2012

Nightwish2012, nicht nur das Jahr des prophezeiten Weltuntergangs, sondern auch 25. Jubiläumsjahr von NUCLEAR BLAST, wurde durch die frohe Botschaft weiterer Goldauszeichnungen für NIGHTWISHs Opus „Imaginaerum“ eingeläutet - Deutschland, die Schweiz und die Slowakei verpassten dem monumentalen Rundling seinen wohlverdienten Edelmetall-Überzug.

BiohazardAls erste 2012er-Veröffentlichung brachte die legendäre US-Hardcore-Combo BIOHAZARD am 20. Januar ihre langersehnte erste Scheibe im Original-Lineup seit rund zweieinhalb Dekaden unters Volk und erntete für den mit „Reborn In Defiance“ betitelten Dampfhammer reichlich Lob seitens der internationalen Musikpresse. Gleiches lässt sich vom finnischen Newcomer-Sextett BATTLE BEAST behaupten: Nach ihrem glorreichen W:O:A Metal Battle-Sieg im Jahr 2010, trumpften die Heavy Metal-Jungspunde Ende des Monats mit einer reinrassigen Stahlplatte in bester NWoBHM-Manier auf, die sie in die denkbar beste Ausgangsposition für die anstehende Europatour als Support ihrer Label-Kollegen NIGHTWISH versetzte.

Den Februar eröffneten die Schweizer New Wave Of Folk Metal-Giganten ELUVEITIE mit ihrem neuen Album „Helvetios“. Ein Silberling wie aus einem Guss, der die internationale Presse zu Recht in Verzückung versetzte und sämtliche stilprägende Elemente des Oktetts in Form von 17 unvergleichlich energischen, emotionsgeladenen Folk-Hymnen unter einem Dach vereinte. Am selben Tag, nämlich dem 10. Februar, legten zudem die tasmanischen Teufel von PSYCROPTIC das nunmehr fünfte Studio-Zeugnis ihrer atemberaubend groovenden Technical Death Metal-Gewalt ab, das den Ausnahmestatus der brutalen Dampfwalze aus Down Under innerhalb des Genres einmal mehr festigte. Überraschend heftig ging es auch Ende des Monats beim Traditionalisten-Trio RAGE zur Sache – Bandkopf Peavy und seine Mannen verpassten dem passenderweise mit „21“ betitelten 21sten Studioalbum ihrer Karriere den wohl deftigsten Härte-Aufguss, den je eine RAGE-Platte zu spüren bekommen durfte, ohne jedoch ihr geradezu legendäres Gespür für Ohrwurm-Refrains und Dauerbrenner-Melodien in die Besenkammer zu sperren. Ein Hammer durch und durch!

MeshuggahDie zweite Single “The Crow, The Owl And The Dove” des NIGHTWISH-Meisterwerks “Imaginaerum” eröffnete den nahezu sommerlich anmutenden März. Es schlossen sich die niederländischen Symphonic-Metal-Ikonen EPICA an, deren „Requiem For The Indifferent“ zweifelsohne das von Gitarrist Mark Jansen im Vorfeld versprochene unvergessliche Erlebnis bot. Der achte Teil der Mutter aller Clip-Collections versetzte alle Liebhaber von metallischen Musikvideos in der Monatsmitte in Verzückung – als fettes 2DVD+BluRay-Package offerierte die „Monsters Of Metal 8“-Multimedia-Bombe rund sieben Stunden feinste audiovisuelle Kost aus sämtlichen Subgenres des Metal. Dem Albumtitel gemäß setzten uns die schwedischen Urväter des Tech-Thrash MESHUGGAH einen wahren „Koloss“ mit vertrackten Killer-Kompositionen der Spitzenklasse vor. Kur darauf zog dann ein Urgestein des traditionellen Thrash Metal nach – die legendären OVERKILL proklamierten das „Electric Age“ und setzten die Szene mächtig unter Strom!

