennett gemeinsam mit Basser Adrian die Band – Ersatz wurde mit Lena Abé und Dan Mullins gefunden, bevor die Truppe ihre ersten Konzerte für das Jahr ankündigte. Sehr zur Überraschung der Fans fand die Violine wieder ihren Weg in die Musik von MY DYING BRIDE mit dem neuen Mitglied Katie Stone und gemeinsam spielte die Band langersehnte Shows mit ihren berühmten Doom-Kollegen ANATHEMA und PARADISE LOST in Paris und London.
Bald war die Arbeit an ihrem Album »For Lies I Sire« abgeschlossen, das bis heute als eines der größten Highlights in der Bandgeschichte erachtet wird. Poetisch, düster und voller Bitterkeit untermauerten MY DYING BRIDE erneut ihren Status in der Szene und zu ihrem 20. Bandjubiläum wurde »Evinta« veröffentlicht.

»A Map of All Our Failures« folgte im Jahr 2012 und auf diesem Full-Length-Album lieferte die Band einen raueren Sound ab, doch die Atmosphäre blieb die Gleiche und Andrew beschrieb das Album später als „kontrollierter Abriss jeglicher Hoffnung“.

Nach einem erneuten Line-Up-Wechsel entstand ihr letztes Studiowerk »Feel The Misery« und einige ausgewählte Shows wurden gespielt, bevor die Band im Jahr 2017 bekanntgab, dass sie bei NUCLEAR BLAST unterschrieben hatte.

Nach 27 Jahren in der Szene sind MY DYING BRIDE ein unumstößlicher Pfeiler, der stets seinem depressiven und rabenschwarzen Sound treu geblieben ist. Aktuell arbeiten sie an frischem Material, mit dem sie neue Horizonte ansteuern…