BRUJERIA

BRUJERIAs Legende erstreckt sich über beinahe drei Jahrzehnte. Als die Band 1989 zum ersten Mal aus der ausgedörrten Höllenlandschaft von Los Angeles auftauchte, stand die Stadt kurz vor dem Chaos. Daryl Gates regierte das LAPD mit eiserner Faust und war Herr über eine Legion von blauen Anzügen tragenden Stormtroopern, die bei jeder Gelegenheit braune und schwarze Schädel zum Bersten brachte. Rodney King, die Unruhen '92 und die Propaganda gegen Immigranten des kalifornischen Gouverneurs Pete "Pito" Wilson waren alle am trostlosen Horizont.

Die mexikanisch-amerikanischen Unruhestifter von BRUJERIA griffen die Stimmung der Minderheiten der Stadt mit ihrem unbekannten und weitesgehend indizierten 1993er Debüt "Matando Güeros" („Das Töten von Weißen“) auf und wurden rasch zum spanischsprachigen Gegenstück der frühen Grindcore-Meister TERRORIZER und NAPALM DEATH. Es folgten die Alben "Raza Odiada" und "Brujerizmo". Von Texter und Mastermind Juan Brujo angeführt, gingen abwechselnd Gerüchte über BRUJERIA um, dass sie satanische Drogenbarone und Mitglieder von etablierten Metalbands seien. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

Aber nun wieder in die Gegenwart: Mit der EP "Viva Presidente Trump!" äußern BRUJERIA Kritik an den aktuellen Verhältnissen in den USA, der Wahlkampagne und den Äußerungen Trumps.

"Pocho Aztlan" ist BRUJERIAs erstes Album nach 16 Jahren. Der Titel bedeutet übersetzt "Vergeudetes versprochenes Land", eine Kombination aus Aztlán, der sagenumwobenen Stammheimat der Azteken, und dem Begriff Pocho, den die Ur-Mexikaner - nicht immer in einem freundlichen Zusammenhang - für ihre in den Staaten geborenen Gegenstücke verwenden. Brujo ist selbst Pocho, ein zwischen zwei Welten gefangener Mann. Viele Pochos werden in Mexiko nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Inzwischen gelten sie in ihrer angenommenen US-Heimat zu oft als zweitklassige Bürger. Brujo hat beide Szenarien durch die Kraft von BRUJERIAs kompromisslosem Grindcore und Death Metal überwunden. Seine komplett spanischen Texte sind genauso lebhaft wie effektiv: Bona Fide-Erzählungen von der Frontlinie des Drogenkriegs, von Rassentrennung und vom Kampf um die Grenze. „Viele BRUJERIA-Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten“, erzählt Brujo. „Und wenn sie noch nicht geschehen sind, dann werden sie noch passieren.“