Wenn die Teutonen-Metal-Legende ACCEPT ein neues Werk vorlegt, ist die Freude erfahrungsgemäß riesig. Sie steigerte sich ins Unermessliche, als sich Anfang April herausstellte, dass dem letztjährig vielfach zum „Album des Jahres“ gekürten Comeback-Meisterwerk „Blood Of The Nations“ ein ebenbürtiger Nachfolger zur Seite gestellt wurde. Mehr noch – der allseits umjubelte Geniestreich „Stalingrad“ übertraf seinen Vorgänger in mancherlei Hinsicht gar und sicherte sich im Handumdrehen die Pole-Position im Rennen um den Titel „Album des Jahres 2012“! Die Kult-Punk-Thrasher MUNICIPAL WASTE konnte man getrost ins All schießen… um sie dort ihr ungemein unterhaltsames Unwesen treiben und uns in Form ihres neuen Outputs „The Fatal Feast (Waste In Space)“ daran teilhaben zu lassen! Von NIGHTWISHs goldgeadeltem Opus Magnum „Imaginaerum“ wurde zum selben Zeitpunkt im Zuge der angebrochenen Welttournee eine edle Tour-Edition veröffentlicht. Ungleich finsterer fiel das elfte Studioalbum der schwedischen Death-Urgesteine UNLEASHED aus, die auf „Odalheim“ mit dem pechschwarzen Pinsel des Verderbens ein traditionsgemäß eng mit der nordischen Mythologie verflochtenes postapokalyptisches Portrait der Extraklasse zeichneten. Im melodischen Death-Metal-Bereich begeisterte zum Monatsende das erste BEFORE THE DAWN-Album nach dem Ausstieg von Lars Eikind und Atte Palokangas. Auch ohne Lars charakteristischen Klargesang konnte „Rise Of The Phoenix“ in seiner ganzen hymnisch-düsteren Brutalität die Kritiker durch die Bank in Verzückung versetzen und allenthalben grandiose Punktzahlen absahnen!


Der Wonnemonat Mai bescherte uns nicht nur die ersten sommerlichen Tage des Jahres 2012, sondern ließ mit einem skandinavischen Veröffentlichungs-Dreierpack der Extraklasse auch die Sonne aus den Boxen unserer Anlagen scheinen! Den Finnen von SONATA ARCTICA gelang es, nur das Beste der Eingängigkeit früherer Glanztaten mit den experimentellen Ansätzen der jüngeren Alben in perfekten Einklang zu bringen, was unter dem Titel „Stones Grow Her Name“ im vielschichtigsten Werk ihrer Karriere resultierte. Gerade einmal eine Woche später schlug dann die Schweden-Front mit einem Doppeltreffer ins Schwarze zurück: Die Epic-Power-Metaller SABATON ließen auf „Carolus Rex“ in einem bombastischen Hit-Feuerwerk das schwedische Imperium wiederaufleben und konnten spätestens ab diesem Zeitpunkt als rechtmäßige Herrscher ihres Genres gekrönt werden. Mit weniger Bombast aber dafür umso mehr traditionellem Heavy-Metal-Riffing feierten GRAND MAGUS ihren Begeisterungsstürme auslösenden Einstand bei Nuclear Blast und stellten auf „The Hunt“ einmal mehr ihre beeindruckende kompositorische Klasse unter Beweis.


GotthardDer Juni präsentierte sich in seiner heißesten Form – nicht nur, zur Freude aller Festivalbesucher, in meteorologischer-, sondern auch in veröffentlichungstechnischer Hinsicht. Unmittelbar zum Monatsanfang meldete sich das Schweizer Hard-Rock-Urgestein GOTTHARD mit der ersten Platte nach dem tragischen Unfalltod ihres Frontmanns Steve Lee im Jahr 2010 zurück. Auf „Firebirth“ gab Neu-Sänger Nic Maeder seinen Einstand am Mikro und die Rocker vollzogen in stilistischer Hinsicht eine Rückbesinnung auf ihre musikalischen Wurzeln, wofür sie von Presse und Fans gleichermaßen tosenden Beifall ernteten. Am selben Tag ließen die Label-Neuzugänge und Thrash-Legenden KREATOR ihren „Phantom Antichrist“ auf die Metalwelt los – eine wahrhaft gigantische Platte voller künftiger Klassiker! Einen deftigen Modern-Metal-Punch zwischen die Augen verpassten uns die Dänen von MNEMIC in Form ihrer „Mnemesis“, während Luca Turilli die Fans auf der ersten Scheibe „Ascending To Infinity“ seiner neuen Formation LUCA TURILLI’S RHAPSODY, die infolge der Abspaltung von RHAPSODY OF FIRE aus der Taufe gehoben worden war, in bester RHAPSODY-Tradition auf eine traumhaft-cineastische Reise durch die schillernden Klangwelten des Film Score Metal entführte. Abgeschlossen wurde der Monat von einem zünftigen Death-Metal-Dampfhammer, mit dem die legendären US-Todesmetaller NILE um Mastermind Karl Sanders alles kurz und klein schlugen. Einem Odem der Verwesung gleich, drang der beißende Fäulnisgeruch von „At The Gate Of Sethu“ aus den tiefsten Tiefen der NILE’schen Katakomben allen Anhängern des Morbiden und Extremen in die Nase und versetzte sie in geradezu orgiastische Verzückung!

testament
Mitte Juli feierte mit BURY TOMORROW aus dem Vereinigten Königreich eine weitere vielversprechende Metalcore-Combo ihren fulminanten Label-Einstand – „The Union Of Crowns“ setzte in Sachen fetter Screams und Breakdowns neue Maßstäbe. Zwei Wochen darauf bekamen dann alle Thrash- und Death-Liebhaber ihre amtliche Vollbedienung: Die kanadischen Nothern Hyperblaster KATAKLYSM warfen in Form des prall gefüllten 2-DVD+2-CD-Bundles „Iron Will – 20 Years Determined“ einen Blick zurück auf zwei erfolgreiche Dekaden Bandgeschichte. Derweil verführten die deutschen Alcoholic-Thrasher TANKARD auf ihrer 30-Jahre-Jubiläumsplatte „A Girl Called Cerveza“ einmal mehr zu feuchtfröhlichen Exzessen, während die legendären TESTAMENT mit ihrem vielfach zum „Album des Monats“ gekürten Hammerwerk „Dark Roots Of Earth“ ein für allemal unter Beweis stellten, dass es anstelle der „Big 4“ eigentlich die „Big 5“ geben müsste! So dauerte es nicht lange, bis sich die allgemeine Begeisterung auch in den deutschen Albencharts niederschlug: ein phänomenaler #4 für TESTAMENT und ein mehr als verdienter #32 für TANKARD!

ThresholdAuf ihrem achten, sowohl in finnischer als auch englischer Version erschienenen Studioalbum „Manala“ (zu Deutsch „Unterwelt“) brachten uns die finnischen Folk-Metal-Pioniere KORPIKLAANI Anfang August die „Kalevala“ – das National-Epos ihres Heimatlandes – näher, und stießen mit ihrer Mythen-Kunde auf derart große Begeisterung, dass die Scheibe auf einen sensationellen # 47 der deutschen Albencharts einstieg – der höchste deutsche Charteinstieg der Bandgeschichte!
Metal-Queen DORO Pesch lieferte in Form der 4-Track-EP „Raise Your Fist In The Air“ einen Vorgeschmack auf ihr anstehendes Nuclear-Blast-Alben-Debüt „Raise Your Fist“, während die Schweizer „New Wave Of Folk Metal“-Urväter (und –Mütter) ELUVEITIE mit „The Early Years“ – einem 2-CD-Digipak, bestehend aus einer kompletten Neueinspielung der ersten EP „Vên“ und einer neu gemasterten Version des Debütalbums „Spirit“ – ihr 10. Bandjubiläum zelebrierten. Beschenkt wurden sie dafür mit einem 67. Platz in den deutschen Albencharts!
Am 24.8. meldeten sich schließlich nach fünf Jahren Funkstille die britischen Progressive-Metal-Legenden THRESHOLD mit einem Knall zurück. „March Of Progress“ wurde aus dem Stand zigfach zum „Album des Monats“ (u.a. im Rock Hard, Rock It! und Guitar) gekürt sowie als „Prog-Album des Jahres“ gehandelt und staubte allerorts Höchstpunktzahlen ab.
Abgesehen von genannten starken Veröffentlichungen, sorgten die Neuigkeiten von zwei für die Firmenhistorie bedeutsamen Kooperationen für Aufsehen: Markus Staiger bildete mit dem ehemaligen A&R von Roadrunner Records, Monte Conner, eine neue Allianz in den USA: Nuclear Blast Entertainment. Das neue Label würde die Kerngeschäfte künftig zum Großteil mit der bereits etablierten U.S. Filiale von Nuclear Blast in L.A. abwickeln. Conner, der nach 25 Jahren Roadrunner verlassen hatte, war dort für die Entdeckung und Förderung einiger der erfolgreichsten Hard Rock und Metal Bands in der Geschichte des Labels verantwortlich gewesen.
Außerdem plante Nuclear Blast, seine Position im britischen Markt deutlich zu verstärken. Das Label konnte dafür den ehemaligen Managing Director von Roadrunner Records, Mark Palmer, für sich gewinnen, der das erste UK Büro von Nuclear Blast aufbauen und leiten würde. Palmer war praktisch fast von der Gründung an bei Roadrunner Records tätig und zeichnete maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich das Label zu einem der erfolgreichsten und respektiertesten seiner Art in der gesamten Metal-Welt entwickelte.

Der September brachte gute Neuigkeiten für all jene, die aufgrund der genialen vormonatlichen Veröffentlichung THRESHOLDs nun unheilbar vom Prog-Virus befallen waren: Die „Definitive Editions“ – eine mit reichlich Bonusmaterial versehene Serie von Wiederveröffentlichungen aller THRESHOLD-Alben der Prä-Nuclear-Blast-Ära – des Banddebüts »Wounded Land« sowie des Nachfolgers »Psychedelicatessen« boten virtuose Kompositionskunst in Reinkultur. Die Label-Neuzugänge ORCHID hinterließen in Form der 4-Track-EP »Heretic« eine erste wohlriechende Duftnote im nuklearen Dunstkreis, während die schwedischen Highway-Piraten BULLET mit »Full Pull« in bester AC/DC-meets-ACCEPT-Manier ausgelassen dem wilden Rock’n’Roller-Dasein frönten. WITCHCRAFT, einst aus derselben schwedischen Combo hervorgegangen wie die Classic Rocker GRAVEYARD, ließen derweil auf »Legend« die gute alte Zeit der analogen Aufnahmen wiederaufleben. Ungleich extremere Töne schlugen die Norweger von ENSLAVED an – und schafften es mit »RIITIIR« auf die Pole Positions der namhaftesten europäischen Metalmagazine. Fans der düster-melancholischen Romantik griffen indessen zur neuen blutroten Offenbarung »X« der Helsinki-Vampire THE 69 EYES.

Die einstige britische Nachwuchs-Hoffnung SYLOSIS – mittlerweile zur festen Label-Größe avanciert – eröffnete unter dem programmatischen Titel »Monolith« den Oktober mit dem mächtigsten und gleichzeitig reifsten Werk der Bandgeschichte, während THRESHOLD mit dem zweiten Schwung der „Definitive Editions“, bestehend aus den Re-Releases von »Extinct Instinct« und »Clone«, zur neuerlichen Zeitreise in Prog-Sphären vergangener Tage luden. Acht lange Jahre nach Veröffentlichung des selbstbetitelten Debütalbums erlösten WINTERSUN um Mastermind Jari Mäenpää endlich die Fanscharen von den Qualen des sehnsüchtigen Wartens, indem sie mit »Time I« den ersten von zwei Teilen eines monumentalen Alben-Duos herausbrachten – und Teil zwei gleich für eine Veröffentlichung in naher Zukunft ankündigten! DORO, die Queen of Heavy Metal, begeisterte mit ihrem Nuclear-Blast-Alben-Einstand »Raise Your Fist« und die Classic Rocker von GRAVEYARD fügten ihrer ohnehin schon konkurrenzlos starken Diskografie mit »Lights Out« ein weiteres Juwel analoger Aufnahmekunst hinzu. Doch so beglückend sich der Herbst auch in Veröffentlichungs-technischer Hinsicht präsentierte – das Monatsende wurde von einem mehr als tragischen Ereignis überschattet. In der Halloweennacht verunglückte Mitch Lucker, Frontmann der kürzlich von Nuclear Blast Entertainment unter Vertrag genommenen US-Extreme-Metaller SUICIDE SILENCE, mit seinem Motorrad und erlag wenig später seinen schweren Verletzungen. Nuclear Blast bekundet Mitchs Familie, Freunden, Bandkollegen und Fans in aller Welt tiefste Anteilnahme.

Destruction
Das Jubiläumsjahr neigte sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Doch noch vor dem Jahreswechsel knallten die deutschen Thrash-Legenden DESTRUCTION im November der Fangemeinde ihr amtliches 30-Jahre-Juibiläumsalbum »Spiritual Genocide« vor den Latz, und das Schweden-Doppel aus HAMMERFALL und PAIN sorgte mit den grandiosen Live-DVDs/Blu-Rays »Gates Of Dalhalla« bzw. »We Come In Peace« für eine mehr als willkommene Alternative zum üblichen einschläfernden Weihnachts-TV-Programm.